HG trennt sich Unentschieden von Balingen/Weilstetten

Aus und vorbei, die HG Oftersheim/Schwetzingen hat mit dem 26:26 (15:16) gegen die JSG Balingen/Weilstetten ihre letzte noch mögliche – zugegebenermaßen äußerst geringe – Chance auf die Teilnahme an der Meisterrunde der Jugend-Bundesliga Handball (JBLH) verspielt. Damit ersparten sich Trainer, Spieler und Anhang aber auch das sonntägliche Mitfiebern an einem anderen Schauplatz der JBLH. Nun war es egal, ob sich Pforzheim/Eutingen und Göppingen ebenfalls mit einem Unentschieden trennen würden.

Bedingt durch den Ausfall von Yannik Polifka (Schulterprobleme) startete der Gastgeber zunächst ohne echten Halbrechten, da Leon Haase den vakanten Rechtsaußenposten besetzte. Das anfängliche Scheibenschießen (4:4/5.) sorgte dann schon für erstes Stirnrunzeln bei Trainer Christoph Lahme, als dann aber sieben Angriffe in den Sand gesetzt waren und die JSG 7:4 (9.) führte, war für ihn der Spaß vorbei. „Könnt ihr mal mit den Sch….-Pässen aufhören“, schimpft er in seiner Auszeit, da diese zu etlichen Kontern geführt hatten. Seine laut vernehmliche Forderung: „Konzentriert euch endlich auf unser Spiel.“

Bedingt wurde dieser Vorgabe gefolgt, der Ausgleich wieder erreicht (8:8), aber die Fehlerquote blieb – beidseitig – hoch. Haase war inzwischen wieder im Rückraum angesiedelt, auf Außen musste nun der B-Jugendliche Thorben Zimprich seinen Job versehen. Aufgebeben hatte dafür Kreisläufer Fynn Thüre, der auf seine Schulter gefallen war. Kurz geriet Oftersheim/Schwetzingen sogar wieder ins Straucheln (11:14), aber dieser Schaden war bald repariert.

Mitte der zweiten Hälfte schien es fast so, als ob sich das Blatt etwas zugunsten der Heimmannschaft wenden würde (22:20). Aber Balingen/Weilstettens Trainer Klaus Schuldt versuchte, rechtzeitig mittels Timeout entgegenzusteuern. Aber noch bewahrte die HG mit Treffern von Zimprich und Haase den Vorsprung. Eine doppelte Unterzahl nutzten die Schwaben aber weidlich aus, trafen mehrfach das leere Oftersheim/Schwetzinger Gehäuse, für die HG netzte dazwischen noch einmal Haase ein (25:25/53.).

Verkrampfung pur dann in den verbliebenen Minuten. Es dauerte gefühlt sehr lange bis erst Johannes Roscic für die Gäste vorlegte (56.) und dann Bastian Schleidweiler egalisierte (58.). Beide Seiten hatten davor und danach Möglichkeiten, mehr rauszuholen, aber es blieb beim vielleicht letztlich gerechten Remis. „Unterm Strich kannst du mit dieser Fehlerquote nicht gewinnen“, resümierte Lahme, der auch im Deckungsverhalten noch brach liegendes Potential ausgemacht hatte. Es wurde einfach versäumt, mehr rauszuholen, um die doch eher unrealistische letzte Chance zu wahren, was aber in weiten Teilen auch für den Gast galt. Kämpferisch präsentierte sich das heimische Team wie gewohnt, da wolle keiner einen Vorwurf machen. Aber manchmal gelte es, den kleinen Mangel an fehlender Cleverness, Abgezockheit zu überwinden. Denn zeitweite offenbahrte sich das Angriffsgeschehen als zu durchsichtig, wirkte zu drucklos, so dass bei Spielkombinationen zu wenig Druck ausgeübt wurde, Kreuzungen nicht für Gefahr sorgten.

HG: Steinbach (1), Grab; Zacharias (5), Schleidweiler (2), Seidenfuß, Beck (2/1), Kern (1), Zimprich (2), Clarius (6), Trunk, Haase (5), Nasgowitz, Thüre (2).