Für manche war es eine „Farce“, andere fanden es spaßig oder sogar „saugeil“. Nur bei den Verantwortlichen, die auf beiden Seiten für finanzielle Abwicklung der Veranstaltung zeichneten, dürfte der Spaßfaktor niedriger angesiedelt gewesen sein. Nur ganze 46 Zuschauer wollten die Vorqualifikation zum deutschen Pokalwettbewerb für Drittliga-Handball-Teams zwischen der HG Oftersheim/Schwetzingen und dem HC Oppenweiler/Backnang sehen und dafür auch bezahlen. Denn der Sieger stand beim 49:9 (25:4)-Erfolg (wenn man es so nennen will) im Prinzip schon vorher fest.

Trotzdem hatte HG-Trainer Matthias Polifka seine Männer eindringlich darauf eingeschworen, über 60 Minuten Konzentration und Anspannung hochzuhalten. Schließlich sollte sich der Favorit gegen die dritte Mannschaft des HC (Bezirksliga) nicht blamieren und somit würde auch die Verletzungsgefahr geringer sein. Und von der ersten bis zur letzten Minute hielten sich seine Leute an diese Vorgabe. 6:0, 15:1 spielgelten dann sofort die wahren Kräfteverhältnisse wider. Die Schwaben wehrten sich aber tapfer im Rahmen ihrer Möglichkeiten, zeigten gute Rückzugsbewegungen und jeder Treffer, jede gelungene Aktion wurde bejubelt – auch von den Kurpfälzer Fans auf den Rängen.

Polifka hatte 13 Spieler des Drittliga-Kaders zur Verfügung (der Rest saß geschlossen auf der Tribüne und verfolgte das Geschehen von dort) und nutzte ihn zu Blockwechseln nach jeweils einer Viertelstunde. Nur die beiden scheidenden Senioren im Team, Kai Rudolf und Daniel Unser, wurden mehr gefordert. Rudolf rannte unermüdlich die linken Seitenlinie auf und ab, Unser (machte nur bei einem Siebenmeter für Marius Gabel Platz) ärgerte sich über jeden Ball, den er trotz seiner starken Leistung noch kassierte.

Wer Mitleid mit den Gästen hatte, war fehl am Platz. Deren Coach Sebastian Merk, hielt zur Pause schon fest: „Das ist für uns doch ein Riesenspaß, sonst hätte wir es nicht gemacht.“ Und aller Klassenunterschiede zum Trotz, war es eine absolut faire Begegnung, die nur eine (völlig unnötige) Gelbe Karte gegen den HC-Kreisläufer mit sich brachte. So war nur eine Frage zu klären: Schaffte die HG 50 Treffer und würde sie ihrerseits unter zehn Gegentoren bleiben? 30 (Tom Jansen) waren es nach 35 Minuten, 40 (Kai Rudolf) nach deren 48, die Hausherren lagen auf Kurs. Da stand bereits seit geraumer Zeit die Neun auf der Gegenseite (44.). Doch die HG blieb in der Schlussviertelstunde ohne Gegentor, vergab aber wegen ein paar schludrig abgeschlossener Konter, ein paar ins Aus geworfener Bälle ein höheres Ergebnis. Aber das war zweitrangig. Zum sportlichen Wert dieser Veranstaltung wollte dann auch keiner mehr groß etwas sagen.

Jetzt geht es in der zweiten Vorrunde zur TGS Pforzheim (Samstag, 19 Uhr). Dann ist endlich Saisonschluss.

HG: Gabel, Unser; Barthelmeß (4/1), Messerschmidt (3), Jansen (6), Rudolf (7), Zipf (2), L. Sauer (3), Krämer (4), Schuschlik (10), A. Sauer (4), Körner (2), Hideg (4/1).