Nach zwei Auswärtserfolgen wurde die HG Oftersheim/Schwetzingen vor heimischer Kulisse mit einer Niederlage, die sich gewaschen hatte, wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt. Gegen den SV Kornwestheim verlor sie mit 23:33 (9:14).


„Wir haben einen Gegner gesehen, der uns Grenzen aufgezeigt hat“, brachte es HG-Coach Holger Löhr auf den Punkt. „Er spielte den Handball, den ich mir vorstelle, technisch versiert, schnell, flüssig.“ Das musste sein Team gleich zu Beginn feststellen.
„Wir sind schlecht reingekommen.“
Denn nur rund 40 Sekunden dauerte es bis zum 0:2. In den ersten Minuten wurde der Gastgeber nach eigenen Fehlern aber auch Toren förmlich überrollt. Der SVK zelebrierte einen verdammt flotten Handball. Allmählich nahm auch die HG Fahrt auf, ging das Tempo mit. Nach technischen Fehlern zuvor, summierten sich jetzt allerdings die Würfe, die nicht ihr Ziel erreichten. 23 sollten es insgesamt werden. Kurios dann die letzten zehn Minuten vor der Pause. Kornwestheims Angreifer scheiterten an Marius Gabel, die HGler oftmals an sich selbst. Es fielen nur zwei Treffer: Beide aus der Ferndistanz ins leere Netz.
Löhr versuchte ständig mit taktischen Umstellungen der Partie ein Wende zu geben. So ließ er sein Team nach Pause mit zwei Kreisläufern und Max Barthelmeß im Rückraum ohne Torwart operieren. Das rasante beidseitige Scheibenschießen endete per Auszeit nach zehn Minuten mit einem Zwischenresultat von 6:7. Der Hebel war an diesem Abend nicht mehr umzulegen.
„Unser Marschroute war, das zu spielen, was Kornwestheim macht, aber es lief nicht“, meinte Löhr. „Aber das bricht uns nicht das Genick. Es bringt nix, die Nerven zu verlieren.“ Dass mit Daniel Hideg eine wichtige Stütze des Teams ausgefallen ist, ist für den Trainer „schon ein entscheidender Faktor, aber keine Entschuldigung. Wir haben einen Drittliga-Kader, der in der Lage sein müsste, das aufzufangen. Aber wir zeigen nicht die letzte Konsequenz, wenn wir schlecht ins Spiel starten.“
Der siegreiche Coach Alexander Schurr war indes rundum zufrieden: „Was sonst, wenn man auswärts so hoch gewinnt, auch wenn es normalerweise immer 1000 Sachen zu kritisieren gibt.“ Dass seine Mannschaft mit vorne steht, sei schön, aber: „Es gibt in dieser Staffel nur ein großes Mittelfeld, da sind nur wenige Punkte Differenz. Wenn wir da ein bisschen vorneweg eilen, ist das okay.“

HG: Gabel, Unser; Barthelmeß, Messerschmidt (1), Rudolf (1), Förch (5), Zipf, L. Sauer (5), Krämer (3), Fritsch (2), Mehl, A. Sauer (4), Fendrich (1), Körner (1).