Zweiter Kornwestheim kommt zur HG

Mit ihren 6:4 Punkten steht die HG Oftersheim/Schwetzingen in der 3. Handball-Liga recht gut da. Und jetzt kann sie weiter für Furore sorgen. Denn mit dem SV Kornwestheim kommt ein Team von der aktuellen Tabellenspitze. Die Schwaben müssen sich zwar – punktgleich – mit dem zweiten Rang hinter der SG Kronau/Östringen begnügen, da sie am dritten Spieltag den direkten Vergleich bei den Rhein-Neckar-Löwen II mit 30:31 hauchdünn verloren. Sollte die HG allerdings siegen, würde sie mit dem SVK gleichziehen. So eng geht es in der derzeitigen Tabellensituation zu.

Die Aufsteiger erweisen sich nicht gerade als Leichtgewichte. Mit Kornwestheim steht jetzt sogar einer davon eben ganz vorne. Wie hatte es Horkheims Trainer Jochen Zürn nach der Niederlage gegen Oftersheim/Schwetzingen so treffend formuliert? „Es ist eine unheimlich schwierige Staffel. Wenn nur zwei Stellschrauben nicht passen, bist du weg.“ Das musste auch der vormalige Spitzenreiter und Bundesliga-Absteiger TV Neuhausen/Erms erfahren, der nun seine weiße Weste beschmutzt bekam – und zwar von einem weiteren Neuling, dem TuS Dansenberg. Und der Dritte im Bunde der Neuen, der TSV Neuhausen/Filder, hatte ja beide Punkte vor drei Wochen aus der Schwetzinger Nordstadthalle entführt.
Nach dem Willen der Einheimischen sollte sich dies nun nicht wiederholen. Aber es ist eine recht knifflige Aufgabe, bei der die HG auf ihren Topgoalgetter Daniel Hideg verzichten muss. Dieser ist nach seinem Nasenbeinbruch in Heilbronn definitiv nicht einsetzbar. Aber seine Mitstreiter sind solche Konstellationen gewohnt, fiel er doch letzte Saison auch recht lange aus. HG-Coach Holger Löhr nimmt es recht sportlich: „Grundsätzlich hast du bei jedem Spiel in dieser Staffel ein ordentliches Brett vor der Brust, egal ob es ein Aufsteiger oder eine in der Liga etablierte Mannschaft ist.“
Kornwestheim ist eigentlich keins von beiden – oder eben beides gleichzeitig. Der SVK war 2013 gemeinsam mit der TGS Pforzheim in die 3. Liga aufgestiegen, wurde in seinem zweiten Jahr Sechster und handelte den darauffolgenden Abstieg als Betriebsunfall ab. Als Oberligameister kehrte er nun reichlich gestärkt zurück. Trotz des Erfolges gab der langjährige Trainer Hans Christensen das Team ab (wechselte zu Bietigheims zweiter Frauen-Mannschaft). Alexander Schurr (vom  SV Remshalden) übernahm das Zepter und bislang scheint dies von Erfolg gekrönt zu sein. Und mit Peter Jungwirth stellen die Gäste den aktuellen Spitzenreiter bei den Torschützen (57/27). Hideg (42/8) war in dieser Disziplin hinter Hannes Grundler (Neuhausen/Filder, 49/11) Dritter, verpasst aber nun dieses Duell.
Für Löhr stand schon lange fest: „Das wird eine knallharte Runde. Aber mich interessiert vor allem die Entwicklung meiner Mannschaft.“ Da will er erklärtermaßen ständig Fortschritte sehen. „Wir fürchten uns nicht vor Kornwestheim, mal sehen war morgen passiert.“ Aber auch aus der anderen Ecke kommt eine Kampfansage: „Natürlich nehmen wir gerne Zähler auswärts mit“, schickte Schurr nach dem SVK-Sieg in Hochdorf schon mal Grüße nach Schwetzingen und Oftersheim. Von der seinem Team wiederholt angelasteten Favoritenbürde will er aber nichts wissen: „Die Tabelle hat noch überhaupt keine Aussagekraft.“  mj


HG Oftersheim/Schwetzingen – SV Kornwestheim (Samstag, 19.30 Uhr, Nordstadthalle Schwetzingen)