Mit Christian Wahl haben die Verantwortlichen des Handball-Drittligisten HG Oftersheim/Schwetzingen einen erfahrenen Spielmacher verpflichtet. Da Jerrit Jungmann einen Großteil der Saison wegen eines Auslandsaufenthalts ausfallen wird, muss der 29-Jährige direkt in die Bresche springen. Im Interview spricht er über seine Ziele und darüber, wie er sich in seiner neuen Heimat zurechtgefunden hat.

Herr Wahl, die aktuellen Umstände haben einen gebührenden Abschied in Kornwestheim vermasselt. Wie geht es Ihnen unter den aktuellen Umständen?

Christian Wahl: Mir geht es sehr gut, ich habe die Zeit gut überstanden. Der fehlende Abschied in einer vollen Halle und vom Team wiegt schon schwer. Tatsächlich habe ich mich während der Pause aufgrund des Umzuges als Handwerker erproben können. Ob ich das aber als neues Hobby bezeichnen darf, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube, dass auch meine Freundin meine Stärken woanders sieht. Ansonsten haben wir viel Zeit mit der Familie verbracht und so gut es ging, Freunde besucht oder zu uns eingeladen.

Haben Sie sich in der Region schon eingelebt und neue Lieblingsorte entdeckt?

Wahl: Die Region macht es einem sehr leicht, sich einzugewöhnen. Mein Lieblingsort ist unser wunderschöner Balkon.

Aufgrund eines Auslandsaufenthalts und eines Autounfalls haben Sie in der vergangenen Saison nur 13 Spiele für den SV Kornwestheim absolviert. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Wahl: Die fehlenden Spiele sind bei mir ehrlicherweise gar nicht mehr im Kopf. Mit etwas Abstand schwelge ich lieber in den unglaublich schönen Erinnerungen sowie Erfahrungen, die ich bei diesem Verein erlebt habe, und meine sechs Jahre in Stuttgart mit tollen Menschen und vor allem den daraus resultierenden Freundschaften, die es auch in Zukunft weiter gut zu pflegen gilt.

Wie lange wird es Ihrer Meinung nach dauern, bis Sie wieder in den geregelten Rhythmus gefunden haben?

Wahl: Puh, die ersten Einheiten waren tatsächlich erstmal holprig. Meine Arme und Beine hatten gefühlt ein Eigenleben entwickelt. Ich bin aber sehr froh, dass Trainer Holger Löhr uns genug Zeit gibt und wir alle langsam wieder in unseren Rhythmus finden können. Beim ersten Saisonspiel wird der Rhythmus aber wieder da sein.

Was machen Sie abseits des Handballfeldes, um abzuschalten?

Wahl: Ich bin rundum ein sehr positiver Mensch, daher muss ich selten von irgendetwas abschalten. Neben dem Handball versuche ich Freundschaften zu pflegen, die Familie zu sehen, ich lese unglaublich gerne, verbringe mit der Freundin möglichst viel Zeit und halte meinen Körper bestmöglich in Schuss und beruflich bin ich aktuell bei einer Management- und Personalberatung in Frankenthal.

Die HG trainiert mittlerweile wieder in Kleingruppen. Welchen Eindruck haben Sie von Ihrer neuen Mannschaft gewonnen?

Wahl: Einen sehr, sehr positiven. Es ist eine hilfsbereite Truppe. Wir sind alle froh, dass es wieder losgeht und wir wieder trainieren dürfen.

Als Gegner standen Sie Oftersheim/Schwetzingen schon gegenüber. Welche Erinnerungen haben Sie an die Duelle?

Wahl: Die wahnsinnig gute Atmosphäre in der Halle ist mir in Erinnerung geblieben. Die Mannschaft agiert häufig mit einem zusätzlichen Feldspieler und nach dem Sieg gab es für uns ein schönes kaltes Welde-Bier.

Sie sind aus privaten Gründen in den Rhein-Neckar-Kreis gezogen. Es gibt hier aber mit der SG Leutershausen, dem TVG Großsachsen oder den pfälzischen Clubs noch andere Vereine im Umkreis. Warum haben Sie sich für die HG entschieden?

Wahl: Ich habe mich bei den Gesprächen mit Simon Förch und Martin Schmitt von Anfang an sehr wohl gefühlt. Der erste Eindruck hat mein Gefühl mehr als bestätigt und ich bin fest davon überzeugt, dass die Entscheidung absolut richtig war.

Welche Komponente kannst und möchtest Du in das Spiel der HG einbringen?

Wahl: Ich verfüge über eine Menge Erfahrung, Spielwitz, Siegeswillen, Leidenschaft und vor allem habe ich Spaß am Handball.

In Kornwestheim haben Sie in der Vergangenheit auch eine Jugendmannschaft gecoacht. Inwiefern hilft Ihnen diese Tätigkeit auf dem Feld?

Wahl: Es ist der Perspektivwechsel. Ich sehe das Spiel nicht nur aus Sicht eines Spielers, sondern bin auch in der Lage, den Trainer besser verstehen zu können und das Agieren der Mitspieler besser einschätzen zu können.

Du bist einer der erfahreneren Spieler bei der HG. Welche Ziele verfolgst Du in Deinem ersten Jahr?

Wahl: Ich möchte mich schnellstmöglich integrieren und den Ballon d’Or, den kriegt der beste Torjäger, beim Aufwärm-Fußball gewinnen.