Mit einem klaren Start-Ziel-Sieg kehrt die HG Oftersheim/Schwetzingen rechtzeitig vor dem nächsten nordbadischen Derby auf den zweiten Rang der 3. Handball-Liga Süd zurück. Mit 25:18 (11:7) bezwang sie den Letzten TV Hochdorf vor dessen eigenem Publikum klar.


Das Schlusslicht wollte – nach außen hin – mit aller Macht eine Wende einleiten, kassierte stattdessen einen „Nackenschlag“ wie die Rheinpfalz titelte. Dessen Trainer Stefan Bullacher hatte den Druck des Gewinnenmüssens eingeräumt, hatte aber auch fast alle seine Spieler wieder zurück an Bord. Bei Oftersheim/Schwetzingen saßen dafür sechs Akteure auf den Tribünenrängen, darunter wichtige Leistungsträger, wie auch der Gegner anerkannte. „Wir hatten auf Grund unserer Kadersituation nichts zu verlieren, während sich bei Hochdorf schon Druck aufgebaut hat“, sah HG-Coach Holger Löhr sein Team unbeschwert aufspielen und mit weiteren Nachwuchsspielern aufgefüllt. In ähnlicher Konstellation war ja schon der Erfolg in Pforzheim geglückt, rief er seinen Jungs in Erinnerung.
Er hatte seinem Team eine aggressive 6:0-Deckung verordnet. Und nur selten gelang es den Pfälzern diesen Riegel auseinanderzuziehen. Und bald führte die HG 3:0, obwohl Lino Messerschmidt schon in der ersten Minute auf die Strafbank musste. Bis zum 4:6 durfte der TVH noch an einen Erfolg glauben, dann zog der Gast die Zügel straffer an (5:10). Die neugebildete Rückraumachse Julian Zipf, Lukas Sauer und Tom Jansen hatte das Kommando übernommen. Letzterer hatte sich als früherer TVH-Spieler ganz besonders auf diesen Abend konzentriert und bekam nach Abpfiff sein Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht. „Das war einfach stark.“
Dabei vergaß die HG ein ums andere Mal, richtig schmerzhafte Nadelstiche zu setzen. Manchmal wurde einfach auch zu mannschaftsdienlich gespielt, die eigene Chance nicht registriert. Doch selbst wenn der Gast Hochkaräter liegen ließ, wie einige Konter, Freie, oder sich einfach mal im Zeitspiel verhedderte, wurde er kaum nennenswert bestraft. Seine Deckung stand.
„Da kam von uns zu wenig“, musste Bullacher in „meinen schwersten Stunden als Trainer“ eingestehen. „Oftersheim/Schwetzingen hat aus seinen Möglichkeiten Hervorragendes herausgeholt.“ Seine Jungs hingegen blieben hinter den Erwartungen weit zurück. Er wolle ihnen aber keinen Vorwurf machen. Auch er wirkte im zweiten Durchgang trotz zweier Auszeiten und wechselnder Deckungsformationen weitgehend machtlos, blieb über weite Strecken stumm.
Löhr attestierte jedenfalls seine Abwehr stark gespielt zu haben und dementsprechend wenig zugelassen zu haben. „Das Ganze war herausragend. Vielleicht nicht unbedingt im spielerischen Bereich, aber auf jeden Fall im kämpferischen.“ Aber er arbeite ja noch weiter an seinem Ziel der Weiterentwicklung und merke, „wie es mir allmählich gelingt, die Jungs von meiner Philosophie zu überzeugen“.


TVH: Bachmann, Schulte; Gerdon, Götz (2), Klug (1), Schwenzer (2), Lanninger (1), Sorda (2), Roy, Novo, Ruf (3), Wöschler (3), Waldgenbach (4).
HG Oftersheim/Schwetzingen: Unser, Gabel; Jansen (5), L. Sauer (5/5), Zipf (5), Rudolf (3), A. Sauer (5), Messerschmidt (2), Barthelmeß, Hakic, Krämer, Demel, Mehl, Körner.


Spielfolge: 0:3, 3:5, 4:6, 5:10, 7:11 (HZ), 7:14, 9:18, 11:21, 13:23, 18:25.
Schiedsrichter: Briese/von der Beeck (Köln). Siebenmeter: 2/0:5/5 – Zeitstrafen: 6:4 Minuten
Beste Spieler: Schulte, Wöschler – Unser, L. Sauer, Messerschmidt.
Zuschauer: 480.