Bierberau/Modau nach erster Niederlage nach Minuspunkten nun nur noch gleichauf mit Nieder-Roden

Gedränge an der Spitze und im Mittelfeld

Leutershausen fügte dem bisherigen alleinigen Spitzenreiter der Mitte-Staffel der 3. Liga zwar die ersten Punktverluste zu, stürzte Bieberau/Modau aber nicht ganz. Rodgau Nieder-Roden versäumte es, die Tabellenführung (nach Minuspunkten, ein Spiel weniger ausgetragen) zu übernehmen, als es Großsachsen noch gestattete, in den letzten Zuckungen auszugleichen. Die beiden Hessen-Teams sind nun mit je zwei Negativzählern belastet. Dicht dahinter aufgereiht folgen mit Leutershausen, Großwallstadt, Hanau und Nußloch vier Mannschaften in Schlagdistanz.

SG Leutershausen – HSG Bieberau/Modau                             29:23 (12:12)

Ab dem 18:18 (45.) verlor der Spitzenreiter langsam die Übersicht und die Kontrolle über das Spiel, nachdem er vom Abpfiff weg fast immer geführt hatte, geriet immer weiter in Rückstand. Virtuell verlor der Gast damit vorübergehend seine Spitzenposition (R N-R hatte zu diesem Zeitpunkt nur einen Minuspunkt). Bei der HSG gab es noch Zuwachs im Trainerstab zu vermelden. Der vormalige Großwallstadt-Coach Florian Bauer (musste kurz vor dem Abstieg zu Saisonende gehen) kommt als Assistenztrainer zu Bieberau/Modau.

 

HSG Rodgau Nieder-Roden – TVG Großsachsen                   24:24 (15:14)

Der Kader sei zu dünn besetzt gewesen (elf Feldspieler), um am Ende noch effektiv dagegenzuhalten. Schon beim 20:20 (nach 20:17) war der Gast auf gleicher Höhe, und brachte das Kunststück nach 23:20 und 24:21 mittels siebten Feldspielers noch einmal zustande. „Das kann ich zuhause nicht bringen“, meinte schmunzelnd TVG-Übungsleiter Stefan Pohl, „wenn wir dann den ersten Ball ins leere Tor bekommen, verlässt die Hälfte der Zuschauer die Tribüne“.

 

HSG Hanau – HSC Bad Neustadt                 26:21 (12:10)

Das nackte Ergebnis spiegelt nicht ganz die Geschehnisse wider. Einem starken Beginn widersetzte sich das punktlose Schlusslicht bis nach der Pause (12:11), dann erlosch der Widerstand sukzessive (20:13), dabei wollte sich Bad Neustadt „nicht als Kanonenfutter abstempeln lassen (Neu-Coach Frank Ihl in der Rhön- und Saale-Post), übte dafür aber zu wenig Druck aus dem Rückraum aus. Der finale 5:1-Lauf der Gäste wurmte allerdings Hanaus Trainer Oliver Schulz, „den dürfen wir nicht kassieren“ (Hanauer Anzeiger), genauso wie die Tatsache, dass nach acht freien Fehlwürfen, seine Leute zur Pause nicht höher geführt hätten, sondern Konter hinnehmen mussten. Hanau fährt jetzt zu Oftersheim/Schwetzingen, Bad Neustadt erwartet Leutershausen.

 

SG Nußloch – HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II

Oft hatte sich der dezimierte Wetzlarer Unterbau noch so durchgewurschtelt und Punkte eingeheimst, aber bei der SGN gab es nichts zu holen, zumal sich diese von der Schmach in Großwallstadt rehabilitieren wollte – und dies auch tat – zumindest ab dem 24:22, dann wurden die Hessen ausgekontert. Bei der HSG war Ian Weber (10/6) wieder ins Aufgebot zurückkehrt, bei Nußloch Christian Zeitz (8), die Toptorschützen des Abends. 

 

HCE Dresden II – TV Großwallstadt          23:24 (13:11)

Einmal mehr war es Michael Spatz, der intensiv daran beteiligt war, dass sein Team am Ende noch den Kopf aus der Schlinge zog, allerdings traf Jan Winkler erst in letzter Sekunde zum hauchdünnen Sieg in Überzahl, der erste Auswärtserfolg Großwallstadt überhaupt, eine „Punktlandung“, jubelt die hauseigene Postille. Gegen Northeim soll jetzt dafür gleich der vierte Sieg in Folge nachgelegt werden. Dresden, angeführt von Eric Meinhardt (warf das 23:22), einem weiteren Routinier, versäumte es indes, sich für seinen Auftritt zu belohnen. Elbflorenz wird es sicher auch bei Wetzlar II schwer haben.

 

TV Gelnhausen – SC DHfK Leipzig II                       28:32 (14:18)

Nach dieser schmerzlichen Gelnhäuser Heimniederlage hängen beide Gegner punktgleich im unteren Mittelfeld fest – gemeinsam mit Großsachsen, Oftersheim/Schwetzingen, Baunatal und Northeim, zwei Zähler hinter Dutenhofen/Münchholzhausen II. Doch bei Leipzig herrschte nach drei Niederlagen zuvor, Erleichterung vor. Besonders auch, weil vom Start weg Dominanz demonstriert wurde. Dies sollte Auftrieb für den Job gegen das Top-Team von Nieder-Roden geben. Gelnhausen dürfte weniger selbstbewusst zum Derby nach Groß-Bieberau fahren.

 

GSV E Baunatal – TV Kirchzell                                  24:25 (13:14)

Endlich sind die Punkte zwei und drei für den TVK eingetütet. Es bleibt abzuwarten, ob gegen Nußloch weiter nachgelegt werden kann. Baunatal wird indes versuchen, in Großsachsen nach über einem Monat mal wieder zu siegen, aber Saase wird sich nicht so einfach mehr die Butter vom Brot nehmen lassen. Beim Gastgeber hätte sich nur der Torwart, Patrick Ziebert, in Normalform gezeigt, wurde in der HNA kritisiert. Baunatals Coach Matthias Deppe sah sich gar genötigt, sich für „diese Leistung bei den Zuschauern zu entschuldigen“. Dafür lobte Kirchzells Trainer Andreas Kunz an gleicher Stelle die Abwehrleistung seiner Truppe.

 

Northeimer HC – HG Oftersheim/Schwetzingen                    28:37 (12:21)

Mit diesem Auftritt, dieser Souveränität der HG nach dem anfänglichen 5:4 bis hin zum 20:32, dürften nicht viele (wenn überhaupt) gerechnet haben – schon gar nicht der Gastgeber, der sich im Vorfeld fast schon auf der sicheren Seite wähnte und zuvor sogar noch einen Rückraummann als Verstärkung an Land gezogen hatte. „„Der Gegner hat mit Tempo genau das gespielt, was wir uns eigentlich vorgenommen hatten“, meinte der Neue, Jakob Nowak im Göttinger Tageblatt.

 

mj