Hausaufgaben gemacht

Handball-Regionalliga Frauen: HG hängt Verfolger Heiningen ab.
„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, bestätigte HG-Coach Carsten Sender direkt nach Abpfiff der Frauen-Regionalliga-Partie der HG gegen den TSV Heiningen. Seine von ihm angeleiteten Handballerinnen gewannen 31:25 (15:14), wobei sie anfangs eher weniger Siegeschancen ausstrahlten.
Denn das Pass- und Wurfpech (Torumrandung) war ungleich verteilt und brachte das Heimteam erstmal in kleinere Schwierigkeiten. Heiningen war da zunächst besser aufgestellt und arbeitete im Deckungsbereich auch gut antizipativ. Eine erste Überzahl sicherte noch das 6:6, dann war der Gast vierfach am Drücker und beim 8:12 (21.) nahm der Gastgeber seine erste Auszeit. „Das war einer der Knackpunkte“, meinte Sender später, „wir haben personell und taktisch umgestellt“. Lohn waren seinerseits vier Treffer in Folge.
„Kalli“ kann auch „Erste“

Inzwischen war auch Kalliopi Myrianidou (Bild), Torfrau der zweiten Mannschaft, für Melanie Walther in den Kasten eingezogen. Gleich zwei Siebenmeter „guckte“ sie raus. Und vorne lief es jetzt auch mit dem Aluminium besser; Jule Haupt nagelte die Harzkugel via Unterlatte zum 13:13 ein. Doch immer wieder unterliefen noch Flüchtigkeitsfehler, die ein Absetzen verhinderten, obwohl die Schwäbinnen jetzt auch am Torgestänge scheiterten. „Ich war schon sehr verwundert, dass unsere anfänglich starke Chancenverwertung so schwach wurde“, blieb TSV-Trainer Gerd Römer ein wenig ratlos zurück, denn seine Frauen bewiesen zuvor hohe Präzision im Abschluss. „Aber die HG-Torfrau hat mit ihren gefühlt mindestens 15 Paraden auch ihren Anteil daran gehabt.“
Aus der Kabine kam die HG dann zielstrebiger heraus. Weitere Umstellungen sahen Lena Förste am Kreis vor und Kreisläuferin Lena Magnus wechselte dafür auf die Rückraummitte (18:15). Hinten wirkte auch die Deckung dichter – und dann war da ja noch „Kalli“ als Torverhinderin. Sie krönte sich bei Überzahl zwischendurch selbst mit einem Treffer ins leere gegnerische Netz. Doch statt einem hohen weiten Wurf über das Feld, wählte sie einen Weg in Bodennähe durch alle gegnerischen und heimischen Beine hindurch: 22:18 (44.). Und das nächstfolgende „Empty Net Goal“ ließ nicht auf sich warten, war Jule Haupt vorbehalten, was ein weiteres TSV-Timeout in der gleichen Minute nach sich zog.
Generell zahlten sich die Umstellungen aus. Förste traf nicht nur, sondern zog ebenso etliche Siebenmeter. Und da war Karolin Kolb dann zur Stelle, die nach der Anfangsphase (auch etwas angeschlagen) auf dem Spielfeld sonst nicht mehr gebraucht wurde. Jedes mal wenn sie zum Strich schritt, saß tadellos der Wurf: acht Versuche, acht Treffer. Und es wurde teilweise auch variantenreicher gespielt. So kam Rechtshänderin Saskia Zachert auf ganz Rechtsaußen frei: 27:22 (51.). Letztlich gab es bis kurz vor Schluss eine kleine Abreibung für die Gäste (31:23). Für Sender hatten seine Mädels, „das einfach souverän zu Ende gespielt“. Förste und Myrianidou wollte er dabei aber auch ein wenig aus dem Team hervorheben.
Später gab es noch ein wenig mehr Grund zur Freude. Herrenberg und Leinfelden/Echterdingen spielten Remis, Steißlingen verlor, wenn auch nur ganz knapp. Somit stehen der HG in Sachen Klassenerhalt noch einige Türen offen.
HG: Walther, Myrianidou (1); Sender (1), Racky, Schütz, Förste (3), Haupt (2), Li. Magnus (1), Widmaier (5), Zachert (6), Le. Magnus (2), Jung (2), Patzschke, Kolb (8/8).