HG O/S geht in Rodgau unter

Da war irgendwie nichts zu holen für die Drittliga-Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen. Bei den Baggerseepiraten der HSG Rodgau Nieder-Roden gingen sie unter saunaartigen atmosphärischen Bedingungen erst ordentlich baden und gingen dann klatschnass mit einem 23:31 (11:17)-Misserfolg mehr oder weniger sang- und klanglos unter.

Weder die hohen Temperaturen, die Rodgaus Moderator Matthias Kohlstrung ins Feld geführt hat („Die haben uns Zuschauern sehr zugesetzt.“), noch die ausgedünnte Aufstellung wollte HG-Trainer Holger Löhr als Entschuldigung benutzen oder gelten lassen. „Uns fehlte höchsten die Qualität in der Breite. Abwehr kann man aber immer spielen!“ Und genau da, hinten in der Deckung haperte es, trotz eigentlich entgegengesetzter Vorhaben. Aber nicht nur die Verteidigung blieb hinter den Erwartungen zurück. Würfe (16/2), die für HSG-Keeper Marco Rhein reihenweise leichte Beute wurden, und eine Flut von technischen Fehlern (16) ließen weder einen gelungen Auftakt zu noch erfolgreiche Aufholversuche. Zwei Anläufe dazu gab es zwar (nach 2:7- und 12:20-Rückstand). Diese blieben aber in ihren Anfänge stecken.

„Wir hatten über 60 Minuten große Probleme, hinkten immer einen Schritt hinterher, es fehlte die Aggressivität und die Abwehr war zu defensiv“, gab Löhr unumwunden zu. „Wir waren heute einfach zu schlecht und haben in dieser Form verdient verloren. Die HSG hatte immer eine Lösung parat.“ Zum Beispiel in Sachen Deckung. Nieder-Roden präsentierte wie anfänglich ebenfalls die HG eine 6:0-Formation, aus der aber immer wieder schnell die einzelnen Akteure heraustraten und so den Oftersheim/Schwetzinger Rückraumspielern beinahe jeglichen Schwung nahmen.

Die Gäste begannen in der Grundaufstellung der letzten Woche. Ein früher Wechsel (11.) mit den beiden Zweitmannschafts-Aushilfen Thorsten Micke und Alexander Lemke brachte nur kurz den Anschein eines Aufschwungs. „Ihre großen Spielanteile bedeuteten schon, dass es bei den anderen nicht rund lief“, meinte Löhr. Auch die Umstellung auf eine 5:1-Deckung, wahlweise mit Max Barthelmeß oder Micke auf der Spitze, half letztendlich wenig. Ebenso der konsequente Einsatz eines siebten Feldspielers ab der 25. Minute. „Wir haben heute einfach nicht unsere 120 Prozent gebracht, um erfolgreich zu sein“, war Löhr enttäuscht. Etwas Aufmunterung kam von seinem HSG-Pendant Jan Redmann. Die HG habe sich ständig tapfer gewehrt. „Aber wir haben das zum zweiten Mal sehr diszipliniert durchgezogen.“ mj

HSG: Rhein, Weiss; Wesp, von der Au (2), Wunderlich, Kohlstrung (4/2), Stenger (5), Hofferbert (1), Schneider, von Stein (1), Hoddersen (6/1), Schopper (5), Sinnecker (5), Keller (2).

HG: Müller, Herb; Barthelmeß, Messerschmidt (2), Jansen (5), Micke (2), Krämer (1), Suschlik (1), A. Sauer (1), Burmeister (10/1), Lemke, Kubitschek.