Ruhiges Treiben

Im Gegensatz zum Fußball geht es bei den Handballern in der nur kurzen Winterpause im Wechselgeschäft eher beschaulich zu. So auch in der Südstaffel der 3. Liga. Aber, dass nicht alle Mannschaften im Gleichtakt ticken, unterschiedliche Strategien und Philosophien verfolgen, wird an dem Bisschen, welches sich tut, auch ersichtlich.

Während bei der auf Rang 4 gut platzierten HG Oftersheim/Schwetzingen in dieser Hinsicht keinerlei Bestrebungen ersichtlich sind (wie auch bei weiteren Teams mit solidem Unterbau), schrillen bei anderen die Alarmglocken und es wird teilweise nach profihaftem Strickmuster vorgegangen. Relativ ruhig ist es dabei noch bei Schlusslicht TV Hochdorf. Dort wurde nur bekanntgegeben, dass der 24-jährige Interimstrainer Steffen Christmann (in Nachfolge von Stefan Bullacher, der jetzt wieder zum letztjährigen Drittligisten SV Zweibrücken zurückgekehrte) bis Saisonende zum Chefcoach befördert wurde. Der 32-jährige Kreisläufer und Namensvetter Steffen Bühler wird ihm dabei als spielender Co-Trainer assistieren.

Eine ganz andere Verhaltensweise wird im Pfälzer Wald beim Drittletzten TuS Dansenberg an den Tag gelegt. Trainer Marco Sliwas Position steht dabei in keinster Weise zur Diskussion. Er beobachtet nach vereinseigenen Angaben gemeinsam mit Teammanager Alexander Schmitt aufmerksam den Transfermarkt. Der TuS sei intensiv auf der Suche nach einem Rückraumspieler, „der uns weiterbringt“. Sicher ist schon der Zugang zweier Junioren-Nationalspieler. Der Portugiese Augusto Aranda (19), in Angola geboren, kam von Benfica Lissabon und hat schon eine Partie auf Rechtsaußen absolviert, Robin Eisele (18/Spielmacher/linker Rückraum) steigt im Januar ein. Er verlässt den SV Zweibrücken allerdings nur teilweise. Er wird weiterhin für den SVZ in der Jugend-Bundesliga auflaufen. Der frühere Pforzheim/Eutinger Goran Gorenac, im Herbst nachverpflichtet, muss Dansenberg hingegen wieder verlassen. Er wurde den in ihn gesetzten Erwartungen scheinbar nicht gerecht.

Nicht erfüllte Erwartungen sorgten auch dafür, dass der nachverpflichtete Eduard Klyuyko im neuen Jahr nicht mehr für die TGS Pforzheim auflaufen wird. Aktuell werden Spieler für die nächste Saison gesucht, mit denen die Schwarzwälder in die 2. Bundesliga wollen, lässt Chef Wolfgang Taafel durchblicken.

Als „Winter-Transfercoup“ (Heilbronner Stimme) wurde eine Personalie vom TSB Horkheim hochgejubelt. In der Tat kommt mit dem Weinsberger Oliver Heß (29) ein äußerst erfahrener Spieler an den mittleren Neckar. Heß war für den HC Erlangen und zuletzt Friesenheim in der Bundesliga aktiv. In Ludwigshafen löste der Mitspieler von den Ex-HGlern Kai Dippe und Pascal Durak im Oktober seinen Vertrag auf. Aber weder Unzufriedenheit noch der Wunsch nach einer neuen Herausforderung waren seine Triebfeder. Er beginnt sein Referendariat in Heilbronn und war mit Freundin dorthin gezogen, wollte dem Handballsport sogar ganz ade sagen. Trainer Jochen Zürn muss in seinem voll besetzten Kader nun einen Platz für Heß finden, sah eigentlich „keine Notwendigkeit“ für einen zusätzlichen Spieler, will den Linkshänder aber gut integrieren.

Nichts Neues ist vom Ex-Zweitligisten TV Neuhausen zu hören und zu lesen. Nur, dass in Metzingen immer noch händeringend ein neuer Trainer gesucht wird, der am 2. Januar seinen Dienst antreten solle. Es gäbe wohl einen Wunschkandidaten seit einiger Zeit, aber in trockenen Tüchern sei noch nichts.  mj