Verrückte 120 Sekunden in Groß-Bieberau führen zum Spitzenreitersturz

SG Leutershausen übernimmt Tabellenführung

Die Mitte-Staffel der 3. Handball-Liga hat einen neuen Tabellenführer. Nachdem Bieberau/Modau bereits am Freitagabend das zweite Spiel in Folge verlor (diesmal gegen Gelnhausen), war relativ klar, dass es einen Wechsel an der Tabellenspitze geben sollte.

Doch erneut lehnte Rodgau Nieder-Roden das Angebot zum Machtwechsel ab, verlor bei Leipzig II. Den Matchball nahm dann dafür die SG Leutershausen auf, die sich in Bad Neustadt durch und auf die 1 des Klassements setzte. Ihr zur Seite steht virtuell – bei einem ausgetragenen Spiel weniger – der TV Großwallstadt mit ebenfalls drei Minuspunkten. Generell war es ein Spieltag mit einigen ziemlich späten Entscheidungen . . .

HSC Bad Neustadt – SG Leutershausen 29:32 (16:16)

Dass die SGL nun an der Tabellenspitze steht, ist alles andere als selbstverständlich. Das Schlusslicht wollte bis fast in die Schlussphase nicht klein beigeben (24:22). Dann stellte Leutershausen Coach Frank Schmitt seine Deckung um und die Weichen auf Sieg sowie Spitzenposition (24:27. Jetzt lockt der Inner-Kurpfälzer-Vergleich mit Oftersheim/Schwetzingen die Massen an die Bergstraße.

TV Großwallstadt – Northeimer HC 33:22 (15:14)

In der ersten Spielhälfte ließ der Gastgeber noch zu viel schleifen, die Niedersachsen durften sich auf Augenhöhe wähnen, während sie nach der Pause völlig „den Faden verloren“, musste NHC-Coach Carsten Barnkothe eingestehen, zumal er da seinen Spielmacher Tim Gerstmann mit einer Augenverletzung verloren hatte. Innerhalb von zehn bis 18 Minuten war die Begegnung entschieden (20:14, 29:16). Dabei hieß es zuvor, die „heftige Pleite“ der Vorwoche in Schwetzingen sei aufgearbeitet, jetzt setzte es aber dann doch gleich die nächste. Gegen Wetzlar II will der NHC jetzt endlich wieder gewinnen.

TV Kirchzell – SG Nußloch 16:33 (9:14)

Oftmals leistete Newcomer Kirchzell erbitterten Widerstand, verlor nur knapp. Diesmal stand der Außenseiter aber vom Start weg auf verlorenem Posten. Die SGN (badische Bergstraße Süd) freut sich jetzt auf den Gang mit Großsachsen (badische Bergstraße Mitte), dem zweiten Kurpfalz-Derby neben der Partie SGL – HG O/S.

HSG Bieberau/Modau – TV Gelnhausen 25:26 (11:15)

Gelnhausen, das sich so ziemlich unkonstant durch die Saison schlängelt und somit ein ausgeglichenen Zählerstand aufweist, ist für die großen Paukenschläge zuständig. Am zweiten Spieltag fügte es Großwallstadt gleich eine Niederlage zu, jetzt stürzte es den Spitzenreiter. Dabei hatte dieser noch 25:23 geführt, aber 120 Sekunden waren noch zu spielen. Erst trafen Jonathan Malolepszy und Dennis Weit zum Anschluss, dann mit dem Abpfiff erneut Malolepszy per Siebenmeter zum Sieg. Jetzt kommt Bad Neustadt von der Saale in die Spessart-Stadt an der Kinzig.

HG Oftersheim/Schwetzingen – HSG Hanau 29:29 (10:16)

Eigentlich hatten die Gäste schon ihre Beute (nicht nur in der ersten Halbzeit) im Sack (25:28 nach 23:23), aber Tatsache ist auch, dass eine Partie 60 Minuten dauert – oder länger. Und diese 60 Minuten wartete die HG komplett ab und erst nach Ablauf dieser Spielzeit verwandelte Alexander Sauer einen Strafwurf zum Remis. Hanau will sich jetzt gegen Großwallstadt schadlos halten.

SC DHfK Leipzig II – HSG Rodgau Nieder-Roden 31:27 (15:17)

Die Hessen leisteten sich nach dem 16:20 rund zehn schwache Minuten und sechs Gegentreffer in Folge. Die Möglichkeit auf die Tabellenführung schwand dahin. Damit erlitt auch die letzte Mannschaft der Mittestaffel eine Niederlage, kein Team ist mehr unbezwungen. Jetzt kommt der Ex-Spitzenreiter Bieberau/Modau nach Nieder-Roden.

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II – HCE Dresden II 24:24 (11:12)

Mit seinem kleinen, dezimierten Kader (zusätzlich fiel während der Partie Jan Waldgenbach mit Verdacht auf Gehirnerschütterung aus) hat sich der Wetzlarer Unterbau bislang ganz gut durchgeschlagen, jetzt hat es ihn aber – zum ersten Mal auf heimischem Terrain – aber erwischt. Ein letzter Ballgewinn, ein letzter Angriff via Kempa-Trick brachte nicht die ersehnte Punkteteilung. „Man merkt so langsam, dass wir im Rückraum rar besetzt sind“, hielt HSG-Coach Thomas Weber fest. Dresden, welches ohne Routinier Eric Meinhardt antrat, erwartet jetzt Kirchzell zum Kellerduell.

TVG Großsachsen – GSV E Baunatal 26:26 (13:14)

Und wieder stand Großsachsen in eigener Halle nach Führung mit (fast) leeren Händen da, ein bitterer Abend, titelte der TVG-Berichtschreiber. Denn zusätzlich mussten mit Denny Purucker (Außenband) und Timo Zehrbach (vorderes Kreuzband) zwei Verletzte registriert werden. Nach 20:15 lief die Partie den Bergsträßern allmählich aus dem Ruder (21:23). Michell Hildebrandt und Jan Triebskorn retteten nach 24:26 in den letzten 90 Sekunden wenigstens noch einen Zähler. Matthias Deppe, Trainer von Baunatal, war angesichts seines eigenen „Minikaders“ mit dieser Ausbeute zufrieden und will nun gegen Leipzig II die Serie von fünf sieglosen Partien beenden.