Fettes Zeichen im Abstiegskampf

Regionalliga Frauen: HG hält Ex-Fünften nieder
Viele meinen ja oft, es reiche die letzten zehn Minuten eines Handballspiels zu sehen, um die Entscheidung zu sehen und nachzuvollziehen. Doch diesmal hätte da vielleicht etwas gefehlt im Verständnis der Geschichte. HG-Coach Carsten Sender hatte vor dem Regionalliga-Match seiner Frauen gegen die HSG Leinfelden/Echterdingen den Druck aus dem Kessel genommen. Es wäre vermessen (nicht nur) gegen diesen Gegner noch etwas in Sachen Klassenerhalt bewirken zu wollen. Dem entsprechend befreit oder mit einer gerade Jetzt-erst-recht-Mentalität wurde der vormalige Fünfplatzierte von Oftersheim/Schwetzingen in der zweiten Halbzeit an die Wand gespielt und das Heimteam trug mit 30:22 (13:10) den klaren Sieg davon.
Geil, geiler, Giehl
Schon der torarme Auftakt war von den Einheimischen geprägt (4:1/11.), wurde aber schnell gekontert. Es entwickelte sich eine Partie auf gleicher Höhe, bis die HG kurz vor der Pause einige Momente für sich besser zu nutzen verstand. Wie der Beginn der ersten Halbzeit wurde auch jener der zweiten von Oftersheim/Schwetzingen dominiert. Und diesmal wurden keine Geschenke mehr verteilt, sondern voll durchgezogen. Dies lag auch an der Torbewachung. „Geil, geiler, Giehl“, meinte Rückraumfrau Karolin Kolb über ihre mittlerweiler schon länger verheiratete Keeperin Stella, deren Spielerpass jedoch immer noch auf den Geburtsnamen Gudenau ausgestellt ist. Denn ihr war es unter anderem mit drei abgewehrten Siebenmetern zu verdanken, dass diese Begegnung in die erhofften Bahnen gelenkt wurde, wobei es teilweise schon etwa hitzig zuging.


Da war es auch verkraftbar, dass Sender noch eine Auszeitkarte zur Beruhigung der Situation legte, kurz bevor Michelle Schütz gerade getroffen hatte. Aber die HSG setzte insgesamt nach der Pause zu wenige Akzente. Die Glanzpunkte waren Oftersheim/Schwetzingen vorbehalten. Auch vermeintlich „vergeigte“ Siebenmeter wurden gerne Mal im Nachwurf in Zählbares umgemünzt.
Sender war nach der Begegnung nicht gerade sprachlos, auf jeden Fall aber überglücklich und überschäumend in seiner Freude wie auch seine Mädels. „Chapeau“, kam es aus ihm heraus, „tolle Teamleistung, doch mehr kann ich dazu nicht sagen“. Jetzt will er sehen, wie es weitergeht. Zum Beispiel am Sonntag (17 Uhr) in Herrenberg. Und der kommende Gastgeber H2Ku steht zwei Ränge und zwei Punkte hinter den Kurpfälzern. mj
HG: Gudenau-Giehl, Walther; F. Sender (2), Racky, Huck, Schütz (1), Förste, Haupt (5), Li. Magnus (1), Widmaier (7), Zachert (4/1), Le. Magnus (5), Jung (5), Patzschke, Kolb.