Derbys und weitere Überraschungen

Der sechste Spieltag der 3. Liga stand in der Südstaffel teilweise im Zeichen einiger Derbys. Das räumlich engste Lokalduell zweier potentieller Südteams fand allerdings in der so genannten Ostgruppe statt. Die SG Leutershausen und der TVG Großsachsen trugen Teil 1 der turbulenten „Hirschberger Ortsmeisterschaften“ aus. Und nein, die Partie Neuhausen (Erms) kontra Neuhausen (Filder) ist kein Stadtduell, wie an mancher Stelle schon vor der Runde gemutmaßt worden war. Aber bei weniger als 20 Kilometer Distanz ist der räumliche Nahbezug schon gegeben.

Und wieder überraschen die Aufsteiger. Zunächst Dansenberg, das sich von Haßloch quasi unerwartet hoch abschlachten ließ, das Filder-Team, das den Ermser Ex-Zweitligisten Neuhausen alt aussehen lässt und Kornwestheim, welches – vielleicht der kleinste Ausreißer – bei Oftersheim/Schwetzingen überaus deutlich dominierte. Letztlich bleibt der SVK gemeinsam mit den Rhein-Neckar-Löwen II an der Spitze. Christian Job, Trainer der SG Nußloch meinte auch: "An jedem Spieltag gibt es Überraschungen, jede Woche stolpert ein anderer Favorit. Es wird eine harte Saison."

Rhein-Neckar-Löwen II – VfL Pfullingen 28:26 (15:16)

Sein Team hätte am Ende mit viel Bedacht gespielt, erklärte Trainer André Bechtold, denn bis zum 24:24 war es eine enge Kiste, ja zuvor hatte der VfL mal 21:17 geführt, bevor die Punkte über 26:25 und 27:26 eingetütet wurden und Pfullingen weiterhin leer ausging. Pfullingens Till Fernow monierte, sein Team habe in stressigen die falschen Entscheidungen getroffen.

SG Nußloch – TuS Fürstenfeldbruck 31:29 (18:17)

Sebastian Meinzer traf für die Gäste zehnfach, bevor er zur Pause vermutlich mit Nasenbeinbruch ausschied. Lars Crocoll sah dafür Rot. Wer weiß, wie die Partie sonst geendet hätte. Der Rest der Brucker kämpfte tapfer, kam auch nach vier Toren Rückstand wieder (20:29/59.). SGN-Keeper hatte seine Farben zuvor im Spiel gehalten.

HG Oftersheim/Schwetzingen – SV Kornwestheim 23:33 (9:14)

Dem schnellen, akkuraten Handball des Kornwestheimer Aufsteigers waren die Mannen der HG nicht gewachsen, auch weil ihr Goalgetter Daniel Hideg fehlte. Dabei hatte Trainer Alexander Schurr in der Pause mit seinen Jungs sogar noch „Tacheles geredet“.

TV Neuhausen/Erms – TSV Neuhausen/Fildern 24:26 (14:11)

Derby Nummer 1: 14:11 zur Pause, 17:11 kurz danach, wer jetzt noch auf die Gäste - ohnehin als Außenseiter angetreten - gesetzt hätte, hätte ordentlich Kasse gemacht. TVN-Trainer Anel Mahmutefendic bemängelte: „Nach dem 19:13 dachten wohl einige, das Spiel sei zu Ende. Das darf nicht passieren.“ Für die Mad Dogs war es ein Sieg des Willens. Der Aufsteiger zog über 20:19 mit einer 13:5-Serie am Absteiger vorbei.

TGS Pforzheim – HBW Balingen-Weilstetten II 30:26 (14:12)

In einem wahren Kampfspiel setzte sich der Hausherr letztendlich durch, doch die Anspannung durfte keine Sekunde nachlassen. Die Schwaben wären jederzeit bereit gewesen zurückzuschlagen. Doch beim 26:19 stand der Sieger wohl dann doch etwas vorzeitig fest. HBW-Coach André Doster haderte deshalb mit der Angriffseffektivität, bei der TGS durften dafür die Nachwuchskräfte fleißig mitmischen.

TuS Dansenberg – TSG Haßloch 19:30 (8:13)

Derby Nummer 2: Erstmals seit gut anderthalb Jahren verlier Dansenberg das heimische Parkett mit einer Niederlage - und was für einer. „Da wird’s mal Zeit“, sagt TSG-Trainer Tobias Job im Vorfeld gesagt. „Das meine ich ernst“, Die Gäste dominierten vom Start weg. Ihr Keeper Daniel Schlingmann und seine Abwehr schienen unüberwindbar. Macht in der Summe 7:1-Auswärtspunkte für die TSG.

TSB Horkheim – HC Oppenweiler/Backnang 28:25 (14:11)

Derby Nummer 3: HC-Coach Matthias Heineke wünschte sich mehr Konsequenz und Zielstrebigkeit von seinen Männern und wurde dann doch wieder enttäuscht. Horkheim kämpfte seinen Gast in einer spannenden Partie regelrecht nieder.

SG Köndringen/Teningen – TV Hochdorf 17:17 (9:7)

"Für uns ist das heute sicherlich ein verlorener Punkt", meinte SG-Mittelman Robin Dietrich. Sein Team hatte durchgehend geführt, auch kurz vor Schluss noch mit drei Toren und ließ sich noch die Butter vom Brot nehmen. Dabei war der Gast stark dezimiert in Südbaden angetreten. Dessen Steffen Bühler markiert praktisch mit dem Abpfiff den Ausgleich und freute sich mit seiner Mannschaft über eine "kleine Sensation". mj