Julian Zipf beendet nach Schulterverletzung aktive Karriere / Ambitionen als Trainer

Julian Zipf ist ein Vollblut-Handballer, auch wenn er es zuletzt nicht mehr unter Beweis stellen durfte. Schon von klein auf war er für die HG Oftersheim/Schwetzingen auf Torejagd, doch nach einer schweren Schulterverletzung hat er jetzt den Entschluss gefasst, seine aktive Laufbahn vorerst zu beenden und sich voll und ganz auf das Trainergeschäft zu konzentrieren. Im Gespräch mit unserer Zeitung schildert er die Beweggründe, die zu seiner Entscheidung geführt haben.

Julian Zipf, Sie werden Ihre aktive Karriere als Handballer im Alter von 22 Jahren beenden. Wann haben Sie sich nach Ihrer schweren Schulterverletzung dazu entschieden, diesen Schritt zu gehen?

Julian Zipf: Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich mich schon kurz nach der Operation im Juni damit beschäftigt, nachdem ich mich mit meinem Arzt unterhalten hatte. Er riet mir von einer Karriere als Leistungshandballer ab und ich hatte da schon erste Gedanken in Richtung Trainerkarriere und habe mich gefragt, was ich machen möchte. Ich wollte erst einmal abwarten, habe mich aber mit unserem Sportlichen Leiter Martin Schmitt und Trainer Holger Löhr durchgehend ausgetauscht. Jetzt ist die Entscheidung dahingehend gefallen, dass ich die zweite Mannschaft übernehmen darf und darauf freue ich mich auch.

Wann haben Sie die Mannschaft darüber informiert?

Zipf: Vereinzelt wussten es die Jungs schon, aber offiziell habe ich es ihnen am vergangenen Sonntag mitgeteilt. Das ist mir schon sehr schwergefallen, denn ich habe fast mein komplettes Leben Handball gespielt oder war in den Hallen unterwegs.

Sie hatten bereits eine schwere Knieverletzung, als bei Ihnen ein Knorpelschaden diagnostiziert wurde. War die jetzt getroffene Entscheidung auch dieser zweiten schweren Verletzung geschuldet?

Zipf: Ich bin schon vernünftiger geworden. Das Knie haben wir wieder ganz gut hinbekommen und ich denke, dass wir auch die Schulter wieder hinbekommen, aber ich glaube, dass ich auf der Trainerposition eine bessere Perspektive habe. Ich bin da schon sehr ehrgeizig und möchte es so weit wie möglich nach oben schaffen.

Ist das Karriereende eine endgültige Entscheidung?

Zipf: Ich lasse mir noch ein Hintertürchen offen. Ich wurde in der 3. Liga häufig in der Abwehr eingesetzt und habe meine Sache ganz ordentlich gemacht und wenn ich an den ehemaligen Weltklasse-Defensivspezialisten Tobias Karlsson denke, dann hat er mit seiner kaputten Schulter auch noch Karriere gemacht. Vielleicht schaffe ich es noch einmal über die Abwehr auf die Platte.

Wie groß sind die Probleme im Alltag?

Zipf: Da habe ich eigentlich keine Probleme, die Schulter ist wieder hergestellt. Die Reha-Maßnahmen sind abgeschlossen, jetzt mache ich Krafttraining, um die Schulter zu stabilisieren. Ich bin aber auch Sportstudent in Heidelberg und deswegen haben sich meine Prioritäten verschoben. Ich möchte das Risiko reduzieren, denn im Studium brauche ich die Schulter.

Wie nahe werden Sie noch an der Mannschaft dran sein?

Zipf: So nah wie möglich. Ich möchte im Training vorbeischauen und bei den Spielen dabei sein. Mit Holger Löhr sitze ich häufig zusammen, um mit ihm die Marschroute abzuklären und, um dabei dazuzulernen. Ab April bin ich dann beim Deutschen Handball-Bund und mache dort ein Praktikum im Bereich Leistungssport. Ich habe noch eine Menge Lernbedarf und möchte nach der B-Lizenz, die ich bereits besitze, die A-Lizenz angehen. mjw