Oftersheim/Schwetzingen zieht mit HC Erlangen II gleich

„Kleinigkeiten haben entscheiden“, kommentierte Erlangens Trainer Helmut Hofmann den Ausgang der Drittliga-Partie bei der HG Oftersheim/Schwetzingen. Die Kurpfälzer hatten gerade mit 24:23 (11:12) den HCE II niedergerungen, zog dadurch mit dem Gegner in der Tabelle gleich, hat aber den direkten Vergleich gegen sich. Für den heimischen Coach Holger Löhr war es einmal mehr „überraschend, was die Mannschaft auf die Platte bringt, bei diesen wenigen Alternativen, die wir haben, bei der fehlenden Durchschlagskraft aus dem Rückraum“.

Und er führt weiter aus: „Die Jungs sind gut mit den Ausfällen umgegangen, was es für uns Trainer dann auch einfacher macht, denn wir müssen mit dem auskommen, was wir zur Verfügung haben.“ Wille, Teamgeist und Abwehrarbeit seien die wesentlichen Stichpunkte gewesen. „Jeder hat etwas Verantwortung übernommen und dann präsentieren sie sich als verschworene Gemeinschaft und Truppe. Wir machen zwar nicht mehr so viele einfache Tore, aber wir finden andere Lösungen.“

Und dieser verschworene Haufen bot den gut 400 Zuschauern mal wieder ein zwar torarmes, zunächst auch zähes Ringen, das aber seine Brisanz aus der zunehmenden Spannung bei ablaufender Spieluhr bezog. Löhr und sein „Co“ Matthias Polifka hatten auf eine 5:1-Formation gesetzt. In dieser stand Max Barthelmeß dem gefährlichsten Angreifer Benedikt Kellner fast permanent auf den Füßen. Was durchaus Wirkung zeigte: „Das bereitete uns im Spielaufbau und beim Abschluss Probleme“, gestand Hofmann ein. Die Abläufe hätten nicht so geklappt wie sonst. Löhr wollte damit einem Gegner, „der normalerweise mit viel Dampf kommt, ein wenig den Schwung nehmen“.

So richtig Stimmung in der Bude kam dann auf, als sich die Schiedsrichter aus Sicht des Publikums einige Fehlentscheidungen leisteten und die Akteure auf dem Feld sich so manch‘ kleines Scharmützel lieferten. Bei einem ringermäßigen Schulterwurf gegen HG-Kreisläufer Lino Messerschmidt ging Erlangens Florian Wagner als klarer Punktsieger hervor, musste seine Feierzeit aber auf der Strafbank absitzen. Kurz darauf nahm sich Jonas Schletterer Oftersheim/Schwetzingens Spielmacher Lukas Sauer zur Brust – und schon war richtig Feuer unterm Dach der Nordstadthalle.

Der Hausherr nutzte die ihm gewogene Atmosphäre und machte aus einem 18:20 (49.) ein 21:20. Dieser Treffer von Niklas Krämer am Kreis resultierte aus einem kongenialen Anspiel von Sauer um den Abwehrspieler herum. Das nächste Zuspiel bekam „Nigges“ dann von seinem Jahrgangskollegen Barthelmeß zum 22:22 serviert. Barthelmeß ließ auch noch sogleich die erneute Führung per Konter folgen (57.). Die Spannung in der Luft war nun mehr als fühlbar, es knisterte. Der HCE zeigte sich angesteckt, produzierte zwei blöde Fehler und Maximilian Herb parierte noch einen schweren Ball von Halbrechts. Vorne war es nun Tom Jansen, der Krämer eine halbe Minute vor Abpfiff bediente. Und dieser vollstreckte erneut zur Vorentscheidung.

„Hätten wir am Ende zwei, drei Fehler weniger gemacht, hätte wir wohl gewonnen“, schätze Hofmann. Aber der HG-Sieg sei keinesfalls unverdient, wollte er sich nicht beschweren. Schließlich hätten die HG-Akteure „in den entscheidenden Minuten die Nerven behalten“.

HG: Herb; Barthelmeß (3), Messerschmidt (2), Jansen (5), Zipf (3) L. Sauer (6/2), Krämer (4), Suschlik (1), Krepper, Clarius. mj