Wer die erste Hälfte des Badenliga-Derbys zwischen der TSG Eintracht Plankstadt und der HG Oftersheim/Schwetzingen II verfolgt hatte, wollte sicher nicht zu viel auf einen Sieg der Hausherren verwetten. Aber die Quote hätte sicher gestimmt, denn die heimischen Handballer entfachten nach der Pause einen wahren Sturmlauf und brausten zum frenetisch gefeierten 31:25 (13:16)-Erfolg auf und davon. Die Halbzeitansprache von  Plankstadts Trainer Niels Eichhorn hatte ihre volle Wirkung entfaltet, über ihren Inhalt wollte er aber nichts verraten, das sei „Betriebsgeheimnis“.

Anfänglich dominierte die offensiv interpretierte 6:0-Defensive der Gäste, mit der sich die Hausherren schwertaten,  das Geschehen. Einzig überfallartige Konter sorgten für etwas Entlastung. Phasenweise präsentierte sich die Partie ziemlich fahrig, fast hektisch, technische Fehler waren beidseitig zahlreich zu notieren.

Die HG-Torhüter, zuletzt eigentlich sichere Kandidaten ihres Teams, brachten diesmal auch nicht den richtigen Rückhalt für ihre Vorderleute auf die Platte, obwohl sie in der Lage waren, sich ab und an auszuzeichnen. Die Show stahl ihnen aber spätestens der in der zweiten Hälfte eingewechselte Marvin Roche, der einen Ball nach dem anderen wegnahm. Gestützt auf diesen Rückhalt, sowie eine Deckung, die die HG-Angreifer ratlos davor stehen ließ, war die Grundlage für eine den Gegner vernichtende Sturmphase. Plankstadt verpasste seinem Lokalgegner ein rund viertelstündige Lehrstunde, ja fast eine Abreibung mit 9:2 Treffern, die sich gewaschen hatte.

Die heraustretenden Abwehrspieler – vornehmlich Julian Maier, der dann auch konterte und vollstreckte – fingen reihenweise Bälle ab. Das restliche Gros wurde Beute von Roche. Maier war neben Timo Munz mit acht Treffern (bei fünf Tempogegenstößen und einem Siebenmeter) auch maßgeblich daran beteiligt, dass Plankstadt vor dem Seitenwechsel nicht zu sehr ins Hintertreffen geraten war. Erst nach dem 24:18 – ein Treffer von  Dario Tokur ins leere HG-Tor, nahm der Gastgeber ein klein wenig das Tempo zurück, ohne auch nur die geringste Gefahr zu laufen, das Spiel aus der Hand zu geben.

Zwar ließ Thorsten Micke mit einem Dreierpack zum 25:21 (49.) einen mickrigen Hoffnungsschimmer aufglühen, aber das Plankstadter Lager blieb ruhig, Eichhorns Hand zuckte nicht mal nach der Grünen Karte. Geduldig wurden im Positionsangriff mit Tokur als Ideengeber und Schützen die Lücken in der Oftersheim/Schwetzinger Deckung gesucht – und mit fleißiger Unterstützung von Tobias Pristl – gefunden (29:21), der Sieg sicher eingefahren. mj

Stimmen:

Niels Eichhorn, Coach TSG Eintracht: Der Schlüssel zum sieg war unsere Abwehrarbeit, die in der ersten Halbzeit komplett fehlte. Dadurch kommen wir ins Spiel, gewinnen Sicherheit, generieren Ballgewinne und laufen Konter.

Frederik Fehrenbach, Trainer Oftersheim/Schwetzingen: In der ersten Hälfte haben wir fast alles richtig gemacht. Aber nach der Pause machen wir vier klare Dinger nicht rein, machen den Gegner wieder stark, werfen den Torhüter warm und bei uns gehen die Köpfen nach unten. Unsere taktischen und personellen Veränderungen brachten dann nichts mehr.

HG: Hoppe, Fauerbach; Haase (19, Micke (9), Fendrich, Lux, Schleidweiler (1), Schiller, Lemke (7), Meyer, Gartner (5/2), Polifka, Gerbershagen (1), Hahne (1).