HG II ohne Treffer in den letzten zehn Minuten

In diesem Handball-Derby zwischen den Badenligisten HG Oftersheim/Schwetzingen und der TSG Eintracht Plankstadt war wirklich fast alles geboten, die Gefühlslagen der beiden Lager über Wellenberge getragen und durch Wellentäler getrieben. „Im Endeffekt wäre eine Punkteteilung über das gesamte Spielgesehen verdient gewesen“, meinte HG-Coach Frederik Fehrenbach. Und Plankstadts Trainer Niels Eichhorn meinte: „Wir haben daran geglaubt einen Zähler zu holen, dass es zwei wurden ist umso schöner.“ Sein Team trug auswärts den Sieg hauchdünn mit 26:25 (15:12) davon.

Doch schon zuvor hatte sein Team wie der sichere Sieger ausgesehen. Dem Gastgeber wurden die Bälle gerade so um die Ohren geschlagen. Plankstadt agierte mit der von HG-Seite erwarteten offensiven Deckung, kam aber zunächst überhaupt nicht damit zurecht. Die eigene 5:1-Formation – wahlweise mit Christoph Lahme oder Thorsten Micke auf der Spitze, fischte ebenfalls den einen oder anderen Ball heraus, nur um ihn postwendend auf dem Serviertablett wieder an den nächstbesten einwurfbereiten Gegner abzuliefern. So zum Beispiel beim 5:11 (21.) durch Julian Maier.

Dann war endlich auch der Hausherr im Spiel angekommen und drehte – gestützt auf seinen starken Keeper Michael Hoppe – die Partie in rund 30 weiteren Minuten in die von ihm erwünschte Richtung. Besonders Lahme und Micke erwiesen sich dabei als treffsichere Rückraumschützen, die wie ihre Nebenleute dann auf einmal komplett den Betrieb einstellten. Gegen Plankstadts Abwehr fanden sie die letzten zehn Minuten kein Mittel mehr, bissen sich bis ins Zeitspiel hinein die Zähne aus. Timm Kemptner, Björn Koffeman, Dario Tokur und Dominic Stadler setzten die Nadelstiche bis zum Ausgleich (57.). Auch die nächsten beiden HG-Angriffe schlugen fehl, bevor Nicolas Großhans den Siegtreffer setzte. 30 Sekunden verblieben dem Gastgeber noch, um wenigstens etwas zu retten. Aber da war dann Plankstadts Torwart André Treiber noch einmal zur Stelle und wurde zum umjubelten Helden.

 

Stimmen

Niels Eichhorn: Dadurch, dass wir das leere Tor nicht getroffen haben, haben wir uns selbst das Leben sehr schwer gemacht. Gefühl haben wir mindestens acht von zehn Bällen verworfen.

André Treiber: Wir sind zunehmend mit dem siebten Feldspieler besser zurechtgekommen. Da unsere Abwehr dann stand, konnte ich auch besser die Würfe und besonders den letzten Ball abwehren.

Frederik Fehrenbach: In der ersten Halbzeit haben wir uns viel zu viele technische Fehler geleistet. Es wurde nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Doch nach 20 Minuten haben wir ein Superspiel aufgezogen, aber unsere Vier-Tore-Führung nicht über die Zeit gebracht, weil wir wieder zu viele leichte Fehler begingen.

HG: Hoppe, Steinbach; Micke (6), Gartner (1), Krepper, Hirsch, Fink (1), Lemke (3), Meyer (1), Wiegand (4/1), Hafer (1), Lahme (6), Hakic, Hahne (1).

TSG E: Treiber, Bodenseh; Prist (1), Maier (5), Skasik, Tokur (1), Koffema (1), Munz (4), Großhans (4), Verclas, Stadler (7/1), Denne (2/1), Kemptner (1). mj