„Da stehen einfach ein paar Zentimeter und Kilogramm mehr im Weg“

„Sie waren einfach die bessere Mannschaft“, Fans, Spieler, Trainer und Funktionäre der HG waren sich nach der Niederlage gegen die Rhein-Neckar-Löwen II einig. Und die fiel – wie bei den Handballern Oftersheim/Schwetzingens in dieser Drittliga-Saison meist üblich – mit 23:34 (12:18) recht deftig aus.

Aggressivität sollte sein Team in der Deckung ausstrahlen, hatte HG-Trainer Holger Löhr vorab gefordert. Die (mehr oder weniger akzeptable) Härte brachten aber die Gäste ins Spiel, die hinten ordentlich zulangten und früh Gelbe Karten und Zeitstrafen (insgesamt 10 Minuten bis kurz nach der Pause) zogen, aber sich dabei wenig beeindruckt zeigten. Die HG kassierte indes nur eine Hinausstellung im „normalen“ Spielverlauf. Zwei weitere am Ende gegen die A-Jugendlichen Niklas Krämer und Max Barthelmeß gehörten wohl in die Kategorie Unerfahrenheit oder Frust. Frust kam vielleicht schon nach rund einer Minute auf, als der erste Siebenmeter von Lukas Sauer versemmelt wurde. Die restlichen drei verwandelte er, so den nächsten nach sechs weiteren Minuten. Es war der Treffer zum 1:3 und vieles hatte sich schon angedeutet.

Die Gäste hatten alle aufgeboten, die bei ihnen möglich sind. So Pascal Kirchenbauer und Kreisläufer Max Haider, die auch für die TSG Friesenheim in der Bundesliga spielen. Oder Maximilian Trost, der im Rückraum praktisch einen Freifahrschein hatte und sich von der HG-Abwehr kaum gestört fühlte.

Die einzige dominante Phase der Hausherren fand nach dem Seitenwechsel statt. Kronau/Östringen hatte mit der Gunst der gewonnenen Seitenwahl auf 19:12 vorgelegt. Dann verkürzte die HG – auch gestützt auf einige Paraden und Sprints zur Auswechselbank von Marius Gabel – auf 17:21 (39.). Dieser Hoffnungsschimmer wurde aber schnell unterdrückt, sogar ohne dass die RNL-Coaches eine Auszeit dafür bemühten. Sämtliche taktische Varianten, die Löhr in Abwehr wie Angriff brachte fruchteten nicht. „Wir haben auf jede Situation eine Lösung gehabt, eine Antwort gewusst und unsere Spieler haben sie und die taktischen Vorgaben aus dem Videostudium umgesetzt. Mehr gibt es kaum zu sagen.“ André Bechtold klang im Trainergespräch eindeutig sehr zufrieden.

Nicht besonders unzufrieden wirkte indes auch Löhr. „Solche Niederlagen, auch in der Höhe akzeptabel, muss man einfach anerkennen und sie geht letztendlich in Ordnung. Wir haben einfach keinen Zugriff auf das Spiel bekommen. Die Bereitschaft der letzten Spiele fehlte, unsere Abwehr kam nicht ins Rollen und die gegnerische schafften wir nicht zu lösen“, nannte der Coach einige fehlende Bausteine. Und: „Da ist uns Kronau (Anmerkung: mit dem Leistungszentrum) doch einen Tick voraus, da stehen einfach ein paar Zentimeter und Kilogramm mehr im Weg.“

Abschließend meinte Bechtold noch: „Beide Teams hatten es auf Grund ihrer Vorleistungen verdient, vor so einer Kulisse zu spielen. Und die Rückrunde wird für keinen von uns ein Selbstläufer.“

HG: Gabel, Unser; Barthelmeß, Messerschmidt (1), Jansen (5), Rudolf, Zipf, L. Sauer (6/3), Krämer (2), Mehl (3), A. Sauer (1), Förch , Körner (1), Hideg (4). mj