Erst total verharzt, dann gegen Coburg geglänzt

Zum Ende der abgelaufenen Drittliga-Saison durften sich die Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen und ihre Anhänger noch einmal feiern. Mit 26:24 (8:14) wurde der HSC Coburg II bezwungen. So dankte das heimische Team wie angekündigt mit einem abschließenden Erfolg seinem Publikum und einer meterlangen Banderole, auf der es seinen Dank für die ständige Unterstützung auch schriftlich ausdrückte.

Ende gut, alles gut – oder Schwamm drüber über die erste Halbzeit, könnte man ein paar Plattitüden bemühen: „Was macht ihr?“ rief Trainer Holger Löhr nach anderthalb Minuten ins Spielfeld, wedelte schon mit der Grünen Karte in der Hand, legte sie dann nach weiteren 50 Sekunden. Seine Männer hatten bislang zwei Übertritte fertiggebracht und drei Treffer kassiert. Der erste Versuch einer Aufrüttelung verpuffte aber ebenso wirkungslos wie der nächste (3:8/9.).

Freifahrtschein für HSC-Rückraum

Spielmacher Lukas Sauer, dem sein sportlicher Leiter Martin Schmitt nach überstandener Verletzung eine „super starke Rückrunde“ attestiert hatte, gab zu: „Da hat bei uns wohl die Einstellung nicht ganz gepasst, weil wir dachten, dass es für Coburg um nichts mehr geht.“ So wurde leichtfertig ein Ball nach dem anderen vergeben, die Rückraumwerfer des HSC agierten indes mit einem Freifahrtschein (elf von 14 Treffern bis zur Pause). „Wir haben ungeachtet der beiden Auszeiten von Holger, den Schalter nicht umgelegt bekommen“, trotz des Mittels einer 5:1-/Manndeckung. Positiv dürften wohl bloß die ersten beiden Treffer des A-Jugendlichen Jacob Clarius in Erinnerung geblieben sein.

Da hat es Klick gemacht

Beim 5:12 (23.) nach zwischenzeitlicher beidseitiger Torflaute war der Hausherr am vorläufigen Tiefpunkt angekommen. Jeder auf dem Feld, der für die HG spielte, schien total verharzt zu haben. „Aber in der Kabine hat es dann bei uns endlich Klick gemacht“, sah Sauer den Umschaltpunkt erreicht. „Jetzt haben wir unsere Leistung aufs Feld gebracht.“ Und spielgelte sich auch auf der Anzeigetafel wider. Nach sechs Minuten war Oftersheim/Schwetzingen beim 13:15 wieder auf Kurs. Kurz wurde der Gast noch an der langen Leine geführt, als der HSC die vorgezogene Defensivformation mit mehr Anspielen an den Kreis umging (14:18, 17:21).

Schalter umgelegt

Dann ging alles rasend schnell. Erst warf Daniel Hideg den Motor an, dann setzten Konter nach Balleroberungen die nächsten Nadelstiche. Kevin Suschlik besorgte Ausgleich und erste Führung (23:22), Tom Jansen in seiner knochentrockenen Art, Hideg mit einem Strafwurf in den Winkel und Sauer selbst mit einem finalen Tempogegenstoß kümmerten sich darum, die Punkte in der Nordstadthalle zu behalten. Und die tobte. „Als wir endlich wieder Handball spielten, haben die Fans uns auch getragen. Die Stimmung in unserer Nordstadthölle war wieder da, einfach Feuer frei. Unsere Anhänger hatten sich wohl unserer Leistung angepasst“, dankte Sauer.

Barthelmeß mit Mercedes

Bei ihm revanchierten sich die Zuschauer mit Platz 2 in der Publikumswahl zum Spieler des Jahres. Den Jackpot, ein Wochenende in einem Mercedes seiner Wahl, trug Flügelflitzer Max Barthelmeß davon, der bei diesem Spiel übrigens auch im Rückraum zum Zuge kam. Der dritte Rang, in der insgesamt sehr engen Entscheidung, ging an den Halbrechten Tom Jansen, Kapitän Lino Messerschmidt und Torwart Maximilian Herb teilten sich die vierte Position.

HG: Gabel, Herb; Barthelmeß (4), Messerschmidt, Jansen (4), Zipf (1), L. Sauer (3/2), Krämer (1), Suschlik (4), Demel, Mehl (1), Hideg (6/1), Krepper, Kubitschek, Clarius (2). mj