"Das war eine unterirdische Leistung", monierte Frederik Fehrenbach, Trainer des Handball-Badenligisten HG Oftersheim/Schwetzingen II, die Leistung nicht nur seiner Jungs, "wir haben die ersten 20 Minuten absolut verschlafen.

Diesem Rückstand sind wir die ganze Partie über hinter gelaufen". Ähnlich - aber aus anderer Perspektive - sah es auch sein St. Leon/Reilinger Gegenüber Jonathan Winter, dessen HSG-Team mit 30:28  (15:10) den Sieg davongetragen hatte. "Von diesem frühen Vorsprung haben wir die ganze Zeit über gezehrt."

Die Begegnung begann schon mit einem ersten Lattenknaller und die Wurfausbeute blieb auch über die restliche Spielzeit teilweise mehr als dürftig. Oft sorgte HSG-Keeper Maximilian Winter für Frühlingserwachen in seiner Mannschaft, die es dann aber sturmartig nach vorne trieb. Nach sieben vergeigten Angriffen hatte Fehrenbach genug von dieser Vorstellung und rief zur Auszeit (12.). Prompt ging der nächste Angriff wieder in die Binsen - 2:9, 3:11 (18.). Von diesen elf Gegentreffern resultierten alleine acht aus Schnellangriffen, nachdem bei den Gastgebern jeweils etwas schief gelaufen war.

Der HG-Coach tauschte inzwischen sein gesamtes Rückraumpersonal und den Kreisläufer aus und allmählich spielte seine Crew auch mit, setzte mit vier Treffern in Folge ein Zeichen aufkeimenden Überlebenswillens. Auffällig dabei der A-Jugendliche Leon Haase, der bei seinem Männer-Debüt auftrat, als ob er schon immer ins Team gehöre. Jetzt wurde auch sichtbar, dass die HG-6:0-Defensive mit den Tormännern Michael Hoppe und Frederik Fauerbach ganz ordentlich stand - wenn sie denn mal zum tragen kam.

Aber näher an seinen Widersacher kam der Gastgeber lange nicht heran, erst beim 18:21 (47.) von Thorsten Micke aus der zweiten Welle wurde die Situation für die HSG langsam brenzlig. Jonathan Winters Zwischenansprache zeigte aber nicht gleich ihre Wirkung: 19:21, ein Konter von Lucas Gartner, nachdem Bastian Schleidweiler, ein weiterer A-Jugend-Mann  neben HG-Toptorschütze Steven Beck, einen Ball herausgefangen hatte. Jonathan Winter meinte später: „Erst danach haben wir wieder mit Kopf gespielt, hat die Abwehr funktioniert und gut verschoben. Vorne haben wir es wieder klarrunter gespielt und uns keine unnnötigen Würfe mehr genommen.“

So war es dann das letztlich aus Sicht von Oftersheim/Schwetzingen. Der Hoffnungsschimmer verglimmte. Etlichen guten Angriffsaktionen folgte meist sofort der Gegentreffer, das letzte Aufbäumen verlief dann etwas unkoordiniert – zu wenig um den Spieß noch zu drehen, obwohl die HSG dabei eine doppelte Unterzahlsituation zu überstehen hatte.

Doch nicht nur der "unterirdische Auftritt" seiner Leute hatten den HG-Coach erzürnt. "Solch' eine grottenschlechte Schiedsrichter-Leistung wie heute, muss man auch einmal ansprechen dürfen und nicht nur immer auf den Spielern rumhacken." Er will sich bei der fälligen Beobachtungsauswertung der Unparteiischen, intensiv damit auseinandersetzen.

HG: Hoppe, Fauerbach; Beck (7), Micke (3), Gartner (6/4), Fendrich (3), Haase (1), Hahne (2), Meyer (2), Wiegand (2), Schleidweiler (1), Gerbershagen (1).