Oftersheim/Schwetzingens „Erste“ präsentiert sich zum Abschiedsspiel

Die Drittliga-Runde ist vorbei, die Handball-Saison indes hält noch an. Die muss zu einer „Vorqualifikation“ des deutschen Pokal-Wettbewerbes antreten. Ihr Gegner heißt HC Oppenweiler/Backnang. Da die Kurpfälzer im Endklassement besser als die Schwaben abschnitten, genießen sie Heimrecht. Doch recht ist den meisten dieser Termin in der eigentlich spielfreien Zeit überhaupt nicht.

Der vor einigen Jahren veränderte Modus im DHB-Pokal mit Eingangsturnieren, in denen sich vier Teams messen, hatte schon nicht überall viele Freunde. Die nunmehr zusätzlich eingeführte Vorqualifikation löste indes auf breiter Front nur noch mehr Kopfschütteln aus (wir berichteten). HG-Vorsitzender Peter Knapp, ein bekennender Pokal-Gegner auf allen Ebenen, fasst sich mit seiner Meinung ganz kurz: „Ich halte diese Sache für so unsinnig, dass mir kein sinnvoller Satz dazu einfällt.“

Oftersheim/Schwetzingens sportlicher Leiter Martin Schmitt geht dabei ein wenig mehr ins Detail: „Wie eigentlich alle Beteiligten, mit denen ich bisher sprechen konnte, kann ich diesem neuen Modus nichts Positives abgewinnen. Es ist aus meiner Sicht unverständlich, warum man von dem bisherigen Vorgehen, nämlich die Leistung aus den 30 Saisonspielen als Kriterium zu nehmen und die ersten sechs Mannschaften am DHB Pokal teilnehmen zu lassen, abgerückt ist.“ Auch seine Bedenken als Mediziner bringt Dr. med. Schmitt zu Gehör, lässt einfließen: „Der aktuelle Modus mit bis zu zwei zusätzlichen Partien in der eigentlichen Urlaubszeit der Spieler ist nicht nur sportlich fraglich, sondern erhöht die Verletzungsgefahr aufgrund der Belastung und des zuletzt fehlenden Trainingsbetriebs nochmals erheblich.“ Deshalb fordert er eindrücklich: „Wir als HG sind – wie die meisten übrigen Drittligisten auch – für die Rückkehr zum alten Modus.“

Im Normalfall wären pro Staffel wohl drei Spiele und ein Freilos in Runde 1 fällig gewesen, zwei weitere dann, um die beiden endgültigen Kandidaten zu ermitteln. Aber viele wählten bundesweit die „Ausstiegsklausel“, legten 500 Euro auf den Tisch des DHB in Dortmund und verzichteten auf die ihrer Ansicht nach unnötige Saisonverlängerung. Deshalb stehen im Norden und Osten die zukünftigen Pokalteilnehmer bereits kampflos fest. Im Süden hätte die HG im Siegesfall dann nächste Woche beim Gewinner der Paarung TGS Pforzheim – TuS Dansenberg gespielt, aber auch die Pfälzer haben am Montag einen Rückzieher gemacht. Somit steht fest, dass es am folgenden Samstag um 19 Uhr in der Pforzheimer Bertha-Benz-Halle weitergeht.

Der HC O/B hingegen entsendet nach eigenen Angaben ein Ersatz-Team. Die Drittliga-Mannschaft steht wohl nicht bereit, die „Zweite“ darf (Landesligameister) als Bezirkspokalsieger Rems-Murr nicht eingesetzt werden. So kommen jetzt die Männer des HC III aus der Bezirksklasse zum Zug. „Die Jungs der ersten Mannschaft brauchen auch mal Urlaub“, begründete HC-Vorstandsmitglied Dirk Hail das Vorgehen.

„Das nehmen wir so an, wie es ist“, meint der diensthabende HG-Trainer Matthias Polifka. „Unsere Jungs sind da, haben Lust und so können wir ein oder vielleicht zwei Abschiedsspiele machen. Wenn wir gewinnen, werden wir dann sehen, wie und wo es nächste Woche weitergeht. Natürlich ist dies eine Gelegenheit, um den jüngeren Spieler ordentlich Einsatzzeit zu geben.“ Zehn oder elf Akteure hat Polifka auf jeden Fall dabei. Nur einige angeschlagene wir Simon Förch oder Justus Mehl werden wohl auf die Teilnahme verzichten. Ob die Lücken noch mit Nachrückern aufgefüllt werden, ließ Polifka offen.

Übrigens sind auch die Eintrittspreise vorgeschrieben, 7 Euro (4 für Schüler über 14 Jahre) soll das Sitzplatz-Ticket kosten, Stehplätze (5/3 Euro) dürfen erst in den Verkauf gelangen, wenn die bestuhlten Ränge alle belegt sind. Dauer-, Spieler-, Partner- und Jugendkarten haben keine Gültigkeit. mj

HG Oftersheim/Schwetzingen – HC Oppenweiler/Backnang (Samstag, 16 Uhr, Nordstadthalle Schwetzingen)