Videowandeinweihung schon vor erstem Rundenspiel

In einem Trainingsspiel kam die Handball-Drittligist HG Oftersheim/Schwetzingen (Staffel Mitte) gegen den klassengleichen Südvertreter und alten Rivalen TV Willstätt zunächst nur schwer in die Gänge, durfte sich dann aber doch über einen 26:24 (11:11)-Erfolg freuen. Trainer Holger Löhr relativierte jedoch gleich nach Abpfiff: – auch angesichts der etwas angespannten Personalsituation – „Wir haben noch Luft in unserem Potential. Es war klar zu sehen, dass es noch Baustellen gibt.“

Offizielle Einweihung

Die Partie war gleichzeitig eine Art Probelauf der gesamten Abläufe bei Heimspielen, für die nächsten Freitag gegen den TV Gelnhausen beginnende Runde (20.15 Uhr). Dies galt auch für die neu installierte Videowand, auf der in Zukunft Spielstand, -zeit und Hinausstellungen zu sehen sind, die ihren ersten Bewährungstest durchaus bestand. Auch Bildpräsentationen und Videoeinspielungen sind möglich. Aber es soll noch nachjustiert werden, besonders in der Schriftgröße. „Das ist alles schon bestellt“, meinte der für die Technik zuständige Yannick Zipf, und ist optimistisch, dass nächste Woche alles noch besser klappen wird. Bereits um 19.30 Uhr, also eine dreiviertel Stunde vor dem offiziellen Anpfiff wird der neue Stolz der HG mit Schwetzingens Bürgermeister Matthias Steffan und dem Gemeinderat eingeweiht.

Der Grund, warum Coach Löhr schnell etwas Probleme in seiner Aufstellung entdeckte, mag mit in dem stotternden Start (1:4) begründet sein. „Wir haben zurzeit keinen etatmäßigen Mittelmann.“ Sowohl Lukas Sauer (kuriert noch eine Blessur aus dem Heddesheimer Turnier aus) wie auch Jerrit Jungmann (Kreuzbandriss im Februar bei der Partie gegen Rodgau Nieder-Roden) waren noch zum Zuschauen vom Spielfeldrand verdonnert. „Wir müssen darauf hoffen, dass nicht mehr viel passiert und dass Lukas möglichst bald wieder einsteigt, womöglich schon nächste Woche. Jerrit braucht aber noch Zeit“, sagte Löhr.

Experiment mit Jugendspieler Beck

So schickte er zunächst den sonstige Linksaußen Max Barthelmeß auf die zentrale Schaltposition, später dann den A-Jugendlichen Steven Beck oder auch mal Rückraumshooter Daniel Hideg. „“Wir haben mit Steven auf dieser Position experimentiert. Wir haben ihn früher als geplant in unseren nicht gerade breitesten Kader integriert. Er sollte eigentlich erst im Laufe der Saison bei uns reinwachsen. Er ist auf jeden Fall ein erfrischendes Element.“ Der von seinem Trainer gelobte gab sich indes bescheiden, ja sogar selbstkritisch: „Das war heute nicht gut von mir, aber ich finde mich langsam gut in die Mannschaft hinein.“

Aber nicht nur er, sondern die gesamte Resttruppe gab gegen die großgewachsenen, athletischen Südbadener kämpferisch kein schlechtes Bild ab, hielt ständig dagegen (4:4). Mitte der ersten Spielhälfte wechselte Löhr dann blockweise seine verbliebenen Feldspieler im Rückraum ein, darunter eben auch Beck. Mehr zufrieden dürfte er dann mit der Phase nach dem Seitenwechsel gewesen sein (17:12). „Da haben wir dann unsere Leidenschaft auf die Platte  gebracht.“

Der Vorsprung reichte indes nicht, um sich schon auf der Siegerseite zu wähnen (23:23). Abspielfehler vorne waren die eine Sache, aber besonders in Deckung sieht Löhr noch viel Abstimmungsbedarf. Im Schlussspurt – trotz einer Hinausstellung von Lino Messerschmidt – wurde dann aber doch noch einmal vorgelegt, was von den für ein Testspiel zahlreichen Zuschauern auch entsprechend honoriert wurde.

HG: Herb, Hoppe, Müller; Barthelmeß, Messerschmidt, Jansen, Krämer, Suschlik, Beck, A. Sauer, Hideg.