Finaler 5:0-Lauf bringt Sieg in Nußloch / Jetzt kommt Ex-Erstligist TV Neuhausen

 „Aus-, Aus-, Auswärtssieg“ und „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“, schallte es durch die Nußlocher Olympiahalle, begleitet von den Ovationen von wohl über 200 HG-Zuschauern. Ihr Handball-Team von Oftersheim/Schwetzingen hatte gerade in einem packenden Finish Drittliga-Rivale SG Nußloch mit 25:23 (15:12) niedergerungen.

„Da war alles dabei, was ein Derby ausmacht“, empfand auch HG-Coach Holger Löhr, dass der Spielverlauf dem Charakter eines Lokalduells entsprochen hatte. „Das war kämpferisch von aggressiven Abwehrreihen und taktisch geprägt.“ Seine Taktik, am Ende mit dem siebten Feldspieler zu agieren, könnte die Partie mit entschieden haben. „Der Wechsel auf das Sieben-gegen-Sechs hat geholfen“, urteilte auch Daniel Hideg, der als Spieler des Tages auserkoren worden war. Diese Ehre wurde ihm vor allem wegen seiner makellosen, 100-prozentigen Siebenmeterquote zuteil. Zehnmal war er angetreten, zehnmal hatten die SGN-Keeper das Nachsehen.

Doch früh abzusehen war dieser Erfolg nicht, im Gegenteil. Mit ungemein diszipliniertem Spiel kam der Gast (ohne irgendeinen technischen Fehler bis zur 44. Minute) durch die erste Halbzeit. Immer wieder wurde Lukas Sauer auf eine vorgezogene Deckungsposition beordert, was den Nußlochern nicht so recht schmeckte. Das sah auch SGN-Keeper Marco Bitz so: „Gegen die 5:1 ist uns überhaupt kein Mittel eingefallen.“

Einfallslos wirkten dann aber auch die HG-Werfer nach der Pause gegen Marco Bitz. Auch die Anspiele an den Kreis liefen nicht mehr leicht von der Hand. „Es war klar, dass wir das Niveau der ersten Hälfte, nicht über 60 Minuten bringen würden. Aber wir wollten unsere Schwächephasen so kurz wie möglich halten.“ Nach Löhrs Geschmack dauerten sie dann zwar zu lange, aber am Ende sollte es reichen, auch weil Nußloch nicht auf jeden der vielen HG-Fehlwürfe die entsprechende Antwort hatte. Stammtorwart Daniel Unser musste zwar passen (Erkältung), aber Marius Gabel und Maximilian Herb bei seinem „Heimspiel“ (ist ein Nußlocher) vertraten den „Chef“ gut.

Doch nach dem 17:19 von Tom Jansen (42.) blieb die HG-Ausbeute zappenduster. Es wurde zu Tode kombiniert, doch kein Abschluss gelang. So gewann der Hausherr allmählich die Oberhand und sah beim 22:19 (53.) eigentlich schon wie der sichere Sieger aus. Beide Seiten legten noch einmal nach, bevor die HG-Deckung für fast sieben Minuten zur Höchstform auflief und den Laden zumachte. Vorne hatten Hideg, Simon Förch und Tom Jansen das rechte Maß zurückgefunden. Den Schlusspunkt setzte Lino Messerschmidt mit einer gelungenen Einzelaktion.

Löhr räumte ein, dass ein „Quäntchen Glück“ vielleicht auch zum Erfolg beigetragen hätte. Dies änderte aber nichts an der überschäumenden Freude seiner Jungs. „Das Derby hat alles geboten, was es bieten soll“, meinte der 14-fache Torschütze Hideg. „Aber so recht habe ich zwischendurch nicht daran geglaubt, dass wir so zurückkommen.“ „Kämpferisch war das absolut super, wir haben nur fünf Gegentore bis zur 53. Minute bekommen. Wir hatten es in der Hand – und verlieren“, gab SGN-Trainer Christian Job seiner „sehr, sehr großen Enttäuschung“ freien Lauf. „Technische Fehler und unnötige Würfe am Ende“, brachten sein Team um den Lohn.

Belohnen will sich die HG jetzt auch mal wieder zuhause, wenn am Samstag, 19.30 Uhr, Abstiegskandidat TV Neuhausen, der ehemalige Erstligist aus dem Ermstal, in der Nordstadthalle zu Gast sein wird.

SGN: M. Bitz (1), Lieb; Bonelli, Crocoll (3), Müller (4), Herbert, Schmitt (2), Buse (1), K. Bitz (6), Gerdon, Herrmann, Ganshorn (2), Pauli (4/2), Trifanovs.

HG: Herb, Gabel; Barthelmeß (1), Messerschmidt (1), Jansen (4), Rudolf (1), Zipf, Förch (2), L. Sauer (1), Krämer (1), Suschlik, A. Sauer, Körner, Fendrich, Hideg (14/10).

Siebenmeter: 3/2:10/10. Zeitstrafen: 4:4 Minuten.

Spielfolge: 3:1, 5:4, 5:7, 9:11, 9:13, 12:15 (HZ), 15:18, 17:19, 22:19, 23:20, 23:25.  mj