Emotionaler Derbysieg lässt Groß-Bieberau/Modau Spitze und „Weiße Weste“ verteidigen

 Der letzte Ausblick auf diesen sechsten Spieltag hat nicht zu viel versprochen, brachte teils spannende Spitzen- und Keller-Partien sowie Derbys (auch in Doppelfunktion), aber mancherorts auch äußerst herbe Ernüchterung. Auch der Ausblick auf die nächste Runde, die schon am Mittwoch eröffnet wird, lässt wieder einiges erhoffen.

HSG Groß-Bieberau/Modau – HSG Hanau              27:25 (15:11)

Oliver Schulz, Trainer der Hanauer, brachte es in der Offenbach-Post auf den Punkt: „So ein Spiel wird oft zwischen den Ohren entschieden.“ Er sollte nicht ganz Unrecht behalten, doch nicht seine Jungs trugen nach 23:22 den Sieg davon. Die turbulente Schlussphase ging an den Tabellenführer, „der die Galligkeit und Einstellung, die man in einem Spitzenspiel vor 1000 Zuschauern braucht“, musste Schulz anerkennen. Die sollten seine Männer nun gegen das punktlose Schlusslicht Bad Neustadt vor sicherlich weniger gefüllten Rängen zeigen.

 

TV Kirchzell – HSG Rodgau Nieder-Roden             21:23 (16:11)

Wieder einmal ging dem TVK die Luft aus, nachdem  er sich zuvor knapp über 30 Minuten lang nicht schlecht präsentierte. Dann gab es in 16 Minuten nur einen heimischen Treffer. Der bislang sieglose Coach Andreas Kunz hatte sich die Saison „schon so schwer vorgestellt“, gab er gegenüber dem Main-Echo zu, doch dass sein Team meist nur recht knapp scheitert, hätte er wohl im Vorfeld der Saison auch nicht geahnt. Zum Matchwinner wurde Nieder-Rodens Keeper Marco Rhein erkoren. Der freut sich sicher schon auf die Begegnung mit einem verunsicherten Großsachsen.

 

SC DHfK Leipzig II – SG Leutershausen                  31:32 (16:15)

Hat die SGL schon ihr Glückskontingent aufgebraucht, oder kann sich das noch länger hinziehen? Dann steht den Hirschbergern eine glorreiche Runde bevor. Ein Treffer von Lucas Gerdon brachte auf den letzten Drücker die Entscheidung, nach einer Auszeit fünf Sekunden vor Ende. „Man kann schon von etwas Dusel sprechen“, sagte SGL-Coach Frank Schmitt, „das hätte natürlich auch anders laufen können“. Und es könnte auch jetzt anders laufen – oder eben besser, denn am Mittwoch eröffnet Leutershausen den Spieltag mit der Partie gegen den Spitzenreiter Bieberau/Modau.

 

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II – GSV E Baunatal                   26:26 (17:15)

Obwohl dauernd dezimiert (stellte diesmal immerhin neun Feldspieler), steht die HSG blendend da, aber auch sie benötigte etwas Fortune und einen Wurf in fast letzter Sekunde, um den einen Punkt festzuhalten. Ole Klimpke sorgte mit einem überraschenden Unterarmwurf – aus der Not geboren – für den Endstand. Er hatte zuvor schon den Anschlusstreffer markiert. Dazwischen musste Wetzlar Torwart Florian Gümbel einen Baunataler Wurf entschärfen. Die GSV Eintracht will nun ihr Konto gegen Kirchzell aufstocken.

 

TV Großwallstadt – SG Nußloch                  34:21 (17:9)

Mit dieser Klatsche hat sich die SGN, die praktisch vom Start weg sang- und klanglos unterging, wieder ein Stück weit von Spitzenansprüchen entfernt, während der TVG seine wieder anmeldet. Allerdings sei der schwach auftretende Gast kein Maßstab für künftige Aufgaben gewesen, heißt es am Untermain, es habe einen klaren „Klassenunterschied“ gegeben. Aber noch ist überhaupt nicht vorentschieden. Die ersten sieben Tabellenplätze trennen nur vier Minuszähler. In diesem Bereich liegt auch Dutenhofen/Münchholzhausen, der nächste Nußlocher Gast.

 

TVG Großsachsen – TV Gelnhausen          24:26 (11:13)

Unter wieder musste Großsachsen einen herben Rückschlag verdauen, statt seinen vermeintlichen Aufwärtstrend fortzusetzen. Ohne „Feuer und Rückhalt“ hätte sich das Heimteam präsentiert, urteilen die Weinheimer Nachrichten. Der Endstand verschleiert, dass Großsachsen schon beim 13:17 (38.) wie ein Verlierer wirkte, aber noch einmal zurückkam (22:22). Mit 23:26 (59:20) war dann aber alles entschieden. Gelnhausen kann sich jetzt gegen Leipzig weiter schadlos halten.

 

HSC Bad Neustadt – Northeimer HC          20:22 (7:12)

Nach starker erster Hälfte geriet der Gast zwar etwas ins Schwimmen, beendete dann aber doch seine Serie von drei Niederlagen. Für das Schlusslicht eine weitere große Enttäuschung. Neu-Trainer Frank Ihl sieht sich „vor einer Mammutaufgabe“ stehen, teilte er der Rhön- und Saale-Post mit. Er hätte in der Offensive zu viele Baustellen ausgemacht.  Der NHC will nun gegen Oftersheim/Schwetzingen weiter nachlegen.

 

HG Oftersheim/Schwetzingen – HCE Dresden II                    25:23 (12:10)

 

Beinahe hätte der Hausherr das Match noch aus der Hand gegeben. Ein Zwischenspurt auf 17:12 brachte noch nicht die nötige Sicherheit. Bei 20:20 bis 23:23 waren die Sachsen wieder mit dabei. Eine „unglückliche Zeitstrafe“ nahm aus Sicht des HCE und seines Trainers Andreas Bolomsky „fühle uns nicht ganz gerecht behandelt“), dem Gast die Chance auf Zählbares.  Jetzt darf Dresden versuchen, Großwallstadt zu ärgern.