Saisonabbruch steht unmittelbar bevor

Nach scheinbar einigen indiskreten Mitteilungen ist nun auch beim Deutschen Handballbund (DHB) die Erkenntnis gereift, die Hängepartie in den unter seiner Regie spielenden Spielklassen zu beenden, die aktuelle Saison in der 3. Liga und der Jugend-Bundesliga abzubrechen.

Zumindest bejubelt das in Aschaffenburg ansässige Main-Echo den TV Großwallstadt als endgültigen Sieger der Staffel Mitte und einen von vier Aufsteigern in die 2. Bundesliga. Die Relegationsspiele um den Aufstieg würden entfallen, heißt es dort. Franz Dressel, Geschäftsführer des ASV Hamm (2. Liga) soll dies ausgeplaudert haben. Dressel, auch Vizepräsident der Handball-Bundesliga (HBL) berichtete gegenüber dem Westfälischen Anzeiger: „In einem Umlaufverfahren wird den Vereinen der 1. und 2. Liga bis Anfang der Woche noch eine Beschlussvorlage des HBL-Präsidiums zugestellt.“ Diese Beschlussvorlage, die auch durch den Bundesrat des DHB geht, liegt unserer Redaktion vor. Um in Kraft zu treten, benötige es eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Die von Berlins Bob Hanning (auch Vize-Präsident DHB) in Gang gesetzte Umfrage zur Fortsetzung des Bundesliga-Spielwesens würde damit jegliche Grundlage entzogen.

In der Vorlage heißt es unter anderem: „Die Wertung der Saison 2019/20 wird wie folgt geregelt: Absteiger (mit der Ausnahme von bereits zurückgezogenen Mannschaften beziehungsweise sogenannter ‚wirtschaftlicher Absteiger‘) werden für die Saison 2020/21 nicht ermittelt. Die Tabellenplatzierungen werden anhand der Quotientenregelung ermittelt.“ Die Mannschaftszahlen der einzelnen Ligen sollen dann für die Spielzeit 2020/21 entsprechend angepasst werden.

Jedenfalls seien alle Seiten bestrebt, eine gemeinsame Lösung zu finden: „Für eine möglichst gerechte Behandlung der Vereine in Deutschland, ist eine einheitliche Wertung maßgebend. Dadurch sollen unterschiedliche Voraussetzungen einzelner Landesverbände und Ligen im Hinblick auf die Ermittlung von Aufsteigern vermieden werden, was insbesondere bei einem Aufstieg in überregionale Ligen wichtig ist (Gleichbehandlungsgrundsatz).“

Für die 3. Liga der Männer würde dies bedeuten, dass sie wohl auf eine Stärke von 72 Teams kommen würde, da alle Oberliga-Aufstiegskandidaten wohl aufgenommen werden sollten. Wie diese erhöhte Anzahl von Drittliga-Teams verteilt dann werden soll (zusätzliche Staffel oder mehr Spieltage) ist zur Zeit noch offen. Jedoch sollen aller Wahrscheinlichkeit nach der kommende Saisonstart wie auch das Rundenende nach hinten verschoben werden. Ursprünglich wäre der Auftakt Ende August gewesen. Da aber in vielen Bundesländern Hallen-Training noch lange nicht möglich ist, Spiele vor der Öffentlichkeit gänzlich ausgeschlossen sind, wird nun Mitte bis Ende September als Beginn der Spielzeit angepeilt. Offizielle der HG Oftersheim/Schwetzingen wie auch deren Chef Peter Knapp, gleichfalls Präsident des Badischen Handball-Verbandes und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Verbände, wollten sich dazu noch nicht äußern, erst einmal abwarten, bis eine offizielle Bestätigung und weitere Details vorliegen würden. Allerdings sind sie sich ziemlich sicher, dass es wohl so kommen wird.