HG ringt Dresden förmlich nieder

„Schön war es nicht gerade“, war die fast einhellige Meinung unter den rund 450 Zuschauern des Drittliga-Handball-Spiels in der Nordstadthalle Schwetzingens. Gerade hatte die HG Oftersheim/Schwetzingen den HC Elbflorenz Dresden II mit 25:23 (12:10) niedergerungen, anders kann man es nicht bezeichnen. So ist auch die Reaktion von HG-Trainer Holger Löhr nicht verwunderlich. „Das Ergebnis ist für mich okay, die Spielweise aber absolut nicht. Aber wir haben über den Kampf gewonnen.“ Sein nicht gerade verwöhntes Gegenüber Andreas Bolomsky meinte jedoch: „Für unsere Verhältnisse war das ein sehr ordentliches Spiel, die Mannschaft war okay, der Spielausgang hingegen nicht.“

Und die missliebige Spielweise begann eigentlich schon fast mit dem Anpfiff. Der Gastgeber tat sich gegen die 6:0-Formation der Sachsen, aus denen immer wieder einzelne Verteidiger heraustraten, schwer. Zäh wurde innerhalb von sieben Minuten von Tom Jansen auf 3:1 gestellt. Da waren aber gerade Löhrs Wechselmöglichkeiten auf null geschrumpft. Florian Burmeister hatte sich in der Deckung durch einen Ellenbogen (völlig unabsichtlich und von vielen Entschuldigungen und Hilfsangeboten begleitet) eine Platzwunde eingefangen, musste von Physiotherapeutin Sandra Daub eine Weile zusammengeflickt werden. Da Max Barthelmeß mit Lino Messerschmidt im Angriffs-Abwehr-Modus wechselte, war das Feldspieler-Kontingent zu diesem Zeitpunkt restlos ausgeschöpft.

Während vorne voreilige Abschlüsse Dresden nicht zu sehr ins Hintertreffen gerieten ließen, hielt hinten dafür Torhüter Maximilian Herb seine Jungs im Spiel. Nach einer HCE-Auszeit (7:5/20.) schien es, als ob die HG Oberwasser bekommen würde (11:7/25.), aber schnell war die Chance aufzustocken, wieder vertan.

Ebenso nach dem Seitenwechsel. Endlich mal einige Ballgewinne in der Deckung und schon hatten Alexander Sauer, Kevin Suschlik, Niklas Krämer und Daniel Hideg das 17:12 herausgeworfen (40.). Jetzt schien der Widerstand der Gäste gebrochen, das Match war gelaufen – Fehlanzeige! „Wir haben dann wieder zu viele freie Sachen liegen lassen“, klagte Löhr. „Wir hätten da den Sack zumachen müssen und das Ding nach Hause fahren, aber es gab zu viele einfache Fehler.“ Und diese nutzen die Sachsen postwendend aus, glichen mehrfach aus. „Da sahen wir wieder, jeder in der 3. Liga kann Handball spielen“, erneuerte Löhr seine Forderung nach nie nachlassender Konzentration. „Wir waren erst fokussiert, aber dann kamen die Stockfehler. Da fehlt mir bei einigen ein wenig die Entwicklung, aber das ist auch unserem Training geschuldet.“ In diesem fehlt es halt schlicht und ergreifend an ausreichend Personal, um alle Situationen abzudecken.

Letztmalig war Dresden beim 23:23 gleichauf. Dann bediente Bartelmess Krämer am Kreis und hinten wehrte Keeper Benedikt Müller einen Rückraumwurf ab. Und erneut trat im Angriff Krämer in Szene, wurde siebenmeterreif gefoult, Kapitän Sauer vollstreckte den Strafwurf. Da waren zwar noch zwei Minuten zu absolvieren, aber es ging nichts mehr schief. Symptomatisch für diese Partie, die viele als „nicht schön“ empfunden hatten.

HG: Herb, Müller; Barthelmeß (1), Messerschmidt (3), Jansen (3), Krämer (3), Suschlik (4), A. Sauer (3/2), Burmeister (3), Hideg (5). mj