Mickes Flehen blieb unerhört

Es war das Kellerduell der Handball-Badenliga – trotz des frühen Saisonzeitpunktes – schlechthin. Das Ein-Zähler-Team der HG Oftersheim/Schwetzingen II empfing den Null-Punkt-Inhaber TV Hardheim und gewann am Ende knapp. Mit 27:26 (17:12) zog der Gastgeber gerade noch so den Kopf aus der Schlinge.

Es hätte auch anders kommen können, aber der Spielverlauf hatte gewisse Gründe. „Es gingen uns einfach die Kräfte aus. Wir konnten den einzelnen Spielern nicht die nötigen Pausen geben“, hielt Trainer Frederik Fehrenbach fest. Nicht nur, dass mit Jugendakteur Steven Beck (Mittelhandbruch aus Konstanz) ein Mittelmann fehlte, sein A1-Kollege und Abwehrspezialist Bastian Schleidweiler nach seinem Einsatz in der „Ersten“ keine weitere Partie bestreiten durfte und sich Rückraumkanonier Jacob Clarius (ebenfalls Jugend) mit Knieproblemen rumschlägt. Neben dem langzeitverletzten Kreisläufer Jan Zecevic hatte sich für diese Partie die komplette Linkshänderfraktion abgemeldet. Adrian Wiegand (Schulterprobleme aus dem Dienstagstraining), Christian Fendrich (verbogener Finger vom Leutershausen-Spiel) und Daniel Schiller (geschwollener Knöchel nach der Donnerstagseinheit) waren auf die Tribüne verbannt.

Die A-Jugendlichen Leon Haase und Felix sollten es auf der rechten Seite von Beginn an stemmen. Und während Hasse klaglos seine zweiten 60 Minuten an diesem Wochenende abspulte, war Kruses Badenliga-Debüt ganz schnell vorbei. Bei einem Konter landete er unglücklich. „Bitte steh‘ wieder auf“, hoffte sein Teamkamerad Thorsten Micke. Doch sein Flehen blieb unerhört, er musste helfen, den Youngster vom Platz zu tragen (9.). „Kreuzband, Meniskus und Knorpel wurden bei dieser schweren Verletzung in Mitleidenschaft gezogen“, musste Fehrenbach montags vermelden. „Aufgrund dieser engen Personaldecke hatten wir kaum Möglichkeiten zu wechseln.“

Doch nicht nur er sah eine starke erste Halbzeit seiner Jungs. Direkt im Anschluss an Kruses Ausscheiden legten sie auf 8:3 (13.) vor, ohne dass eine spürbare Reaktion von der TVH-Bank erfolgte. „Wir haben stark gedeckt und Michael Hoppe hat sehr gut gehalten“, lobte Fehrenbach. Eine Auszeit nahm Hardheims Trainer Lukas Dyszy, der alle Mann an Bord hatte, dann erst nach dem 15:8 (24.), letztlich der Vorsprung, an den sich der Hausherr bis zum Schluss festkrallte und von ihm zehrte. „Da wir nach der Pause gut gekämpft haben, haben wir auch verdient gewonnen“, sah der HG-Coach das Polster der Seinen über 24:19 auf 25:24 schrumpfen, aber nie ganz verschwinden. Dafür schickte er in seiner Not sogar Co-Trainer Christoph Lahme ins Rennen (42.), der aber mit seiner Leistung nach nunmehr überstandener Verletzung noch nicht ganz zufrieden war.

HG: Hoppe, Fauerbach; Haase (1), Micke (3), Gartner (7/3), Lux 82), Lemke (7), Meyer (2), Kruse, Lahme, Gerbershagen (1), Hahne (4).                mj