Remis in Östringen bringt keine Freikarte für HG

Es wurde nichts mit dem vorzeitigen Saisonende für die Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen. Die Drittliga-Runde ist nach dem 26:26 (11:13) bei den Rhein-Neckar-Löwen vorbei, aber jetzt heißt es, sich durch die Vorqualifikation zum deutschen Pokal-Wettbewerb zu mühen. Dafür ursächlich war aber nicht das Remis in Östringen. Auch ein Sieg hätte nicht gereicht, den in diesem Fall ins Auge gefassten sechsten Platz zu erreichen, da die direkte Konkurrenz ebenfalls erfolgreich spielte.

Die HG fiel sogar um einen Platz hinter die TGS Pforzheim zurück, die mit dem besseren Ausgang des direkten Vergleichs nun punktgleich vor ihr rangiert. Damit kommt es in zwei Wochen mit Heimspielrecht zum Aufeinandertreffen dem HC Oppenweiler/Backnang, während Pforzheim gegen Dansenberg spielen wird. Auch in den hinteren Reihen hat sich nichts verändert, Ex-Erstligist TV Neuhausen/Erms muss in die wohl bedeutungslose Relegation.

Das Unentschieden kann nach dem Spielverlauf vielleicht als gerecht betrachtet werden (siehe Spielverlauf), auch wenn der eine oder andere Protagonist dies wohl anders sehen würde. Insgesamt 13 Gleichstände waren zu verzeichnen, allerdings führte der Gast wesentlich häufiger als der Hausherr, jedoch nie besonders deutlich. Letztlich konvergierte das ganze Geschehen hin zu den letzten Minuten, Spielszenen und Sekunden – und ganz am Ende gab Kronau/Östringens Kreisläufer Lars Röller die entscheidende Figur.

Zuvor war die HG mit einem Tor im Nachwurf von Kreisläufer Niklas Krämer und einem Siebenmetertreffer von Daniel Hideg mit 24:22 in Vorlage gegangen (55.). Doch der Hausherr schlug durch Rico Keller und Maximilian Kessler zurück. Ein gefühlvoller Heber Tom Jansens von Rechtsaußen brachte den Gast wieder in Vorteil, nachdem HG-Keeper Daniel Unser  bei einem Konter bei Weitem nicht seine erste Heldentat vollbracht hatte. Im Sieben-gegen-Sechs markierte Pascal Kirchenbauer den nächsten Gleichstand, unter Zeitspielnot netzte Daniel Hideg zur erneuten knappen Führung ein. 25 Sekunden waren noch zu spielen. In diesen nutzt Röller nach einem geglückten Anspiel wenige Sekunde vor der Schlusssirene seine körperlichen Vorteile aus und bekam am Halbrund einen Siebenmeter zugesprochen, welchen Keller dann verwandelte.

HG-Trainer Holger Löhr machte eine zu hohe Fehlerquote im Angriff dafür verantwortlich, dass nicht mehr herausgesprungen sei. Dies traf aber auch mit Sicherheit auf seine Opponenten zu, die den glanzvollen Auftritt von Unser (zukünftiger Torwart bei Kronau/Östringen mit 20 Paraden) wohl zwiespältig sahen. Außerdem haderte Löhr mit der Deckung in der 5:1-Formation. „Da waren wir auf den Halbpositionen nicht aufmerksam genug.“ Insgesamt gab es aber in dem  Derby genügend Highlights, dass die mit 280 angegebenen Zuschauer ihr Kommen nicht ganz bereut haben dürften. Neben technischen Schmankerln waren emotionale Ausbrüche zu sehen und am Ende bedankten sich alle in gemischten Reihen bei den Fans.  mj

 

RNL II – HG O/S                25:25 (11:13)

RNL: Boudgoust, Bauer; Meddeb, Schneibel, Zweigner (4), Wichmann, Haider (1), Trost, Röller, Meyer, Kirchenbauer (4), Ganz (5), Keller (7), Kessler (5).

HG: Gabel, Unser; Barthelmeß (2), Messerschmidt, Jansen (9), Rudolf (4), Förch (2), Zipf, L. Sauer (3), Krämer (1), Suschlik, A. Sauer (1), Körner, Hideg (4/2).

Schiedsrichter: Johnen/Müller (Mönchengladbach).

Siebenmeter: 5/2:4:2. – Zeitstrafen: 8:6 Minuten.

Spielfolge: 1:2, 4:2, 7:6, 9:12, 11:13 (HZ), 22:22, 22:24, 25:25, 25:26, 26:26.