Zweimal war die HG Oftersheim/Schwetzingen II in der Handball-Badenliga über das verlängerte Wochenende gefordert – und beide Male hatte sie den Kürzeren gezogen. Zunächst verlor sie hauchdünn das Duell mit dem HSV Hockenheim mit 22:23 (9:11), dann unterlag sie bei Oberliga-Absteiger SG Heidelsheim/Helmsheim mit 21:25 (10:12).

Schon gegen Hockenheim musste Coach Frederik Fehrenbach auf sieben Leistungsträger verzichten, nicht besser sah es dann in Bruchsal aus. So ging die erste Frage im Trainergespräch bei der SG HH auch nicht in Richtung Ursachenforschung der Niederlage, sondern darum, wie Fehrenbach überhaupt Trainings- und Spielbetrieb aufrechterhalte. Der Coach betonte die enge Zusammenarbeit mit der A-Jugend, deren Trainer Julian Zipf ebenfalls mitgewirkt hatte. „Wir füllen halt mit dem Nachwuchs auf. Heute und gegen den HSV waren je drei Jugendliche dabei. Und zwölf Mann müssten reichen, wir durften ja früher auch nicht mehr aufstellen.“

Enge Kiste bis zum Schluss

Dass der Jugendbereich der HG einiges hergibt, erschloss sich auch aus der Tatsache, dass der HSV mit fünf Spielern startete, die eine Vergangenheit bei Oftersheim/Schwetzingen hatte. Hinzu kamen Rechtsaußen Björn Skade und Torwart David Rojban, dem eine entscheidende Rolle zukommen sollte. Beide Seiten zeichneten sich durch knüppelharte Abwehrreihen aus und versuchten Tempo nach vorne zu bringen. Doch für einen war schon früh Feierabend – nach einer erfolgreichen Angriffsaktion. Tim Anschütz musste nach Beleidigung eines Gegenspielers nach 5:36 Minuten vom Platz.

Der Verlauf der Partie gab keinen eindeutigen Hinweis auf einen vorzeitigen Sieger. Auch wenn der HSV in Hälfte 1 teilweise die Vorteile auf seiner Seite hatte, zog der Hausherr nach der Pause gleich und manchmal sogar an seinem Gast vorbei. Zwei vergeigte Würfe in den letzten Zeigerumdrehungen verhinderten den Aufbau einer kleinen Führung nach dem 21:21. Simon Gans sorgte aus einem Freiwurf heraus 13 Sekunden vor Ultimo für den letzten Treffer der Partie. Eine HG-Auszeit kam vielleicht zu spät, Kapitän Christoph Lahmes Versuch in der Mitte durch zu brechen wurde unsanft gestoppt – Game over.

HG: Herb (1), Gärtner; Hirsch (1), Fendrich (5/1), Schiller, Lux (1), Leibnitz (2), Olbert,  Kalabic (3), Hakic (2), Klink (1), Lahme (6).

HSV: Rojban; Hoffmann, Skade (3/1), Sidaoui (2), Anschütz (1), Meyer (3/2), H. Gubernatis (1), Diehm (2), Haasis (n. e.), Gans (6), Schinke (5).

Spielfolge: 0:3, 3:3, 4:7, 7:10, 9:11 (HZ), 11:11, 13:12, 19:19,22:22, 22:23.

Ähnlich der Spielverlauf zunächst gegen Heidelsheim/Helmsheim. Lahme agierte versetzt vorgezogen in der Deckung – eine Maßnahme Fehrenbachs, die gleich in der ersten Gegenattacke (und auch später) Früchte trug. „Unsere Deckung war sehr beweglich und unser Tormann hat auch einige Bälle weggenommen“, lobte der HG-Coach. Doch im eigenen Positionsangriff tat sich die HG ebenfalls schwer, scheiterte häufig an SG-Keeper Daniel Debatin. Die Gegentore resultierten dann auch in aller Regel aus Schnellangriffen, während mit Tempo vorgetragene HG-Vorstöße eher die Ausnahme blieben. Das Spiel gestaltete sich zäh, aber offen (6:5, 8:5, 11:10, 13:14).

Doch nach dem 17:17 (41.), einer klaren Rückraumaktion von Hamza Hakic mit Torerfolg, stieg die Fehlerquote von einem Moment auf den anderen ins schier Unermessliche – hinten wie vorne. Ab diesem Zeitpunkt gewann David Krypczyk auch das Torhüterduell gegen Benjamin Gärtner und Maximilian Herb klar und deutlich. „Eigentlich lieferten wir eine ordentliche Leistung ab. Aber dann erarbeiteten wir uns weiter die klaren Einwurfmöglichkeiten und scheiterten. Die müssen wir reinmachen“, kommentierte Fehrenbach. Auch SG-Trainer Sandro Catak haderte mit der Trefferquote der Seinen, aber im Schlussviertel machten sie eben ein paar Fehlwürfe weniger.

Im Ausblick auf die nächste anstehende Partie, Sonntag bei der SG Stutensee/Weingarten, bleibt Fehrenbach Realist. Wir arbeiten im Training weiter, schauen am Wochenende, wer alles verfügbar ist, ob ein paar Spieler mehr wieder da sind oder neue fehlen werden.

HG: Herb, Gärtner; Hirsch, Fendrich (4/1), Leibnitz (3), Gerischer (1), Kalabic (5), Hakic (1), Zipf (4), Klink, Lahme (2), Hahne (1).  mj