Nach drei absolvierten Spieltagen ist es mit Sicherheit definitiv zu früh, über Abstiegskandidaten zu spekulieren. Aber es zeichnet sich ab, dass wohl die zweiten Mannschaften von Wetzlar, Coburg und Leipzig zumindest einen schweren Stand haben könnten. Und auch bei Großsachsen sieht aktuell düster aus, obwohl viele dem Team größeres Potential bescheinigen. Ungeschlagen sind noch fünf Teams, drei davon verlustpunktfrei, umgekehrt sieht es am Tabellenende aus.

SG Nußloch – HSG Hanau 31:21 (18:13)

8:3 und dann 11:5 nach einer guten Viertelstunde – die Sache sollte eigentlich schon gelaufen sein. Doch dann zeigte sich, dass die SGN diese Partie zu Recht als „erstes Topspiel der Liga“ ausgerufen hatte. Beim 12:11 (23.) war alles wieder offen, dann machte der Favorit wieder ernst. So gesehen war Trainer Christian Müller dann positiv gestimmt und blickt jetzt auf das Derby bei der HG O/S voraus. Seinem HSG-Pendent fehlte hingegen irgendwie „die Durchschlagskraft aus dem Rückraum“.

MSG Groß-Bieberau/Modau – ThSV Eisenach 19:23 (8:15)

Die MSG war sich schon vor Anpfiff ihrer Außenseiterrolle bewusst, hatte sie angenommen und dem Favoriten alles abverlangt. Denn nach grandioser Aufholjagd war der Eisenacher Sieg beim 19:20 (50.) noch nicht so gesichert, wie es zur Pause schien. Doch in der „Crunchtime“ fehlten dann die Körner, um weiter nachzulegen. „Jungspunde“, gab die ThSV-Seite zu, hätten Eisenach „gerettet“, aber Fakt sei auch, dass am Ende nur die Punkte zählten, nicht ihr Zustandekommen. Groß-Biebrau/Modau darf aber nun mit breiter Brust zur SG Leutershausen fahren, hatte es dem „Profiteam“ (MSG-Trainer Thorsten Schmid) doch starken Widerstand geboten.

GSV E Baunatal – HSC Coburg II 33:22 (18:12)

Baunatals Trainer Florian Ochmann wollte die Euphorie in seinen Reihen vor dieser Partie gar nicht dämpfen. Der deutliche Erfolg gibt ihm wohl Recht. Coburgs Till Riehn sah sein Team im Vorfeld indes auf einem guten Weg, und wurde eines Besseren belehrt. Denn spätestens nach dem 6:5 (11.) nahm die Begegnung den von der Heimseite gewünschten Verlauf. Könnte jetzt bei Leipzig II der vierte Triumph hintereinander folgen?

HSG Rodgau/Nieder-Roden – SG Leipzig II 37:20 (20:9)

Denn viel hatten die Sachsen in Hessen nicht zu bieten. Die HSG zelebrierte schon vor der Pause „ein bisschen Feuerwerk“ (Trainer Jan Redmann). Und nach dem 9:2 (10.) war ein großer Teil jeglicher Spannung aus der Partie genommen. Jetzt geht es für Rodgau/Nieder-Roden zum Lokalduell bei Namensvetter Hanau.

TV Bruck – HG Oftersheim/Schwetzingen 26:31 (13:16)

Zunächst tat sich die HG gegen die offensive Deckung des TVB schwer (10:8), dann wurde aber in Unterzahl auf 10:12 gedreht und die Führung nicht mehr abgegeben. Die Erlanger sahen sich mit ihrem Gegner auf Augenhöhe, bezeichnete die Niederlage als „unnötig gestaltet“. Dies soll sich jetzt im „Auswärtsspiel“ in eigener Halle gegen den HCE II ändern. Mehr Derby geht wohl nicht in dieser Staffel.

TV Gelnhausen – HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II 29:26 (14:10)

Beim 8:2 (13.) schien die Luft auch aus dieser Partie genommen zu sein. Die HSG kam zwar ein paarmal wieder auf zwei Tore Rückstand heran (zuletzt bei 18:16), aber spätestens mit dem 22:17 (45.) war für den TVG der Spuk vorbei. Nun will sich Gelnhausen in Coburg weiter schadlos halten.

TVG Großsachsen – HC Erlangen II 27:36 (15:15)

Der TVG wollte laut eigener Ankündigung den „kompletten Fehlstart vermeiden“, und war bis zum 22:21 (40.) auch dabei, dies zu ermöglichen. Dann kam ein radikaler Einbruch. Die Hausherren erhielten eine rechte Klatsche, an der nicht viel zu beschönigen war. „Erlangen hat uns eiskalt ausgekontert“, war TVG-Coach Stefan Pohl reichlich frustriert. Besserung ist kaum in Sicht, denn jetzt geht es als krasser Außenseiter nach Eisenach.

SG Bruchköbel – SG Leutershausen 18:30 (11:12)

Die SGB hatte sich vor heimischer Kulisse sicher mehr erhofft, war zur Pause auch noch munter dabei. Doch danach spielte nur eine Seite mit vollem Tempo Handball, die der Gäste. Bruchköbel stand staunend neben sich selbst und will nun bei der HSG Dutenhofen/Münchholzen II den Schalter wieder umlegen. mj