HG O/S kassiert deftige Niederlage bei Rodgau/Nieder-Roden

Auch die zweite Fahrt binnen einer Woche in den Main-Kinzig-Kreis brachte den Drittliga-Handballern der HG Oftersheim/Schwetzingen keinen Ertrag, sondern nur eine große Ernüchterung ein. Sie unterlagen bei der HSG Rodgau/Nieder-Roden mit 18:29 (7:11). Wo ist die Mannschaft geblieben, die vor einiger Zeit gegen Großsachsen gewonnen und der SG Nußloch dieses packende Duell geliefert hatte? Die Gesichter der geschlagenen Athleten auf der Bank nach dieser demütigenden Niederlage wirkten ausdruckslos und leer.

Es stellt sich die weitere Frage, wer soll das Runde ins Eckige befördern? Denn eine Ausbeute von nur 18 Treffer aus 55 Angriffen ist dann doch etwas dürftig. HG-Co-Trainer Matthias Polifka musste einräumen: „Wir haben es nicht geschafft, mehr als 20 Tore zu werfen. Da wird es dann schon sehr schwer, irgendwo Punkte zu holen.“ Dabei war der Start in die Partie seiner Meinung nach „noch vernünftig“. Ohne den kurzfristig erkrankten Tom Jansen – Lino Messerschmidt besetzt zunächst die vakante Position im rechten Rückraum – wurden die Angriffsbemühungen aber schnell zu einer äußerst zähen Sache. Der Hausherr war gut vorbereitet, stellte die Lauf- und Passwege – besonders bei Daniel Hideg – zu. Oftersheim/Schwetzingen mühte sich sehr in seinen Angriffsbemühungen. Auf der anderen Seite zeigten sich die HG-Deckung und Torhüter Marius Gabel zuerst ebenso auf dem Posten. So erklärte sich die magere Toranzahl nach 28 Minuten beim 9:7 mit oft mehrminütigen trefferlosen Phasen.

Selbst hartgesottene HG-Fans, Eltern, monierten in der Halbzeitunterbrechung das fehlende Tempo im Spiel ihrer Jungs, der Begriff vom „Stehball“ wurde kreiert. Mit mehr Dynamik – Jonas Krepper sorgte jetzt mit rasanten Aktionen auf halbrechts für ein wenig Entlastung – kamen die Kurpfälzer aus den Kabine. Aber pausenübergreifend gerieten sie, da nur Pfostenknaller zu registrieren waren, noch deutlicher ins Hintertreffen (14:7), kamen dennoch aber noch einmal auf (15:12/38.). Mit einer Auszeit nahm HSG-Coach Jan Redmann ihnen jedoch jeglichen Wind aus den Segeln. Das war’s dann aus HG-Sicht in diesem Match. Rodgau/Nieder-Roden zog – teilweise in Unterzahl – fast mühelos auf 20:12 (44.) auf und davon.

Polifka bekannte: „Wir haben wenige Lösungen gegen diese aggressive Deckung gefunden, uns immer wieder in Einzelaktionen verstrickt und festgerannt oder sind am starken Tormann gescheitert. Auch in Überzahl kam von uns zu wenig, da müssen wir mehr draus machen.“ Auf die Frage, ob das verschleppte Tempo eine taktische Vorgabe gewesen sei, meinte Polifka: „Wir wollen eigentlich immer mit Tempo spielen. Aber da gibt es wohl noch einen großen Verbesserungsbedarf. Wir versuchten, Impulse zu setzen. Aber es sollte heute wohl einfach nicht sein. Wir wollen eigentlich eine Fortentwicklung sehen, aber das war ein Schritt rückwärts.“

Redmann freute sich indes über das „sensationelle Abwehrverhalten gegen eine körperlich extrem starke Mannschaft“ seiner Männer. „Das war unglaublich diszipliniert.“ Im Gegensatz zur Konkurrenz hat die HG nun ein Wochenende frei. Polifka kündigte an: „Wir werden eine eigehende Analyse machen, um zu sehen, was falsch gelaufen ist.“ Dann geht es wieder zurück in diesen Landkreis zum unweit gelegenen TV Gelnhausen.

HG: Gabel, Herb; Barthelmeß (1), Messerschmidt (4), Förch, Zipf, Krepper (2), Jungmann, Suschlik (1), Demel (1), Mehl (2), Hirsch, Hideg (6), Kubitschek (1).