Nach dem doch deutlich verlorenen Heimmatch der HG Oftersheim/Schwetzingen gegen den TSV Allach blickten deren Jugend-Handball-Trainer Thomas Herr und Christoph Lahme zunächst etwas ratlos zurück. Zu unterschiedlich sei ihre Leistung im Vergleich zu den  beiden vorangegangenen Bundesliga-Spielen gewesen. Jetzt auf dem schweren Gang zur HSG Konstanz, wo am Sonntag um 14.15 Uhr der Anpfiff ertönt, sind sie auf der Suche nach der Konstanz in ihrer Truppe.

Allachs Trainer Andreas Krauß, der sich von der Deutlichkeit des Sieges überrascht zeigte, bilanzierte nach dem durchaus berechtigten Erfolg seiner Jungs bei der HG: „Die Breite hat beim Gegner gefehlt.“ Eine Breite, die seine Mannschaft in doppelter, teilweise dreifacher Ausfertigung auszeichnen würde. Dies wollen die HG-Coach so zwar nicht stehen lassen, aber auch nicht weiter kommentieren. Rechtsaußen Felix Kruse bringt dafür die eigene Teamsichtweise ins Spiel: „Bei uns war völlig egal, wer gerade drinnen war. Wir waren einfach alle gleichermaßen schlecht, haben flächendeckend versagt.“ Ein vernichtendes Urteil mit sofortiger Gelobigung nach intensiver Besserung und Steigerung.

„Klatsche abgehakt“

Lahme hat den doppelten Punktverlust bereits abgehakt: „Um jetzt Zählbares mitzunehmen, haben wir das Spiel gegen Allach möglichst intensiv analysiert, in der Mannschaft angesprochen, um die Gründe für die fehlende Konzentration an diesem  Tag herauszufinden. Jedoch brauchen wir die Köpfe wegen einer Niederlage nicht hängen lassen, auch wenn es eine Klatsche war. Denn wir alle und unsere Zuschauer wissen, dass das Team zu deutlich mehr in der Lage ist, als es am letzten Sonntag gezeigt hat.“

Aber der Gegner ist beileibe kein Leichtgewicht. Konstanz (Platz 30 in der „ewigen Tabelle“) stellt innerhalb der JBLH eine gewisse Konstante dar, war nur eine Saison nicht vertreten, im Gegensatz zur HG (Rang 34), die schon drei Fehlzeiten aufweist. Doch in dieser Saison lief noch nicht alles ganz rund bei den Männern von der Bodenseeenge, dem Seerhein. Nach einer chancenlosen Niederlage in Bittenfeld (27:32) folgte ein Sieg gegen Balingen/Weilstetten mit dem gleichen Resultat und dann ein 30:30 in Günzburg.

Herr appelliert an seine Leute, dass „es nur über die davor gezeigte Leistung aus den ersten zwei Spielen auch in Konstanz etwas zu holen gibt. Sonst fahren wir mit leeren Koffern wieder nach Hause“. „Wir hoffen, dass die Niederlage gegen Allach der Ausrutscher zum rechten Moment war, um die Köpfe und Einstellung wieder nach zu justieren“, fügt Lahme abschließend an, „um wieder so präsent zu sein, wie in den acht Spielen der Qualifikation und den ersten beiden Rundenbegegnungen“.

„Wir sind eine Mannschaft, die man nie abschreiben darf“, sind Christan Korb und Thomas Zilm, die Konstanzer Trainer, von ihrem Team überzeugt. Sie wissen aber auch: „Das darf man die HG auch nicht Das ist ein leidenschaftlicher Gegner. Wir dürfen uns nicht den Schneid abkaufen lassen.“