Die Badenliga-Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen II sind zurzeit schwer gebeutelt. Trainer Frederik Fehrenbach hofft ständig darauf, dass sich Spieler nach ihren Ausfallzeiten zurückmelden, stattdessen werden es permanent mehr, worauf er aber schon einigermaßen gefasst war. Dies mag mit eine Erklärung sein, dass es derzeit nicht besonders im Angriff klappt. In Bruchsal, bei der SG Heidelsheim/Helmsheim gab es am Feiertag eine 21:25-Niederlage, weil der Wurfbetrieb ab dem 17:17 (41.) mehr oder weniger komplett eingestellt wurde.


Eine Chancenverwertung von ähnlich katastrophalem Ausmaß bot Oftersheim/Schwetzingen dann bei der SG Stutensee/Weingarten vom ersten vertändelten Angriff an. Dabei verlief die zweite Halbzeit bei der 20:27 (7:13)-Niederlage noch einigermaßen ausgeglichen.
Es war nicht der übermächtige gut parierende gegnerische Torwart, der den Gästen die meisten Probleme verursachte. Es war das eigene Wurfverhalten. Denn viele Bälle landeten im Nirwana, bestenfalls am Pfosten. Insgesamt wurden – bei sieben hinzukommenden technischen Fehlern – 30 Würfe in den Sand gesetzt. Fehrenbach rechnete vor: „Machen wir unsere drei Siebenmeter rein und die zwei vergebenen Konter, ist der Rückstand gar nicht mehr so groß.“ Aber das war nun mal nicht der Fall, soll sich aber gegen Wiesloch am nächsten Wochenende auf keinen Fall wiederholen. In Weingarten war die HG übrigens mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren, 10 Monaten und 26 Tagen aufgelaufen. A-Jugendtrainer Julian Zipf war mit von der Partie und hatte vier seiner Jungs mitgebracht, um die Lücken zumindest teilweise zu schließen. Diese waren ebenso wie Teammanager Marcel Olbert nicht zum Bankwarmhalten dabei, sondern mussten voll mitdurchziehen.
In Ermangelung anderer Kräfte mussten einige Akteure ihre angewohnte Stammposition verlassen. So fand sich Rechtshänder Denis Kalabic lange auf Rechtsaußen wieder, Kapitän Christoph Lahme dafür am Kreis. Und bis zum 3:3 (9.) sah es zwar nach einiger mäßigen, aber durchaus noch offenen Partie aus. Dann wurde die HG nach ihren Fehlversuchen meist ausgekontert (4:10/21.). Fehrenbach sah ein: „Wir müssen etwas probieren.“ Und er probierte so einiges, Positionsumstellungen, der siebte Feldspieler, Deckungsvarianten – fast alles wurde von ihm aufgeboten. Nur die Bälle vermochte er nicht im Tor selber unterzubringen, während seine Spieler mit sich und ihren Missgeschicken haderten.
Fehrenbach sprach seiner Ausbildungstruppe aber Mut zu, statt ihr eine Standpauke zu halten. „Auch solche Spiele, solche Niederlagen gehören zum Handball dazu. Nächstes Wochenende greifen wir aufs Neue an.“


HG: Herb, Gärtner; Olbert (2/1), Theuer, Leibnitz (4), Gerischer (2), Kalabic (2), Hakic (1), Zipf, Barthelmeß (5), Lahme (4).  mj