Löhr will Nieder-Rodener Angriffstempo drosseln

Relativ deutlich und entspannt hat die HSG Rodgau Niederroden, der heutige Gastgeber der HG Oftersheim/Schwetzingen (19.30 Uhr), den Drittliga-Aufsteiger Handball-Sportclub Bad Neustadt auf dessen Terrain mit 33:26 bezwungen. Und davor glänzten die Hessen im DHB-Pokal gegen Zweitligist Bietigheim, unterlagen erst in der Schlusssekunde nach einem Schlagwurf von Michael „Mimi“ Kraus. Die Kurpfälzer wissen also, was für ein Brocken ihnen vor den Toren Hanaus und Offenbachs entgegensteht.

Aber auch der Gegner zollt öffentlich seinem Gast Respekt. „Vor allem im Rückraum ist die HG sehr stark“, urteilte Nieder-Rodens Trainer Jan Redmann. Doch genau hier zwickt Oftersheim/Schwetzingens Trainer Holger Löhr der Schuh. Denn weiterhin bleibt die Personallage besonders im Rückraum reichlich angespannt. Jonas Krepper, Daniel Hideg, Lukas Sauer, Julian Zipf, Jerrit Jungmann sowie Torwart Lucas Bauer werden die Fahrt in die Untermainebene wohl nur als Zuschauer bestreiten. Von der A-Jugend wie zuletzt in Person von Steven Beck und Jacob Clarius kommt diesmal keine Entlastung. Diese ist auf einem stark besetzten Turnier in Berlin präsent. Hilfe könnte die „Ib“, das Badenliga-Team der HG II entsenden. So stehen Thorsten Micke und Alexander Lemke vorsorglich im Aufgebot. Beide hatten zu früheren Zeiten schon der ersten Mannschaft angehört, aber aktuell keine Gelegenheit mit dem Team zu trainieren. Sollten sie zum Einsatz kommen, ist ihre Anpassungsfähigkeit gefragt.

Die Gastgeber hingegen waren eine der wenigen Mannschaften, die sich zum ersten Spieltag nicht über Ausfälle beklagten. Doch: „Der Kader ist ein bisschen dünner als zuletzt“, kündigte Redmann an, weil sich Spielmacher Alexander Weber in Bad Neustadt einen Muskelfaserriss zuzog und Ketil Horn, ebenfalls ein Aufbauspieler, ist mit der Großwallstädter A-Jugend auch auf dem Nachwuchs-Turnier der Reinickendorfer Füchse. Außerdem gibt es mit Linksaußen Michael  Weidinger und Rückraumakteur Niklas Geck zwei Langzeitverletzte.

Trotzdem erschien Löhr die HSG „als unheimlich gut eingespielt mit einem Rückraum von hoher individueller Qualität. Dazu werden im Angriff sehr unkonventionelle taktische Varianten gezeigt und eine sehr kompakte mannbezogene 6:0-deckung gestellt“. Besonders auf diese Verteidigung ist man im Rodgauer Stadtteil Nieder-Roden sehr stolz, kassierte sie doch in der letzten Saison die wenigsten Gegentreffer aller 16 Teams. Löhr ist sich ziemlich sicher, dass der Gastgeber vor seinem Heimpublikum sehr aufs Tempo drücken wird. „Das ist uns in unserer Lage nicht möglich mitzugehen. Wir haben nur eine Chance, wenn wir selbst eine gute Abwehr stellen.“

Eine Art Derby oder Rückkehr wird die Partie in Rodgau bei der Spielgemeinschaft der Nieder-Rodener Vereine TG und SG für HG-Keeper Benedikt Müller sein, der von der benachbarten HSG Hanau nach Schwetzingen kam und vor zwei Jahren den Kasten der selbsternannten „Baggerseepiraten“ hütete. mj