HG kämpft Northeim mit 32:27 (16:14) nieder

Es war ein hartes Stück Arbeit bis die HG Oftersheim/Schwetzingen den Northeimer HC, einen der Abstiegskandidaten der 3. Handball-Liga, mit 32:27 (16:14) niedergerungen hatte. Aber es war auch ein Gegner, „der individuell sehr gut aufgestellt war“, urteilte Trainer Holger Löhr.

Dementsprechend tat sich das Heimteam über gut zwei Drittel der Partie recht schwer. Zu Beginn zeigte es sich aber sehr präsent, ein Beleg für die nun wieder verbesserte Trainingsarbeit mit mehr teilnehmenden Spielern, schätzte der HG-Coach ein. „Dadurch sind wir taktisch variabler.“ Northeim, das zunächst mit einer weiten 3:2:1-Formation den Hausherren die Stirn bot, demonstrierte phasenweise, warum es so tief im Keller steckt. Einzig Tim Gerstmann, der gerade klassenunabhängig bei den Niedersachsen verlängert hat, stemmte sich mit aller Macht gegen eine drohende Klatsche. Er tauchte ständig auf allen Rückraumpositionen auf und sorgte mit seinen Toren (8) und Anspielen dafür, dass der NHC nicht völlig abgehängt wurde. Er war auch mitverantwortlich dafür, dass die HG vor der Pause ihren guten Vorsprung weggab, in dem sie sich einige Fehlwürfe leistete, Gerstmann indes weiterhin traf.

Ein Manko, dass mit einem Doppelschlag von Tom Jansen, dem HG-Halbrechten nach dem Seitenwechsel behoben schien und NHC-Coach Carsten Barnkothe gleich zur Auszeitkarte greifen ließ (36.). Und dies mit durchaus sichtbarem Erfolg, sein Team glich aus, blieb dann mit dem Gastgeber gleichauf, der sich aber nie einem Rückstand konfrontiert sah. „Die Zeit und die Probleme vor und nach der Pause sind Dinge, über die wir natürlich reden müssen“, kündigte Löhr wohl eine intensive Videonachbehandlung an. „Wir haben in der zweiten Hälfte viel zu viele einfache Tore bekommen.“ Aber allmählich fingen sich Deckung und Torhüter Maximilian Herb, schafften es, den Gast wieder auf etwas Distanz zu halten. „Und am Ende haben die Jungs, neben und mit ihrer guten Physis, unsere taktischen Anweisungen gut umgesetzt. Wir können auch sonst niemandem vorwerfen, dass er nicht immer alles gibt.“

Barnkothe machte eine Verletzung im Laufe der zweiten 30 Minuten von seinem Abwehrchef Jakob Nowak für die letztliche Niederlage verantwortlich. „In diesem ausschlaggebenden Moment war das sehr bitter für uns.“

Drei Verlängerungen und ein „Neuer“

„Allgemein geht es bei den Handballern jetzt in die heiße Phase mit Vertragsverlängerungen und der Bekanntgabe von Neuverpflichtungen“, meinte Martin Schmitt, sportlicher Leiter der HG Oftersheim/Schwetzingen, „so jetzt auch bei uns“. Er freute sich, bekanntgeben zu dürfen, dass Trainer Holger Löhr sein Ja-Wort für ein weiteres Jahr zugesichert hat, die HG somit in ein viertes Drittliga-Jahr mit ihm gehen wird.

Weiter mit dabei wird auch Mittelmann Jerrit Jungmann sein, der allerdings in der ersten Saisonhälfte noch fehlen wird, da der 20-Jährige ein Auslandssemester bestreiten will. Ebenso hat Tormann Benedikt Müller seine Zusage für 2020/21 signalisiert. Ohnehin über das aktuelle Rundenende hinaus bleiben Keeper Maximilian Herb, Max Barthelmeß, Florian Burmeister, Kevin Suschlik und Moritz Schmidberger den Fans erhalten.

Neu hinzu kommt mit Christian Wahl ein weiterer Rückraum-Akteur, auch auf der Mitte einsetzbar. „Wahl ist für unsere Verhältnisse ein sehr erfahrener Mann“, teilte Schmitt mit. Während bei Oftersheim/Schwetzingen ja meist recht junge Spieler aus der Region, von den Universitäten oder natürlich auch aus der eigenen Nachwuchsabteilung Fuß fassen, ist der Schwabe mit 29 Jahren (1,83 Meter bei 82 Kilogramm) schon eine reifere Ausgabe. Wahl kommt vom SV Kornwestheim, wo er aber in der aktuellen Drittligasaison nur zehn Partien absolvierte und dabei 26 Tore warf. Ähnlich wie demnächst Jungmann hat er gerade ein dreimonatiges Auslandspraktikum in Shanghai hinter sich gebracht. Zuvor, neben seinen beiden Zeiten in Kornwestheim, hatte er auch schon für den TV Neuhausen und HBW Balingen-Weilstetten den Ball geworfen, war dabei auch schon auf die HG getroffen. Und die Erklärung, warum die Wahl von Wahl auf die Kurpfalz und Oftersheim/Schwetzingen gefallen ist, lieferte Schmitt noch hinzu. Er verlege „der Liebe wegen“ seinen Lebensmittpunkt Richtung Walldorf.

HG: Herb, Müller; Barthelmeß, Messerschmidt (4), Jansen (7), Schmidberger (2), L. Sauer (5/1), Krämer (1), Jungmann (1), Suschlik (2), A. Sauer (4/4), Burmeister (6), Kubitschek, Schleidweiler. mj