Knapp verloren die Drittliga-Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen. Das 27:26 (17:14) beim VfL Pfullingen sieht eng aus, hätte jederzeit auch anders ausgehen können, dennoch betonte Trainer Holger Löhr, dass es eine verdiente Niederlage gewesen sei. „Dieses Quäntchen Glück muss man sich auch erarbeiten“, während sein VfL-Pendant Till Fernow vom „souveränsten Ein-Tor-Sieg der letzten Zeit“ sprach. Es war der fünfte aus den letzten sechs Spielen, der neunte Heimerfolg in Serie für die Schwaben.


Vorausgegangen waren gut 50 Minuten, in denen sich beide Teams mehr oder weniger auf Augenhöhe begegnet waren (23:21). Ein kurzer Einbruch nach Kevin Körners dritter Hinausstellung sorgte für einen klaren 22:27-Rückstand (56.). Doch – und dies bewunderte auch Fernow gegenüber Löhr: „Deine Jungs kämpfen bis zum Schluss um jeden Ball.“ Mit einer famosen Aufholjagd wurde der Anschluss hergestellt. Mehr war dann aber nicht drin, weil zum einen die Zeit abgelaufen war und zum anderen ein, zwei möglichweise aussichtsreiche Aktionen dazwischen noch schief gegangen waren. Andererseits könnte der Gastgeber, der am Schluss reihenweise in Daniel Unser seinen Meister fand, bei weniger Fehlwürfen einen höheren Sieg für sich reklamieren. Am Ende zählt einfach nur die Punkteverteilung. Die lässt die HG auf Rang 6 verharren, Pfullingen sitzt auf Platz 10.
Wegen diverser Ausfälle begann Oftersheim/Schwetzingen mit der selten vorgetragenen Rückraumreihe Lukas Sauer, Tom Jansen und Julian Zipf, die sich gleich gut einführte. Später sollten auch andere ungewohnte Varianten und Zusammenstellungen folgen. Aber nicht alle Experimente führten zu durchschlagendem Erfolg. Beide Seiten boten im Wechsel Treffer, wenige Fehlwürfe und einige Kabinettstückchen (0:2, 7:7, 9:7, 9:10, 12:10). Die 650 Zuschauer wussten sich am Ende gut unterhalten, sahen eine „taktisch hochinteressante Begegnung“ (Löhr). Zwischendurch fehlte der HG dann zur Pause hin im Angriff ein wenig der Überraschungsmoment, weshalb Pfullingen etwas lauter den Takt vorgab.
Kurz danach – wie zu Spielauftakt ein Doppelschlag von Zipf und Jansen – war alles wieder offen (17:16), bis dann bei akuter HG-Torflaute der größere und vorentscheidende Rückstand auftrat. „Wir haben alles versucht, auch im taktischen Bereich. Aber bei so einem Spiel muss alles passen und dafür haben wir ein, zwei einfache Aktionen zu viel zugelassen“, wusste auch Löhr um die Gründe der Niederlage, hob aber auch das Positive hervor: „Wir haben Stabilität reingebracht, sind in der Lage, Ausfälle zu kompensieren und dadurch flexibler geworden.“ Das hatte auch Fernow erkannt: „Die HG war durch die Ausfälle von Simon Förch und Daniel Hideg schwerer auszurechnen, war auch taktisch sehr variabel, da mussten wir erst einmal dagegen halten. Aber was am Ende passiert ist, warum es so eng wurde, müssen wir dann noch mal analysieren.“
HG: Gabel, Unser; Barthelmeß, Messerschmidt (3), Jansen (6), Rudolf, Zipf (2), L. Sauer (7/3), Krämer, Suschlik (1), A. Sauer (3), Fendrich (3), Körner (1).  mj