Oftersheim/Schwetzingen wahrt alle Optionen

Das passiert nicht immer so: Im Duell zweier alter Rivalen im badischen Handball-Bereich rang die HG Oftersheim/Schwetzingen die SG Pforzheim/Eutingen mit 25:23 (11:12) nieder und hat in der Jugend-Bundesliga noch alle Optionen offen.

Der Start in die Begegnung verlief recht zäh, nichts für Ästheten, was vielleicht der Tatsache geschuldet war, dass die HG auf ihren angestammten Spielmacher Steven Beck verzichten musste. Dieser hatte sich beim Gang zuvor in Konstanz einen Finger gebrochen, muss noch etwas pausieren. Till Nasgowitz übernahm zunächst den vakanten Posten, später Jacob Clarius oder Trainer Christoph Lahme steuerte gleich von außen.

„Wir hatten anfänglich schon Schwierigkeiten im Angriff“, blickte Lahme zurück. „Erst ab der 15. Minute wurde das umgesetzt, was wir uns gegen die SG-Deckung (eine verschobene 3:2:1) vorgenommen hatten. Nach Stand-Handball ohne Unterstützung der Kreisläufer wurden nun viel mehr die Wege in die Tiefe gesucht und der Mann am Kreis gefunden.“ Die HG belohnte sich mit der ersten Führung, die aber auch lange die einzige blieb. Sie war allerdings Lucas Zacharias vorbehalten. Der Linksaußen musste dafür aber keine seiner Wurfvarianten anwenden. Bastian Schleidweiler hatte in Überzahl den Ball erobert und schickte seinen Kollegen in Richtung leeres SG-Tor.

Dann versäumte es der Gastgeber, den Moment (und nicht nur diesen) zu nutzen, brachte sich selbst immer wieder um den weiteren Lohn, statt die Randschwarzwälder zu distanzieren. Zu lässig wurde mit mancher Chance umgegangen (7:9, 9:11, 14:13, 14:16). „Erst nach mehreren Umstellungen im Rückraum und am Kreis wurden endlich bei uns die Auslösehandlungen angenommen und Pforzheim/Eutingens Abwehr auseinandergespielt“, freute sich Lahme über eine Phase ab Minute 38. Zacharias, Clarius und Felix Kruse brachten neues Leben in die Bude und SG-Coach Alexander Lipps griff scheinbar entnervt zu grün (18:16/44.). Doch sein Team kam nicht mehr richtig zurück, folgerichtig folgte bald die nächste Auszeit (21:18/49.). 

Aber da war Rechnung ohne den Wirt aufgestellt worden. Torwart Florian Steinbach wehrte den kommenden Wurf hoch ab, feierte sich, sammelte den Ball ein und pfefferte ihn über die gesamte Spielflächendistanz ins leere SG-Gehäuse: 22:18. Kurz darauf lief Leon Haase diagonal einen Konter ab, dann bediente er Fynn Thüre mustergültig am Kreis, der zu Kruse auf Rechtsaußen ablegte: 23:18 (52.).

Doch HG-Coach Thomas Herr hatte im Vorfeld gewarnt, „Pforzheim/Eutingen gibt sich nie auf.“ Die Warnung war einigermaßen angenommen worden, auch wenn sich der Angriff jetzt mit einer Manndeckung gegen Clarius konfrontiert sah. Aber das gab Platz für Zacharias, der sich dann noch bis 25:21 (58.) austobte, bevor das Spiel austrudelte. So bliebt Lahme nur übrig, auf hohem Niveau zu bemängeln: „Das einzige Manko – neben unserem Start – war das Überzahlspiel.“ Denn dann hätte alles viel früher viel deutlicher aussehen können – aber das passiert eben nicht immer so.

HG: Steinbach (1), Grab; Zacharias (6), Schleidweiler (1), Seidenfuß, Kruse (4), Kern (1), Clarius (9/4), Trunk, Haase (2), Nasgowitz, Thüre (1), Polifka.