HG Oftersheim/Schwetzingen – TVG Großsachsen 31:26 (14:14)

Nach den zwei katastrophalen Niederlagen in der vorletzten Saison der 3. Handball-Liga ist die Revanche (Teil 1 zumindest) geglückt. Denn der aktuelle Derbysieger zwischen Oftersheim/Schwetzingen und dem TVG Großsachsen heißt nun HG O/S. Sie rang ihren Widersacher von der Bergstraße mit 31:26 (14:14) nieder.

Dabei sah es lange Zeit erneut nach einem Remis wie in Groß-Bieberau zum Auftakt aus, oder womöglich gar nach einer knappen Niederlage. Denn mit einer recht fahrigen Chancenverwertung ebneten die HG-Werfer dem TVG den Weg zu einer lang anhalten, allerdings meist nur knappen Führung bis Mitte der zweiten Halbzeit. Auch wenn die personelle Ausstattung nun im Vergleich zur Vorwoche besser als als befürchtet war, mussten einige Akteure wieder die Hauptlast tragen. So Simon Förch, der das Abwehrzentrum dirigierte und wieder als Kreisläufer beging – und dort im Laufe der Partie neuen Sternmomente erleben durfte. Meist angespielt von Daniel Hideg setzte er sich mehrfach durch. Ab Minute 24 beging dann auch Rückkehrer Alexander Kubitschek, ein gelernter Mann am Halbrund, sein Comeback. „Mit Kubi haben wir jetzt wieder eine gute Alternative mehr“, fand auch sein Coach Holger Löhr.

Mit 25 (Förch) und 23 (Kubitschek) gehören diese beiden zu den Älteren, Erfahreneren im Team. Sie hätten auch die Aufgabe, den Jüngeren Selbstvertrauen mitzugeben. Löhr:„Die ‚Alten‘ stellen sich in den Dienst der Mannschaft. Aber wir müssen die jungen Leute weiterbringen, sonst ist es schwierig Konstanz zu entwickeln.“

So sah es auch nach der Pause danach aus, als ob der HG die Beute durch die Lappen gehen sollte.  Zwei Hinausstellungen in kurzer Zeit brachten das 14:16, doch die Youngster-Truppe biss sich fest, blieb dran. Und beim 21:20 war die erste stark umjubelte Führung in dieser Begegnung da. Das System TVG-Deckung schien geknackt. Über den Kreis kamen Valentin Demel, Tom Jansen und dreimal Förch zu Treffern (27:24). Teilweise griff Löhr dabei zum Mittel des siebten Feldspielers (ohne Gegentreffer in den leeren Kasten).

Aber es war eine Leistung des gesamten Teams. Mehrere Spieler brachten immer wieder die TVG-Abwehr in Wallung, damit zum Beispiel Hideg oder Jansen, die beiden Halben, freie Bahn hatten. Förch oder Jungmann waren indes zur Stelle, wenn mal kein Mann am Kreis ungedeckt war. Und in der Deckung, besonders mit den eingewechselten Julian Zipf (für Hideg) und Demel (für Jansen und andere), versuchte die Mannschaft eine geschlossene Einheit zu bilden, die in Zukunft noch mehr erreichen will.

HG: Bauer, Herb, Gabel; Barthelmeß (3), Jansen (5), Förch (9), Zipf (1), Jungmann (2), Suschlik (1), Demel (1), Mehl, Hideg (8/2), Krepper, Kubitschek (1).

TVG: Sitter, Bougoust; von Babka, Gunst (3), Grammel, Triebskorn (7), Schulz (5), Spilger (4), Purucker, Unger, Reisig (1), Buschsieper (4/2), Hildebrandt, Ulrich (2).

Stimmen

Stefan Pohl (Trainer TVG): Das war heute kein gutes Spiel von uns. Wir haben zu schlecht verteidigt, zu viele einfache Tore kassiert. Wir hätten mehr Herz zeigen müssen, das stößt mir schon sauer auf. Daniel Hideg mit seinen weiten Bewegungen haben wir nicht in den Griff bekommen. Die HG zeigte mehr Tempo, mehr Biss, das hat uns gefehlt. Gefehlt haben uns am Ende auch die vier, fünf Bälle an den Pfosten. Da haben wir etwas Pech gehabt.

Holger Löhr (Coach HG): Wir haben alles reingehauen, was wir haben und insgesamt gut dagegengehalten, sonst hätten wir keine Chance gehabt. Aber wir haben das Ding gewollt. In der zweiten Halbzeit haben wir etwas ungestellt und die Sache einigermaßen gelöst. Zuvor haben wir uns gegen die Deckung schwer getan, auch mit dem aggressiven Angehen von Daniel.

Jan Triebskorn (Schwetzinger beim TVG): Die HG hat verdient gewonnen, weil sie ihre Chancen reingemacht hat. Aber für mich war das kein Derby, das war alles viel zu nett.

Jerrit Jungmann (Minderner Neuzugang der HG): Ich bin schon ein bisschen positiv beeeindruckt von dieser Stimmung. Solch volle Hallen bin ich nicht gewohnt. Da war viel Temperament in diesem Derby und wir sind froh, es den Zuschauern mit einem Sieg zurückgezahlt zu haben.