Mit etwas Abstand zum Spielgeschehen hat Trainer Frederik Fehrenbach vom Handball-Badenligisten HG Oftersheim/Schwetzingen noch einmal die Saison Revue passieren lassen und zeigte uns im Interview seine Sicht der Dinge auf. Als Fazit seiner Bilanz kam dem Drittliga-Unterbau, der auf Rang 9 mit 24:28 Punkten abschloss, wohl ein „durchwachsen“ ins Rundenabschlusszeugnis geschrieben werden. Oder wie es Fehrenbach ausdrückte, er sei „einigermaßen zufrieden“. Dies erscheint durchaus in Ordnung für eine Mannschaft, die als Perspektivteam das Bindeglied zwischen A-Jugend und erster Mannschaft darstellt.

Wie war denn jetzt so die Saison im Rückblick?

Frederik Fehrenbach: Wir haben die uns vorgenommene Platzierung 6 leider nicht erreicht. Wir sind mit vier Punkten Abstand jetzt aber auch nicht riesig weit weg davon eingekommen. Wir haben nach Toren den zweitbesten Angriff gestellt (das 28:28 im ersten Spiel gegen St Leon ist in der Trefferbilanz nicht berücksichtigt). Aber wir hatten auch mit Abstand die schlechteste Abwehr, die meisten Gegentore. Dies lag daran, dass wir zur Saison 18/19 drei wichtige Deckungsspieler an die „Erste“ abgegeben beziehungsweise aufgrund von Karriereende verloren haben. Aber man hat wieder gesehen, dass wir gegen jeden – zumindest zu Hause – bestehen können. Wir haben dabei gegen die Top drei der Liga auf eigenem Platz gepunktet. Auswärts haben wir allerdings wieder die bekannten Schwächen aus der Runde 17/18 gezeigt.

Gab es besondere Höhe- oder Tiefpunkte?

Fehrenbach: Tiefpunkte dieser Saison waren auf jeden Fall die Niederlagen gegen Plankstadt, in Hockenheim und auch in Pforzheim sowie zweimal gegen Wiesloch. Höhepunkte waren dafür zwei Siege gegen das favorisierte Viernheim und eben die Punktgewinne gegen die Top drei.

Ist die „Ib“ ihrem Job als „Ausbildungsabteilung“ gerecht geworden?

Fehrenbach: Wir haben zu Beginn der Saison sofort Linkshänder Jonas Krepper an die erste Mannschaft abgegeben. Er hat uns natürlich gefehlt, aber es freut mich für ihn umso mehr, dass er den Sprung in das Drittliga-Team geschafft hat. Mit Michael Hoppe rückt jetzt ein Spieler als dritter Torhüter aus unseren Reihen nach. Es können aber nicht jedes Jahr so viele Spieler nach oben kommen, wie 17/18, dies ist uns allen klar.

Wie hat überhaupt die Kooperation mit „Erster“ und der A1 sowie ihren Trainern funktioniert?

Fehrenbach: Die Kooperation mit der „Ersten“ hat sehr gut geklappt. Holger Löhr und ich standen jede Woche in Kontakt. Einige Spieler der Ersten konnten so bei uns weitere Spielpraxis, trotz der angespannten Personalsituation, sammeln. Die Zusammenarbeit mit der A-Jugend war zunächst etwas schwieriger. Dies konnten wir mit gemeinsamen Trainingseinheiten erst in der zweiten Saisonhälfte etwas verbessern. Die Spieler, die Einsatzzeiten bekamen, bemerkten auch, dass in der Badenliga ein anderes Niveau herrscht als in der Jugend-Bundesliga.

Was bedeutet dies alles für die Gesamtbilanz?

Fehrenbach: Auf Grund unserer großen Verletzungsmisere, gerade auf der Torhüterposition, sind wir einigermaßen zufrieden.

Wie sieht es mit personellen Veränderungen aus?

Fehrenbach: Wie bereits bekannt werden uns Willi Fink und Hamza Hakic verlassen. Hinzu kommen jetzt fest aus der Jugend Frederik Fauerbach, Sebastian Brandt (wenn sein Studienplatz hier in der Region ist), Jan Zecevic (leider im Moment verletzt), Alexander Zemella und Daniel Schiller. Wir sind auch noch in sehr guten Gesprächen mit einem erfahrenen Halbrechten. Es sieht gut aus, aber wir können noch nichts Offizielles verkünden.

Wie ist nun der Ausblick auf 2019/20?

Fehrenbach: Die gesteckten Ziele für die nächste Saison sind die gleichen wie die Jahre zuvor: Eine Platzierung um Rang sechs sollte herausspringen und es sollen Spieler für das Drittligateam entwickelt werden.

Werden noch weiterführende Absichten verfolgt?

Fehrenbach: Unser Ziel muss und wird es sein, die Jugendlichen frühzeitig einzubauen. Dafür müssen wir die Spielpläne von Perspektivteam und A-Jugend – hoffentlich in der Bundesliga – besser koordinieren. Die Zusammenarbeit wird durch deren neuen Cheftrainer Christoph Lahme leichter, da er weiterhin im Perspektivteam spielt und ihm viel daran gelegen ist, eine frühzeitige Integration herbeizuführen.