Für die HG Oftersheim/Schwetzingen kommt es mit der Drittliga-Partie beim Northeimer HC (Sonntag, 17 Uhr) zu einer Art Premiere.

Noch nie haben Handballer vom TV Schwetzingen oder des TSV Oftersheim (geschweige denn in der Fusionsformation HG) in einer regulären Runde seit Einführung der 2. Bundesliga gegen einen niedersächsischen Vertreter gespielt. Solche Treffen gab es höchsten im Pokalwettbewerb oder bei Relegationsspielen (TV 1995 gegen PSV Wilhelmshaven). So hält auch HG-Trainer Holger Löhr fest: „Das sind für uns unbekannte Gefilde.“

Der Gastgeber, der in seinen vier Drittliga-Spielzeiten immer mal wieder die Staffeln wechselt, hatte sich seinen Saisonstart sicherlich anders ausgemalt. „Nur“ einem Unentschieden gegen den hessischen Meister TV Kirchzell aus Unterfranken folgte ein glanzloser, knapper Sieg gegen Großsachsen. Dann setzte es drei Niederlagen in Serie, zwei davon in eigener Halle, die nur mit Sondergenehmigung des DHB weiterhin genutzt werden darf (zu wenig Platz hinter den Toren). Bei Schlusslicht HSC Bad Neustadt, dem bayrischen Titelträger durfte dann nach hauchdünnem Erfolg zuletzt wieder gejubelt werden. Torhüter Fabian Ullrich (21), der vom Oberligisten HSG Altenhagen-Heepen (Bielefeld) kam, wurde wegen seiner grandiosen Leistung in der ersten Spielhälfte zum Matchwinner erkoren. Mit dieser neu entfachten Euphorie soll nun das enttäuschte Heimpublikum wieder gnädig gestimmt werden.

Dem wollen sich die Kurpfälzer bei dieser relativ langen Anreise (340 Kilometer, Abfahrt 9.30 Uhr) natürlich nicht einfach beugen, sondern mit Vehemenz entgegenstellen. Denn nur der Sieger wird sich einigermaßen im Mittelfeld halten, der Verlierer ist zunächst weiter unten mit dabei. „Das ist tabellarisch ein Team in unseren Regionen, und wir sind selbstbewusst, haben nicht zu verschenken.“ Löhr will nur wenig auf den Gegner blicken: „Der NHC spielt eine stabile 6:0 und hat im Angriff zwei starke Rückraumspieler auf den Halbpositionen, die es für uns, in der Abwehr zu stoppen gilt.“ Ansonsten habe sein Team diese Woche gut trainiert und die zuletzt aufgetretene Problematik analysiert. „Dabei hat sich unsere Mannschaft selbst Druck gemacht. Denn wir sind mehr auf unsere Themen fokussiert.“ Und da hofft der Coach, dass der Substanzverlust bei seinen Leuten, bei denen es nach wie vor wenig Alternativmöglichkeiten gibt, sich bis zum Ende in Grenzen hält. „Wir wechseln zurzeit halt nicht taktisch, sondern immer dann, wenn einer eine Pause braucht.“ – Wenn dann noch jemand verfügbar ist.

mj