„Ich bin mit der Leistung meiner dezimierten Mannschaft über die ersten 50 Minuten sehr zufrieden“, lobte Trainer Frederik Fehrenbach vom Badenligisten HG Oftersheim/Schwetzingen II seine Jungs nach dem siegreichen Ende des Derbys gegen den TV Friedrichsfeld. Mit 18:16 (11:8) – einem Ergebnis beinahe aus der handballerischen Steinzeit – hatte der Gastgeber das bessere Ende für sich.


„Wir wussten, dass es kein einfaches Spiel werden wird, denn Friedrichsfeld hatte die letzten beiden Spiele nach dem Trainerwechsel gewonnen“, skizziert der Coach einen Teil der Ausgangslage. Sein Team war sich allerdings auch seiner Heimstärke bewusst. „Wir wollten den Punkteabstand zum Gegner und den Abstiegsrängen weiter vergrößern“, war Fehrenbachs Vorgabe. Dem stand die personelle Ausstattung seines Teams gegenüber.
Robert Lux ging angeschlagen ins Spiel (und wurde später nach dritter Zeitstrafe disqualifiziert/52.), ansonsten standen ohnehin nur drei Auswechselspieler zur Verfügung, darunter Alexander Leibnitz, der nach Auslandsaufenthalt quasi direkt aus dem Flieger auf das Spielfeld gekommen war. So versuchte der HG-Trainer im zunächst engen Spielverlauf seinen Akteuren durch Rotation immer wieder Erholungsphasen zu gönnen. Und pausenübergreifend gelang es dem Hausherren, sich auf 15:9 (45.) abzusetzen. Dieser Vorsprung wurde bis zum 18:13 (52.) mit Leidenschaft verwaltet. „Dies war unser Grundstein für den Sieg, unsere sehr starke und bewegliche Deckung und die herausragende Torhüterleistung von Max Herb.“
Die magere Torausbeute – besonders des zweiten Durchgangs – war beidseitig einem fehlerbehafteten Vortrag geschuldet. Während sich die HG in Würfen ohne Torerfolg übte (11/2 nach der Pause), war es beim TVF eine Aneinanderreihung vieler Pässe ins Nirwana der Karl-Frei-Halle. Weshalb Herb „nur“ drei Balleroberungen nach dem Seitenwechsel für sich verbuchen durfte – allerdings einen Siebenmeter  und zwei Konter.
Doch der HG ging das Personal aus. Valentin Demel blieb nach einem Schlag ins Gesicht von Sven Rüffer (14.) mit Verdacht auf Gehirnerschütterung außen vor und Lux hatte dann auch vorzeitig Dienstschluss. „Leider haben wir uns in den letzten 10 Minuten durch die von Friedrichsfeld in die Begegnung gebrachte Hektik anstecken lassen und machten so das Spiel unnötig spannend.“ Denn der 18. Treffer von Florian Siegel über die Rückraummitte sollte der letzte für die HG gewesen sein. Oftersheim/Schwetzingen, weiter reduziert nach Fouls und Meckereien, brachte aber den Sieg auch teilweise nur zu viert oder fünft ins Ziel.
HG: Herb, Gärtner; Demel, Siegel (4), Lux (2), Leibnitz (1), Kalabic (1/1), Hakic (8/3), Postbiegel, Lücke (1), Hahne (1).  mj