Auch nach dem dritten Spieltag in der Ost-Staffel der 3. Liga bleibt die HG Oftersheim/Schwetzingen unbezwungen. Beim Neuling TV Bruck kam sie zu einem 31:26 (16:13)-Auswärtssieg. Doch es war ein hartes Stück Arbeit notwendig, in einer anfänglich torreichen, schnellen, ja hektischen Partie beide Punkte aus Erlangen zu entführen.

Denn der Gastgeber wartete mit einer extrem offensiven Ausrichtung seiner Deckung auf. Mal im 4:2, mal 3:3 oder im „3:2:1“ wie es Brucks Trainer Ben Ljevar nannte, gingen seine Abwehrspieler teilweise bis an die Mittellinie vor, drängten die Aufbauakteure der Gäste in deren eigene Hälfte zurück. Eigentlich genügend Raum für wendige HG-Akteure, um durch die Lücken zu stoßen. Doch zunächst wurden da auch etliche Fehler produziert, was Bruck zu gnadenlos vorgetragenen Kontern nutzte. „Das ist sau-schnell“ urteilte deshalb der verletzte Keeper Maximilian Herb auf der Tribüne. „Knackig“ fand HG-Trainer Holger Löhr den Vortrag der Hausherren, war aber mit Rückzugs- und Abwehrverhalten seiner Leute absolut nicht zufrieden, als sie nach einer Viertelstunde mit 8:10 im Rückstand lagen.

Kurz zuvor hatte er Alexander Sauer ins Rennen geschickt, der damit nun auch nach überwundenen Rückenproblemen ins Saisongeschehen eingreift. „Das ist viel besser als von draußen zuschauen zu müssen“, freute er sich. Er sollte die Defensive der HG mit stabilisieren, durfte aber zunächst gleich eine Zeitstrafe absitzen. Diese Phase wussten aber seine Mitspieler zu nutzen. Max Barthelmeß und Jerrit Jungmann glichen in Unterzahl aus, der zurückgekehrte Sauer und Justus Mehl sorgten für die Führung, die letztlich bis zum Abpfiff Bestand haben sollte.

Die Franken versuchten verzweifelt, gegenzusteuern, nahm in kurzen Abständen zwei Auszeiten und teilweise Hideg in Manndeckung. So auch nach dem Seitenwechsel. Aber auch Löhr und sein Co-Trainer Matthias Polifka hatten sich in der Kabine etwas ausgedacht. Jungmann war nun vorgezogen auf der Spitze aktiv, um Brucks quirligen Spielmacher Philipp Hirning ein wenig einzubremsen. Trotzdem schaffte es der fränkische Mittelmann bei einem seiner Durchbrüche, Alexander Kubitschek die dritte Zeitstrafe und somit einen Platz auf den Zuschauerrängen einzubrocken (39.). Dort erinnerte sich „Kubi“, dass er genau in dieser Halle mit dem gleichen Schiedsrichtergespann letzte Saison noch mit Leutershausen gegen Erlangen II ebenfalls vom Platz geflogen war.

Dennoch wurde nach der Pause der finale Abstand hergestellt. Tom Jansen sorgte erst für vier Treffer Differenz (14:18/33.), dann nach dem Tor zum 16:21 (38.) für deren fünf. Zäh wurde dieser Vorsprung verteidigt, auch mit Einsatz des siebten Feldspielers. Für Löhr ein „kalkulierbares Risiko“, ein taktisches Mittel, um eine offensive Deckung zurückzudrängen. Trotzdem blieb der eine oder andere Ball im HG-Vorwärtsgang auf der Strecke. Bei drei Versuchen trafen die Erlanger Werfer aber nur einmal den leeren Oftersheim/Schwetzinger Kasten. Torwart Valentin Naglik verkürzte auf 24:27 (56.). Aber die Flügelzange Mehl (rechts) und Sauer (links) machte den Deckel drauf, Jonas Krepper rundete die Sache noch mit HG-Treffer Nummer 30 ab und Jansen sorgte für den Schlusspunkt, bevor „Auswärtssieg“ skandiert werden durfte.

HG: Gabel, Bauer; Barthelmeß (1), Jansen (7), Förch (5), Zipf, Jungmann (6), Demel, Mehl (3), A. Sauer (5), Hideg (3), Krepper (1), Kubitschek.