Nun ist die HG Oftersheim/Schwetzingen in der noch jungen Handball-Drittliga-Saison auch in eigener Halle bezwungen worden. Mit 25:31 unterlag sie der GSV Eintracht Baunatal in einem meist engen Match. Mehrfach hatte sie die vermeintlichen Vorteile auf ihrer Seite, um eine Vorentscheidung herbeizuführen, verschenkte diese aber.So zum Beispiel bei 20:18-Führung und anschließender doppelter Überzahl (20:21/43.). Letztmalig eng war es beim 25:26 (55.), dann trafen nur noch die Hessen, während der Hausherr eine Fahrkarte nach der anderen knipste.

HG-Optimisten machten sich lange Zeit keine Sorgen um ihr Team, wussten sie doch um die Endspurtstärke ihrer Mannschaft, die vor heimischer Kulisse manch‘ enges Match – meist mit Rückstand behaftet – noch für sich entschieden hat. So wie in der Rückrunde der letzten Saison oder vor zwei Wochen gegen Gelnhausen, welches übrigens dafür anschließend Topfavorit Großwallstadt bezwungen hat. Ein frühes 2:5 wurde durchaus weggesteckt. Die 3:2:1-Deckung der Hessen sorgte für etwas Sand im Rückraum-Getriebe der Hausherren. „Wir haben uns intensiv auf diese Ache mit Burmeister, Barthelmeß und Jansen im Zusammenspiel mit Kreisläufer Messerschmidt vorbereitet“, erklärte Baunatals Trainer Matthias Deppe. „Und die Aufgabe wurde vom Team hervorragend gelöst. Wir haben das gut verteidigt, jeder hat sich eingebracht.“

Trotzdem ließ sich der Gastgeber nicht abschütteln. Teilweise unter Einsatz des siebten Feldspielers in der ersten und zweiten Welle wurde der Anschluss gewahrt. Aber die Rückraumakteure und eben Lino Messerschmidt sowie Niklas Krämer und Alexander Kubitschek am Kreis mussten dafür viel inverstieren. Zusätzlich schulterten sie die Last in der Deckung. Und da lag an diesem Tag der einzige größere Kritikpunkt von Löhr: „Die Abwehr war zu passiv und mit der Arbeit im Innenblock bin ich heute überhaupt nicht zufrieden.“

Dass die Partie möglicherweise eine andere Richtung hätte nehmen können, zeigte sich mehrfach. Nach dem 9:10 (20., Maximilian Herb hatte inzwischen für den glücklosen, oft allein gelassenen Benedikt Müller den Platz im Tor übernommen) schaffte die HG in zwei Versuchen keinen eigenen Treffer musste aber einen weiteren einstecken. Später ging es im Gleichschritt Richtung Pause: 11:11, 12:12, 13:13.

Nach dem Seitenwechsel schien sich das Blatt zu wenden. Mit einer ersten starken Parade schickte Herb nicht nur ein Signal ans Publikum und den Gegner sondern Kevin Suschlik auf der rechten Außenbahn auf die Reise, der zum 15:15 einlochte. Die HG-Deckung – nun auf 5:1 umgestellt – sorgte in Kombination mit Herb für Ballgewinne. „Die Leistung des Torwarts hängt viel vom Zusammenspiel mit der Abwehr ab“, erläuterte Löhr. „Steht der Block, hat es auch der Keeper leichter“, was in dieser Phase der Fall war. Florian Burmeister, Spielmacher und Siebenmeterschütze Max Barthelmeß sowie Tom Jansen sorgten für eine erste (17:16), dann nach 17:18 gar für eine Drei-Tore-Führung (20:18/42.).

Die Partie schien gekippt, zumal Baunatal doppelt dezimiert war. „Wir wollten auf drei Tore wegziehen. Deshalb habe ich da die Auszeit genommen“, blickte Löhr auf die wohl vorentscheidenden Szenen zurück. „Aber da haben wir es dann verloren.“ Nach Wurfpech und technischen Fehlern trifft die GSV Eintracht dreifach in Unterzahl, legt noch einen nach (20:22/45.) und die HG muss sich strecken, dranzubleiben – letztlich vergeblich.

Mit finalen Kraftakten versuchten die HG-Protagonisten, die fehlenden Treffer noch zu buchen. Doch die Aktionen Marke Brechstange blieben meist an Pfosten oder bei Keeper Marina Mügge hängen oder gar im Ansatz stecken. Denn es fehlte eben jene restliche Kraft, die dafür nötig gewesen wäre. „Wir haben alles rein gehauen, was wir haben“, wollte HG-Coach Holger Löhr seinen Leuten absolut keinen Vorwurf machen. Sie hatten gekämpft bis zum nicht nur sprichwörtlichen Umfallen. „Doch wenn die Jungs so ein Pensum auf Dauer abspulen, dann geht das nicht gut, sowie bei uns ab ungefähr der 45. Minute. Lässt die Kraft nach, fehlt die Konzentration und die Präzision bei den Würfen. Die Jungs sind hinten raus einfach platt.“

So fällt auch die Bilanz von Müller aus: „Es war ein durchgängig offenes Spiel, welches durch die höhere Fehlerquote unserseits entschieden. Knackpunkt war, denke ich, dass wir bei 20:18 einen 0:4-Lauf kassieren und anschließend lediglich noch auf 25:26 rankommen. Hinten raus haben uns dann einfach die Körner gefehlt. Insgesamt haben wir es aber leider nicht geschafft, eine stabile Abwehr im Verbund mit Torwart zu stellen, wobei Max im zweiten Durchgang gut und uns im Spiel gehalten hat.“

HG: Herb (20. -), Müller; Barthelmeß (8/5), Burmeister (6), Jansen (3), Kubitschek, Lemke (1), Messerschmidt (3), A. Sauer (2), Suschlik (2). mj