Eigentlich weitgehend im Griff hatte Oftersheim/Schwetzingen II ihren Gegner SG Heidelsheim/Helmsheim, den alten Badenliga-Spitzenreiter, der auch jetzt noch das Klassement anführt, aber Dank der HG-Handballer nun zumindest einen Minuszähler mehr Belastung hat als der HC Neuenbürg, dem kommenden Gastgeber Oftersheim/Schwetzingens. Denn in den letzten zweieinhalb Minuten warfen die Hausherren ihren Vorsprung im wahrsten Sinne des Wortes weg und gestatteten ihren Gästen noch ein 32:32 (16:13).

Die Kraichgauer kamen mit viel Dampf im Stile eines Spitzenteams aus der Kabine, setzten den Gastgeber gehörig unter Druck (1:3). Doch aus dieser Umklammerung befreiten sich die Hausherren bald (8:7). Sie hatten vorne wie hinten Betriebstemperatur erreicht und Torwart Michael Hope war mehr als nur auf dem Posten. Elfmal – darunter einen Siebenmeter – parierte er bis zur Pause das Wurfgerät in dieser rasanten ersten Halbzeit. Denn insgesamt trugen die Kontrahenten in diesen 30 Minuten 63 Angriffe vor.

Nach dem Seitenwechsel verlor das Geschehen etwas an Schnelligkeit, nicht aber an Intensivität. Die HG musste in dieser eher zerfahren vorgetragenen Hälfte zwar kurz Gleichstände hinnehmen, schien aber über 25:22, 27:24 und 32:29 in der Vorschlussminuten dem Sieg entgegenzusteuern. Doch der Favorit gab sich nicht geschlagen. Auffällig in seinen Reihen war Spielmacher Matthias Junker, der auch als Torschütze herausragte.

Der frühere A-Jugend-Bundesliga-Akteur der HG (gemeinsam mit Oftersheim/Schwetzingens Kapitän Christoph Lahme, Drittliga-Akteur Simon Förch oder dem jetzigen Flensburger Marius Steinhauser) war es dann auch, der mit Anspiel auf Maximilian Strüwig und zwei eigenen Treffern für den ausgeglichenen Endstand sorgte. Den letzten markierte er dabei vom Strafwurfpunkt, nachdem Thorsten Micke in des Gegners Hälfte den Ball bei einem Freiwurf wegrollte. Vorausgegangen war ein zu sorgloser Umgang mit eroberten Bällen der HG, die der Gast kompromisslos zurückbrachte und verwandelte.

Das HG-Trainergespann Frederik Fehrenbach und Christoph Lahme war geknickt: „Wir sind uns alle einig, dass wir in den letzten Minuten zu kopflos agiert haben.“

HG: Hoppe, Steinbach; Micke (6), Gartner (6), Postbiegel (1), Krepper (4), Fink (1), Lemke, Meyer (6), Wiegand (7/4), Hafer, Lahme (1), Hakic, Hahne. mj