Das Main-Echo schrieb in seiner Vorschau schon davon, dass dem TV Großwallstadt Tabellenführer werden könne, aber daraus wurde nichts. Die SG Nußloch behauptete mit einem torreichen Erfolg gegen Gelnhausen die Spitzenposition vor der SG Leutershausen, die in Hanau dem Gastgeber seine dritte Heimniederlage in Folge bescherte. Auffällig ist, wie eng manche Spiele an diesem Wochenende lange blieben, aber ganz ungewöhnlich ist es in dieser Staffel nun auch wieder nicht, denn durchschnittlich enden die Partien nur mit 1,1 Toren Differenz zugunsten der jeweiligen Heimmannschaft.

SG Nußloch – TV Gelnhausen  41:35 (21:16)

Tempo- und torreich gestaltet sich diese Begegnung, bei der die SGN bis zum 33:22 das Gaspedal volldurchtrat, dann aber hinten wohl etwas Milde walten ließ, ohne die Kontrolle zu verlieren. Gelnhausen blickt nun gespannt auf das Derby mit Tabellen-Nachbar (beide 11:11 Punkte) Hanau voraus.

HSG Hanau – SG Leutershausen 23:26 (8:11)

Mit neuem Trainer – jetzt Oliver Lücke für Oliver Schulz – sollte die dritte Heimpleite in Folge abgewendet werden, aber die SGL erwies sich als „der falsche Gegner zu diesem Zeitpunkt“ (Lücke zur Ofenbach-Post). Aber wenigstens hätten Kampfgeist und Einsatzbereitschaft wieder gestimmt. Die HSG musste früh auf Michael Malik verzichten, der nach einem Siebenmeterkopftreffer bei Alexander Hübe Rot gesehen hatte (22.). Die SGL hatte dann auf Sieg gestellt (9:17), bevor die Mainanrainer noch einmal aufkamen, aber eben zu spät. Jetzt erwartet Leutershausen den Northeimer HC.

HCE Dresden II – HSG Rodgau Nieder-Roden 29:37 (16:16)

Nach zunächst beidseitig dürftiger Deckungsleistung, fing sich die Gästeabwehr nach der Pause als erstes und zog vorentscheidend meist via Konter davon (19:25) und setzt unerbittlich nach. Eine wohl gute Grundlage für das anstehende Spitzentreffen mit Nußloch.

TV Kirchzell – HSG Bieberau/Modau 18:19 (10:9)

Beim TVK hatte man sich gefreut, wieder ein Heimspiel zu haben. Diese wurde aber durch die knappe Niederlage jäh getrübt. Ein torloser Blackout nach dem Seitenwechsel brachte die Vorentscheidung, auch wenn der Gast in dem abwehrdominierten, aber nicht sonderlich hochklassigen Match nur fünffach in dieser Zeitspanne traf (11:14). Kirchzell kämpfte sich noch einmal zurück, aber eben nicht ganz. Die HSG will nun auch zuhause wieder gewinnen – gegen Großsachsen.

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II – TV Großwallstadt 28:27 (13:16)

Bei TVG hatte man ausgemacht, dass der Gastgeber aufgrund des möglicherweise drohenden Rückzuges „keine richtigen Mannschaftsziele“ mehr habe, aber die HSG „hatte nichts zu verlieren, ging recht entspannt“ (Wetzlars Trainer Thomas Weber) in diesen Vergleich und holte gegen den großen Favoriten einen „Sieg, der der Seele gut tut“ (Weber auf Mittelhessen.de). Die größere Kampfbereitschaft seiner Jungs gab letztlich den Ausschlag, sie agierten leidenschaftlicher. Ein „bitterer Abend“ für den Altmeister titelte die TVG-Presse, als der siebten Seriensieg ausgeblieben war. Ein Nachlassen in der Deckungsarbeit war für TVG-Coach Ralf Bader ursächlich für das Aufkommen der Hausherren, nachdem Großwallstadt zu Beginn  (5:11/18.) auftrumpfte. Der TVG hat nun den „kleinen“ Nachbarn Kirchzell zu Gast.

SC DHfK Leipzig II – HG Oftersheim/Schwetzingen 31:30 (17:15)

Mit etwas mehr „Abgezockheit“ (HG-Trainer Holger Löhr in der Schwetzinger Zeitung) hätte es vielleicht auch zu mehr gereicht. So erkannte der Ex-Nationalspieler den Sieg der Messestädter neidlos als verdient an, die durchgehend geführt hatten und beim 30:26 (56.) eigentlich schon durch waren. „Es war ein heißer Kampf über 60 Minuten, der durch unsere starke Teamleistung belohnt wurde“, urteilte Leipzigs Rechtsaußen Jonas Hellmann. Zur HG kommt nun die Wundertüte von Dutenhofen/Münchholzhausen II.

Northeimer HC – GSV E Baunatal 27:27 (13:17)

Dieses Remis dürfte Baunatal, welches derzeit einigermaßen fest im Mittelfeld verankert ist, mehr helfen, als dem NHC im Tabellenkeller, der aber in seinen Reaktionen zufriedener wirkte. Trainer Carsten Barnkothe lobte im Göttinger Tagblatt eine „großartige kämpferische Leistung“, die den Punkt gesichert habe. Dafür herrschte beim Gast ein gewisser Ärger darüber, dass kein Auswärtssieg eingefahren wurde. Schließlich hatten die Hessen die meiste Zeit, teilweise sogar deutlich, geführt (1:5, 13:17, 25:27). Aber, frei nach dem Phrasenschwein, der Abpfiff ertönt halt immer erst nach 60 Minuten. „Wir waren über das gesamte Spiel die bessere Mannschaft“, meinte auch der sechsfache Baunataler Torschütze Felix Geßner gegenüber der HNA, „und haben den Sieg verschenkt“. Dies soll sich nun gegen Dresden II nicht wiederholen.

TVG Großsachsen – HSC Bad Neustadt 31:28 (14:14)

Diesmal hat der TVG seinen Heimauftritt nicht vermasselt, ließ sich nicht wieder die Butter vom Brot nehmen, wie schon in Wiederholungen geschehen. Ab dem 19:20 wurde ein Vorsprung aufgebaut und ins Ziel gebracht, auch weil den Spielern des HSC, der erstmals mit der Taktik des siebten Feldspielers agierte, gegen Ende mal wieder die Luft auszugehen schien. Benjamin Trautvetter soll nun als Co-Trainer und Kreisläufer (markierte fünf Treffer in Großsachsen) neuen Schwung bei den Franken reinbringen. Igor Mjanowski muss dafür seinen Platz räumen und wird gegen Leipzig nicht mehr auf der Bank sitzen. mj