3. Handball-Liga: HG-Trainer Holger Löhr fordert Verstärkungen / Jungmann bleibt Oftersheim/Schwetzingen erhalten

Für gewöhnlich nimmt Holger Löhr kein Blatt vor den Mund. Der Trainer des Handball-Drittligisten HG Oftersheim/Schwetzingen hat – sei es die Kaderplanung oder seine Spielphilosophie - konkrete Vorstellungen. Der einkalkulierte Abgang von Linkshänder Tom Jansen durchkreuzt jedoch die Pläne des Übungsleiters, denn ein Nachfolger für diese Position ist momentan noch nicht in Sicht. Deshalb wird Löhr deutlich: „Der Kader ist zu dünn besetzt. Mit Florian Burmeister haben wir aktuell nur einen Spieler im Aufgebot, der einfache Tore aus der zweiten Reihe erzielen kann. Uns fehlt mindestens eine Alternative.“

Zwölf Spieler umfasst der Kader bislang. Zwar bleiben Jerrit Jungmann, der ursprünglich ein Auslandssemester geplant hatte, und Lino Messerschmidt aufgrund der Corona-Reisebeschränkungen der HG erhalten, dennoch genügt die Breite des Kaders nicht, um Löhrs Anforderungen zu erfüllen: „Normalerweise sollte der Kader auf die Philosophie zugeschnitten sein und nicht andersherum.“

Wie bei anderen Clubs auch hat die Pandemie die Planungen durcheinandergewirbelt. Sichtungen in der Trainingshalle und persönliche Gespräche mit potenziellen Neuzugängen waren nicht möglich. Auch bei der HG wurde großen Wert darauf gelegt, die Schutzmaßnahmen einzuhalten. „Wir haben uns langsam herangetastet und am Anfang mit etwa 30 Prozent unseres Leistungsvermögens trainiert. Wir haben ein paar Mal auf das Tor geworfen, um die Schulter an die Bewegung zu gewöhnen. Inzwischen sind wir bei 70 bis 90 Prozent und trainieren Angriff- und Abwehrszenarien“, erklärt Löhr, der umgehend nachschiebt: „Mit der geringen Spielerzahl können wir aber nicht einmal das ,Sechs-gegen-Sechs`-Spiel trainieren.“

Natürlich hat der Coach einen Blick auf den eigenen Nachwuchs in der A-Jugendbundesliga und den stark verjüngten Badenliga-Kader, aber momentan stünde auch dort noch keine Alternative bereit, die umgehend weiterhelfen könnte. Im Unterbau könnten mit Leon Haase, Yannik Polifka und Lennart Beisel drei Talente ins Blickfeld geraten, allerdings scheint der Sprung in die 3. Liga aktuell noch zu groß.

Eine weitere Baustelle ist die Torhüterposition, denn mit Maximilian Herb und Benedikt Müller stehen nach den Abgängen von Lucas Bauer, mit dem die HG-Verantwortlichen keine Einigung erzielten, und Markus Hoppe (studiumsbedingt) auch dort nur noch zwei Schlussleute unter Vertrag und deshalb wiederholt Löhr seinen Appell: „Es war lange nicht klar, ob uns Tom Jansen verlassen würde, sodass wir relativ spät planen konnten. Ich muss mir das jetzt erst einmal selbst anschauen, aber man muss schon klar herausstellen: Es wird schwierig, mit dem aktuellen Aufgebot einfache Tore zu erzielen. Wir brauchen in der Breite einfach noch Verstärkungen.“ Mjw