Etwas verrückter Spieltag

Es war ein schon leicht verrückter Spieltag mit entweder nicht vorkalkulierten Ergebnissen oder abrupt wechselnden Spielverläufen, die zwischenzeitlich manch einer nicht mehr so erwartet hatte. Dabei wurden nur sechs der ursprünglich einmal acht angesetzten Partien ausgetragen.

SC DHfK Leipzig II – TV Großwallstadt 33:27 (18:17)

Wandelt der TVG auf den Spuren Eisenachs? Der ThSV hat sich letzte Saison nach feststehendem Staffelsieg auch die eine oder andere Schwäche geleistet. Jetzt dürfte die Großwallstadter Niederlage in Leipzig als größte Überraschung des Spieltages gelten. „Wir haben heute fest an einen Sieg geglaubt. Dabei hat fast alles funktioniert“, freute sich der vierfache SC-Torschütze Julius Meyer-Siebert, sein Coach Enrico Henoch lobte die „stabilen Leistungen über 60 Minuten“. „Wir haben nichts auf die Platte bekommen. Es haben heute ein paar Prozent zu viel gefehlt“, musste indes der unterlegene Trainer Ralf Bader gegenüber seiner Lokalzeitung einräumen.

Irritierend ein wenig ein Artikel des Main-Echo im Vorfeld der Partie mit der Überschrift: „Verfolger beantragen keine Lizenz: Dem TVG winkt der Aufstieg in die 2. Bundesliga“. Dieser Fakt ist allerdings völlig unerheblich, denn nur der Erstplatzierte jeder Staffel nimmt an der Aufstiegsrelegation teil. Der TVG muss seine künftigen Ausrutscher also gut dosieren, aber jetzt gegen Wetzlar II sollte ja in Elsenfeld nichts anbrennen – oder doch?

Northeimer HC – HSG Rodgau Nieder-Roden 36:33 (16:19)

Sicherlich auch als „zumindest nicht ganz zu erwarten“, dürfte dieser Erfolg der Niedersachsen über den vormaligen Zweiten einzustufen sein, die zuletzt doch eher enttäuscht hatten. Allerdings haben sie zuhause seit Oktober nur gegen Großwallstadt verloren. Es bedurfte aber einer Steigerung nach der Pause, um diese wichtigen Punkte im Abstiegskampf einzufahren. „Wir haben uns eben nicht aus der Ruhe bringen lassen“, sagte Keeper Fabian Ullrich dem Göttinger Tageblatt. „Wir haben ohne Abwehr und ohne Torwart gespielt“, war indes vom enttäuschten Jan Redmann, Nieder-Rodens Trainer, in der Offenbach-Post zu lesen. Gegen Dresden II soll jetzt mehr rausspringen.

GSV E Baunatal – HSG Hanau 31:25 (19:7)

Sie wollten Revanche, aber sie wurde ihnen verwehrt. Den Handballern Hanaus scheint das Baunataler Team einfach nicht zu liegen. Es ist wohl keine Übertreibung zu behaupten, dass sie nach dem 6:8 (16.) mit einem 11:1-Lauf der Hausherren (später auch 30:19) förmlich abgefackelt wurden. Das sieht auch HSG-Trainer Oliver Lücke ähnlich: „Die Niederläge hätte höher ausfallen müssen.“ „Wir waren gut vorbereitet und haben überragend gedeckt. Unser Plan ist genau aufgegangen“, freute sich dafür der siegreiche Coach Dennis Weinrich in der HNA und hofft, gegen Northeimer an dieses Match anzuknüpfen.

TVG Großsachsen – HG Oftersheim/Schwetzingen 22:24 (12:7)

Im reinen Zahlenvergleich hat sich die HG schon etwas besser als Hanau in Baunatal geschlagen, sah aber beim 10:3 (21.) auch wie ein sicherer, hilfloser Verlierer aus. Doch dann griff Oftersheim/Schwetzingens Übungsleiter Holger Löhr nach zweiter Auszeit zum taktischen Mittel des siebten Feldspielers. Als „unfair“ empfand dies Handball-Romantiker und TVG-Coach Stefan Pohl. Das komplette Trainergespräch gibt es im Großsachsener  YouTube-Kanal. Löhr bereitet indes sein Team auf Leipzigs Unterbau vor.

HCE Dresden II – TV Gelnhausen 32:30 (16:14)

Gelnhausens Negativspirale hält an. Mit der vierten Niederlage im fünften Spiel wird die Lage zwar noch nicht bedrohlich, aber bereinigt ist die Situation auch noch nicht. Ein Zwischenspurt nach der Pause sorgte für das nötige Polster der Sachsen, um am Ende jubeln zu dürfen und im Klassement an den Hessen vorbeizuziehen. Gelnhausen darf jetzt eine Runde aussetzen (Nußloch wäre sonst gekommen) und Wunden lecken.

TV Kirchzell – HSC Bad Neustadt 29:18 (16:7)

Vorletzter gegen Letzter und ersterer gewinnt überdeutlich. Vom erwarteten „Abstiegskrimi“ (Main-Echo) im „Schlüsselspiel“ (Main-Post) war nichts zu sehen. Der HSC darf sich spätestens jetzt mit der Planung für die Bayernliga beschäftigen. Neustadts völlig konsternierter Coach Frank Ihl hatte dann auch eine „grausame Leistung“ der Seinen gesehen, übt sich nur noch dezent in Durchhalteparolen: „Der Klassenerhalt ist zwar noch theoretisch möglich, doch müsste viel passieren, wenn wir das noch schaffen.“ Jetzt kommt Großsachsen an die Saale ins Grabfeld.

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II – HSG Bieberau/Modau  abgesetzt

Schiedsrichter und Gäste-Team gerieten in eine Vollsperrung auf der Autobahn. Der DHB setzte die Partie ab und nun wird nach einem Ersatztermin gesucht. Zuvor erwartet Bieberau/Modau nun den TV Kirchzell bereits am Freitag.

SG Nußloch – SG Leutershausen aus der Wertung genommen

Die SGL hatte dadurch etwas mehr Zeit, sich auf ihre Partie gegen die HSG Hanau vorzubereiten. mj