Kommt der geneigte Drittliga-Handball-fan in die Schwetzinger Nordstadthalle, kann man seinem Antlitz kaum entgehen. Überall hängen Plakate mit seinem Konterfei aus, liegen Flyer herum. Die Rede ist von Kreisläufer Niklas Krämer, von allen nur „Nigges“ genannt, der als Werbegesicht die Abo-Aktion unserer Zeitung, dem HG-Medienpartner, zugunsten des HG-Jugendförderkreises promotet.

Krämer war schon lange immer seiner Zeit voraus, trug – gemeinsam mit Jahrgangskollege Max Barthelmeß – bereits als B-Jugendlicher Verantwortung im damaligen A-Jugend-Bundesligateam, stieg als 17-Jähriger bei den Badenliga-Männern ein und wurde dann aber schnell in die „Erste“ integriert. Wie gut er da einbezogen wurde, dokumentiert sich auch darin, dass er fast gleich Mitglied des Mannschaftsrates wurde.

Sein Trainer Holger Löhr hat ebenfalls Lob für ihn bereit: „Er hat in seinem jungen Alter eine gute Entwicklung genommen und ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft.“ Aber er gibt ihm auch mit auf seinen weiteren Weg: „Nigges muss hart an sich arbeiten, um den nächsten Schritt zu gehen, sowohl spielerisch wie auch innerhalb des Teams.“

Sein handballerischen Aufstieg hat aber auch Dellen zu verzeichnen, er kämpft schon lange mit Rückenproblemen. Nicht umsonst hat er in seinem aktuellen Profil als persönliche Saisonziel vorgeben: „verletzungsfrei bleiben“ sowie „die Bandscheiben wieder in die richtige Position zu schieben“. Mittlerweile ist der inzwischen 20-jährige Mannheimer da auf dem Weg zur Besserung und will gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II seine ganze Kampfkraft in die Waagschale werfen. Er gibt in einem kurzen Gespräch etwas Einblick in die Hintergründe.

Was lief da mit dem Rücken im wahrsten Sinne des Wortes „schief“?

Niklas Krämer: Ich hatte zu Beginn letzten Jahres immer wieder vereinzelt auftretende Rückenschmerzen, welche aber im Laufe der Vorbereitung für die Saison 18/19 immer schlimmer wurden und ich mich entschied, zum Arzt zu gehen. Ein MRT im August lieferte dann die Diagnose, zwei Bandscheibenvorfälle in der Lendenwirbelsäule. Für mich definitiv ein Schock.

Wie ist es aktuell, wie sieht die Vorhersage aus?

Krämer: Die Prognose ist gut. Ich habe derzeit keine Probleme. Bei so einer Verletzung ist es nicht nur mit Pause getan, bis man beschwerdefrei ist. Ich investiere dabei viel Zeit, um gesund zu bleiben. Hierzu zählen spezielle Übungen vor und nach dem Training, sowie Physiotherapie. Zusätzlich dazu befinde ich mich in Behandlung bei einem Chiropraktiker.

Wie läuft es mit der Ausbildung und der zeitlichen Koordination?

Krämer: Das Studium läuft gut. Ich bin derzeit im fünften Semester und so neigt sich das Studium langsam dem Ende zu. Zeitlich ist das natürlich sehr, sehr aufwendig mit Studium und Handball und erfordert viel Planung.

Fünf Wörter würden nicht reichen, dich zu beschreiben, steht in deinem Profil. Geht es in einer längeren Version?

Krämer: Sich selbst zu beschreiben erachte ich als äußerst schwierig. Generell würde ich mich aber als humorvoll und lustig bezeichnen. Des Weiteren würde ich mich privat nicht mit der Person auf dem Spielfeld gleichsetzen. 

Wie gestaltet sich nach dem Ende des Grünen Baums derzeit die dritte Hyänen-Halbzeit?

Krämer: Mit dem Theken-Abriss des Grünen Baums ist natürlich eine wichtige soziale Säule des Teams weggefallen. Derzeit kann man noch keine genaue Abendgestaltung ausmachen. Diese erfolgt aktuell noch nach dem "GWG"-Prinzip: Gucke was geht.

Wie sehen die weiteren sportlichen Wünsche und Ziele aus?

Krämer: Sportliche Ziele auszumachen, ist immer sehr schwierig, da in diese viele Faktoren einfließen. Ein vorhaben, welches ich aber stetig verfolge, ist meine persönliche Weiterentwicklung, da ich das Gefühl habe, dass sowohl körperlich als auch spielerisch mehr in mir steckt.

HG Oftersheim/Schwetzingen – HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II (Sonntag, 16.30 Uhr, Nordstadthalle Schwetzingen)