HG-Trainer Löhr freut sich nach Staffeleinteilung auf neue Saison

Nichts wurde aus dem von einigen Handball-Verantwortlichen und Anhängern der HG Oftersheim/Schwetzingen leise gehegten Wunsch ab dem 24. August in einer Südstaffel der 3. Liga mit allen baden-württembergischen Konkurrenten gemeinsam auf die Punktejagd 2019/20 zu gehen. Die HG in der Ost-Gruppe, die aber nun unter der Bezeichnung „Mitte“ an den Start gehen wird. HG-Boss Peter Knapp – mittlerweile auch BHV-Chef – meinte lakonisch als „alter Lateiner: ‚nihil nove sub sole‘ (nichts Neues unter der Sonne)“ zur Einteilung, die die Verantwortlichen beim Deutschen Handballbund (DHB) getroffen haben..

Vorstandsmitglied Jochen Kühnle, findet diese Zusammenstellung „durchaus so okay“ und freut sich auf eine Fahrt nach Dresden. Denn dort residiert die Zweitvertretung des Zweitligisten HC Elbflorenz, die sich den Meistertitel der mitteldeutschen Oberliga sicherte und auch in der Aufstiegsrelegation Durchsetzungsvermögen bewies. Insgesamt galt es bundesweit 15 Abgänger durch 15 „Neulinge“ zu ersetzten, von denen allerdings einige auch Rückkehrer sind. So der frühere Bundesligist TV Großwallstadt, der in der Zweitklassigkeit nicht zu bestehen vermochte.

Ebenfalls neu und früher als HG-Gegner höherklassig unterwegs und jetzt wieder aus den Oberligen empor gekämpft haben sich Bad Neustadt an der Saale (Bayern) und das fränkische Kirchzell (Hessen). Ein im Süden weitgehend unbeschriebenes Blatt stellt das südniedersächsische Northeim dar. Der dortige NHC, 2011 als Nachfolger der HSG Northeim/Hammenstedt/Hillerse gegründet, spielte letzte Runde im Westen.

Ansonsten sind neben Leipzig die inzwischen wohlbekannten Teams von der hessischen Appelwoi-Fraktion mit an Bord und natürlich die lokalen Derbygegner.  Deshalb findet Oftersheim/Schwetzingens Trainer Holger Löhr „die Staffel sportlich sehr reizvoll, da zudem mit Großwallstadt eine Topmannschaft dazu kommt. Auch haben wir weiterhin viele interessante Derbys. Es wird sicherlich wieder nicht einfach, aber ich freue mich sehr darauf“.

Detailreicher, aber in die gleiche Richtung weisend, äußert sich der sportliche Leiter Martin Schmitt: „Durch unsere positiven Erfahrungen der letzten Saison in der Oststaffel waren wir vor der diesjährigen Einteilung sehr entspannt. Für uns war wichtig, dass die Nachbarschaftsderbys erhalten bleiben und mit Kirchzell und dem Zugpferd aus Großwallstadt kommen noch sehr attraktive Gegner dazu.“ Schmitt denkt auch: „Mit den aufgerüsteten Mannschaften aus Hanau und Nußloch und allen voran dem Zweitligaabsteiger aus Großwallstadt erwarten uns sportlich große Herausforderungen. Wir können uns auf eine tolle Runde freuen.“

Vereinsvertreter involviert

„Die von den Vereinsvertretern maßgeblich vorbereitete Staffeleinteilung berücksichtige die Bedürfnisse der Vereine, optimiere Fahrstrecken und ermögliche eine Vielzahl attraktiver Lokalderbys, erläuterte Horst Keppler, Vorsitzender der Spielkommission, in einer Aussendung des DHB. Die Liga würde der regionalen Gewichtung der Staffeln Rechnung tragen, indem zum Teil neue Namen einführt worden sind: „Spielleiter Andreas Tiemann wird neben der Süd-Staffel auch die Staffeln Nord-Ost, Nord-West und Mitte durch die Saison führen.“ Denn wie schon im letzten Jahr sind mit Dresden II (statt Eisenach) und Leipzig II nur zwei „echte“ Ostler vertreten.

Die abzuspulende Fahrleistung steigt für die HG im Vergleich zur Vorsaison um knapp 240 Einheiten auf 5263,6 Kilometer für die Kurpfälzer, wobei die Fahrt an die Elbe (einfach 523,2 km einfach) am meisten ins Kontor schlägt. Strecken allerdings, die für die Spieler aus der sächsischen Landeshauptstadt ab August zur Routine werden dürften. Sie haben insgesamt über 13000 km vor der Brust, liegen damit deutschlandweit mit riesigem Abstand an der Spitze.

Die Staffeln im Überblick

Nord-Ost: TSV Altenholz, Oranienburger HC, 1. VfL Potsdam, SV Schwerin, HSV Hannover, HCE Rostock, TSV Burgdorf II, HB Burgwedel, SVA Bernburg, SC Magdeburg II, HSG Neustadt/Grömitz, Reinickendorfer Füchse II, Eintracht Hildesheim, Dessau-Roßlauer HV, TuS Vinnhorst, HG Barmbek.

Mitte: TV Gelnhausen, HSG Bieberau/Modau, HSG Hanau, HSG Rodgau/Nieder-Roden, TVG Großsachsen, SG Leutershausen, GSV E Baunatal, SG Nußloch, HG Oftersheim/Schwetzingen, HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II, SC DHfK Leipzig II, Northeimer HC, TV Großwallstadt, HSC Bad Neustadt, TV Kirchzell, HC Elbflorenz II.

Süd: HC Erlangen II, TuS Dansenberg, HC Oppenweiler/Backnang, HBW Balingen-Weilstetten II, TuS Fürstenfeldbruck, TSG Haßloch, SV Kornwestheim, TSB Horkheim, Rhein-Neckar-Löwen II, TGS Pforzheim, VfL Pfullingen, TV Willstätt, HG Saarlouis, TSV Blaustein, TV Plochingen, TV Hochdorf.

Nord-West: Ahlener SG, SG Menden, VfL Gummersbach II, TuS Volmetal, Longericher SC, Leichlinger TV, HSG Augustdorf/Lemgo II, GWD Minden II, HSG Bergische Panther, SG Schalksmühle/Halver, TuS Spenge, HSG Neuss/Düsseldorf, Wilhelmshavener HV, VfL E Hagen, OHV Aurich, Tribe Minden/Hille.     mj