Vor ein paar Wochen vermeldete Handball-Drittligist HG Oftersheim/Schwetzingen einen überraschenden Neuzugang auf der Rückraum-Mitte. Jerrit Jungmann hat es aus Ostwestfalen in den Rhein-Neckar-Raum verschlagen und sich dann der HG angeschlossen.

Für den seit kurzem 19-Jährigen aus Löhne ist es die erste Saison in einer aktiven Mannschaft. Er entstammt der Talentschmiede des Bundesligisten TSV GWD Minden. Im abgelaufenen Spieljahr pflügte der 1,90-Meter-Mann (bei 85 Kilo) mit seinen Kameraden durch die Weststaffel der Jugend-Bundesliga Handball (JBLH) und beendete die Saison als Meister mit fünf Punkten Vorsprung. Danach war erst im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft gegen den späteren Titelträger Berlin Endstation. Dabei trug sich der Mittelmann wie so oft zuvor zweistellig in die Torschützenliste ein.

Jetzt will er „mit der HG die Liga aufmischen“. Angeblich verrät er mit einem Augenzwinkern sei schon ein T-Shirt-Aufdruck mit dem Slogan „Aufsteiger 2018/19“ in Vorbereitung. Vor dem morgigen Schlagerspiel gegen den TVG Großsachsen stand er uns für ein paar kurze Fragen zur Verfügung. Da blickt er recht optimistisch voraus: „Neben der Qualität entscheiden auch die Nerven“, ist einer seiner Leitsprüche. „Wir gehen mit einer großen Vorfreude an die Sache heran.“

Erzähl doch mal, wie es Dich nach Mannheim verschlagen hat – und von da zur HG.

Jerrit Jungmann: Also Ausgangspunkt war mein Studium, welches ich nach langer Überlegung gerne in Mannheim anfangen wollte. Nachdem das fest stand, habe ich mich nach Vereinen in der Umgebung umgesehen und bin auf Oftersheim/Schwetzingen aufmerksam geworden. Das Konzept und die junge Mannschaft haben mich letztendlich überzeugt. Das folgende Probetraining bei der HG hat mir gleich sehr gut gefallen. Auch die Art, wie Holger Löhr mit den Jungs umgeht, war mir sehr sympathisch. Da war die Entscheidung schnell ganz einfach.

Skizziere mal kurz Deinen handballerischen Werdegang.

Jungmann: Ich denke meine Familie hatte da einen großen Anteil dran, wie ich zum Handball gekommen bin. Sowohl meine Mutter als auch mein Vater haben damals Handball gespielt. Und meine beiden älteren Geschwister waren schnell Vorbilder für mich, weswegen ich auch unbedingt Handball spielen wollte. So war ich schon früh jedes Wochenende in der Halle. Von den Minis bis zu der D-Jugend hab ich dann bei meinem Heimatverein HSG Löhne-Obernbeck gespielt, ehe ich im ersten Jahr der C-Jugend zu GWD Minden gewechselt bin. Dort blieb ich dann sechs Jahre bevor ich den Weg zur HG fand.

Letzte Saison hat Dich mal eine Verletzung ausgebremst?

Jungmann: Ja, im November letzten Jahres hat ein Gegner mit seinem Knie meine Wade getroffen, wonach ich nicht weiterspielen und auch in den folgenden Tagen mein Bein nicht belasten konnte. Wir gingen davon aus, dass es nur ein sehr starker Pferdekuss war, bis sich nach zwei Wochen durch ein Röntgenbild rausstellte, dass mein Wadenbein gebrochen war. Ich musste dann sechs Wochen pausieren, was aber glücklicherweise durch die Winterpause nicht allzu schlimm war.

Wie hast Du Dich hier eingewöhnt?

Jungmann: Hier komme ich auf jeden Fall mit allem klar! Die Mannschaft ist sehr aufgeschlossen und hat mich auch toll angenommen. Da war es für mich nicht schwer, schnell Anschluss zu finden.

Das anstehende Derby ist ja für Dich Neuland. Was erwartest Du Dir davon?

Jungmann: Also vorneweg freue ich mich, das erste Mal nach so vielen Trainingseinheiten hier in der Nordstadthalle auch vor Publikum zu spielen und bin schon auf die Zuschauer gespannt. Der erste Sieg wäre natürlich das, was ich mir wünsche!

Was ist für Dich hier in der „Kurpfalz“ ungewohnt?

Jungmann: Die Aussprache einiger Worte! Da muss ich mich noch an ein paar Sachen gewöhnen.

HG Oftersheim/Schwetzingen – TVG Großsachsen (Sonntag, 17 Uhr, Nordstadthalle Schwetzingen)